Schlussphase ohne HSG-Tor

01.08.2011

23:31 – Nordhorner Niederlage in Schwerin fällt zu hoch aus

Bis zum 23:24 in der 50. Minute hatte die HSG den SV Post gestern Abend am Rande der ersten Heimniederlage. Dann gelang den Gästen beim Tabellenzweiten kein einziges Tor mehr.

50 Minuten lang bot die HSG Nordhorn-Lingen gestern Abend dem SV Post Schwerin erfolgreich die Stirn. Und als Einar Ingi Hrafnsson in einem wahren Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga den Anschlusstreffer zum 23:24 erzielte, durften die Gäste noch immer darauf hoffen, die ersten zu sein, die in dieser Saison einen Sieg in der Sport- und Kongresshalle davon tragen würden. Dann allerdings kam es für die Grafschafter knüppeldick: In den letzten zehn Minuten gelang ihnen kein einziger Treffer mehr und sie unterlagen mit 23:31 (16:17) deutlich unter Wert. Der SV Post indes wahrte unter dem Jubel von 2400 Fans nicht nur seinen Heimnimbus, sondern auch eine zweite beeindruckende Serie: Die Mecklenburger bleiben in der Rückrunde ohne Punktverlust, feierten den neunten Sieg in Folge, festigten mit nun 39:11 Punkten den zweiten Tabellenplatz hinter dem ASV Hamm und dürfen weiter davon träumen, das Relegationsspiel um den Bundesliga-Aufstieg zu erreichen.

In der Schlussphase wurden die Nordhorner Opfer eines bekannten Automatismus im Handball: Der starke Schweriner Torhüter Igor Levshin knöpfte ihnen ein paar freie Bälle ab und leitete mit seinen Paraden einige Gegenstöße ein, die zu einfachen Toren führten. „Da sind wir unter Druck geraten und haben Fehler und Fehlwürfe produziert, die sofort mit Gegenstößen bestraft wurden“, berichtete Trainer Heiner Bültmann.%break%

Sein Team hatte sich nach einem verkorksten Start glänzend in die Partie zurückgekämpft. Bei 3:8 (12.) war es um die Gäste, denen in der Abwehr die nötige Aggressivität fehlte, schlecht bestellt. Doch in einer Auszeit ordnete Bültmann sein Team neu, brachte Einar Ingi Hrafsson für Toon Leenders als neuen Partner von Stephan Wilmsen im Innenblock der 6:0-Deckung. Und fortan packte die Defensive so engagiert und beherzt zu, dass die Schweriner aus dem Positionsspiel heraus nur selten zum Erfolg kamen. Ingo Heinze, der Top-Torjäger der 2. Liga, kam so nur zur für seine Verhältnisse bescheidenen Ausbeute von fünf Toren. „Wir haben eigentlich alle ganz gut im Griff gehabt“, sagte Bültmann. Danny Anclais war zwar mit zehn Treffern herausragender Werfer der Partie, doch den Großteil seiner Treffer erzielte der flinke Schweriner Außen nach Gegenstößen.

„Wir haben 40 Minuten richtig gut Handball gespielt“, berichtete Bültmann, dessen Team sich bald vom Fünf-Tore-Rückstand erholt hatte, bei 13:13 (23.) mit dem Gegner wieder gleichauf war und durch Maik Machulla bei 14:13 (24.) erstmals in Führung ging. Zur Pause lagen die Gastgeber zwar wieder vorn, aber die Nordhorner spielten weiter munter mit und leisteten ihren Beitrag zu einem echten Spitzenspiel der 2. Liga. Nicky Verjans nutzte zwei Siebenmeter, um sein Team von 16:18 auf 18:18 (37.) heran zu bringen. Und in der 40. Minute sorgte der Kapitän, der mit sieben Toren bester Werfer seines Teams war, bei 21:20 erstmals nach der Pause wieder für eine Führung der HSG. Dass es dennoch nicht zum Sieg reichte, hinterließ beim Tabellenvierten laut Bültmann „große Enttäuschung“. Doch der Trainer war sich sicher: „Wir werden uns schnell wieder berappeln.“