Mittwoch, 14.07.2010

Start mit Schweiß und Spaß


Erstes Training der HSG nach der Sommerpause mit fünf Neuzugängen

Mit Nils Meyer kehrt ein alter Bekannter zurück. Neu dabei sind Bobby Schagen, Matthias Struck und Luca de Boer. Hannes Hombrink rückt aus der eigenen Jugend auf.

Die HSG Nordhorn hat gestern mit 13 Spielern die Vorbereitung auf die neue Handballsaison in Angriff genommen. Im Kraftraum des Euregiums floss bei suptropischen Temperaturen der Schweiß schon, bevor es an die Hanteln ging. Zu den Akteuren, die unter Trainer Heiner Bültmann die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga anstreben, gehören auch fünf Zugänge: Nils Meyer und Bobby Schagen vom TSV Dormagen, Matthias Struck von Eintracht Hildesheim, Hannes Hombrink aus dem eigenen Nachwuchs und Luca de Boer aus der A-Jugend des TV Emsdetten.

Mit Meyer kehrte ein alter Bekannter zurück, der bis 2002 für die HSG spielte. Aus seiner ersten Phase in Nordhorn trifft der 30 Jahre alte Spielmacher nur noch Stephan Wilmsen an, mit dem er zusammen in der Reserve gespielt hat. Nun sollen sie gemeinsam den Abgang von Spielmacher Maik Machulla zur HSG Ahlen-Hamm kompensieren.

Obwohl es gerade mal drei Wochen her ist, dass er mit Erstligist Dormagen erfolgreich die Relegation gemeistert hat, hat Meyer sich kaum eine Pause gegönnt. Mehr als eine Woche Familienurlaub auf Langeoog war nicht drin, schließlich musste auch der Umzug noch erledigt werden. Und in der letzten Woche der handballlosen Zeit wurde schon wieder eifrig trainiert; beim Joggen durch seine neue Heimat in Nordhorn-Stadtflur stieß der gebürtige Schüttorfer auch auf ein Auto mit Hildesheimer Kennzeichen. Ein Blick aufs Klingelschild bestätigte seine Vermutung, dass sich der neue Teamkollege Matthias Struck mit seiner Frau und dem zwölf Wochen alten Sohn in der Nachbarschaft niedergelassen hat. Fortan bildeten die beiden Rückraumspieler eine Trainingsgemeinschaft und nahmen auch schon mal vom Kraftraum Besitz.%break%

Dass alle Akteure im Urlaub ihre Hausaufgaben erledigt haben, davon ist Bültmann überzeugt. Zum Beispiel Alexander Terwolbeck: Der talentierte Spielmacher ließ sich beim Bankdrücken gleich mal ehrgeizige 100 kg auflegen, was seinem Trainer ein anerkennendes Lächeln entlockte. Rekordhalter in dieser Disziplin bleibt aber Toon Leenders, der schon 125 kg gestemmt hat.

Der baumlange Niederländer war gestern allerdings noch ein wenig geknickt ob der Niederlage der Elftal im Finale der Fußball-WM. „So richtig habe ich das noch nicht verkraftet“, machte der Kreisläufer aus seiner Enttäuschung über die 0:1-Niederlage gegen Spanien keinen Hehl, die er am Sonntagabend daheim bei seinen Eltern in Venlo verfolgt hat, ehe er sich mit dem Auto auf den Weg nach Nordhorn machte. Ein Gutes hatte die Niederlage wenigstens: Die im ganzen Land geplanten Autocorsi und Feierlichkeiten blieben aus und Leenders hatte freie Fahrt. „Sonst wäre ich wohl jetzt noch nicht hier gewesen“, vermutete er. Den Späßen seiner Kollegen entkam er natürlich nicht: „Den hätte ich ja noch reingemacht“, frotzelte Torwart Dennis Bartels beispielsweise zur Chance von Arjen Robben, der allein vor Iker Casillas am spanischen Torhüter gescheitert war.

Leenders’ Landsmann Bobby Schagen hatte das Finale ebenfalls daheim in Amsterdam verfolgt. „Die Enttäuschung ist natürlich groß“, sagte der Linkshänder, der auf dem rechten Flügel die Lücke stopfen soll, die der Wechsel von Nicky Verjans zum TuS-N Lübbecke hinterlassen hat. Weil er in Nordhorn noch keine Bleibe gefunden hat, hat sich der 20-Jährige erst einmal in Emmen im Haus eines Freundes seines Vaters einquartiert.

Mit Wohnungssuche haben Luca de Boer und Hannes Hombrink nichts am Hut. Der 17-jährige Schüler de Boer lebt in Schüttorf bei seinen Eltern und ist der Bruder von Ronja de Boer, die beim SC Union Emlichheim in der 2. Bundesliga Volleyball spielt. Der Kreisläufer will sich bei der HSG „erst einmal in der Zweiten etablieren“, hofft aber auch auf erste Einsätze bei den Profis. Sein Ziel in Nordhorn: „Besser werden.“

Das hat sich auch HSG-Eigengewächs Hombrink vorgenommen, der als A-Jugendlicher vergangene Saison regelmäßig in der Reserve und gelegentlich im Zweitliga-Team zum Einsatz kam. „Viel dazu lernen und kräftiger werden“, lauten die weiteren Ziele des Rechtsaußen, dem Trainer Bültmann großes Potenzial attestiert. Und das zu zeigen, wird Hombrink womöglich mehr Gelegenheit haben als erwartet, denn: David Kalter wird den Verein wohl verlassen, weil er sein Studium in Heilbronn fortsetzen wird.

von Frank Hartlef