Samstag, 20.03.2010

Mit Empor noch eine Rechnung offen


HSG hat Revanche mit Rostock vor der Brust und Topspiel in Schwerin im Blick

Das Hinspiel in Mecklenburg haben die Nordhorner 26:28 verloren. Die Gäste kommen mit dem Selbstbewusstsein, Spitzenreiter Hamm geschlagen zu haben.

Was der HSG Nordhorn-Lingen vor zwei Wochen nicht gelungen ist, hat Empor Rostock vergangenes Wochenende eindrucksvoll geschafft: ein Sieg gegen Spitzenreiter ASV Hamm. Der 32:30-Erfolg des Tabellenachten der 2. Handball-Bundesliga Nord, der morgen, Sonntag (17 Uhr), im Euregium zu Gast ist, hat auch Heiner Bültmann imponiert: „Gegen Hamm haben sie sehr aggressiv gespielt“, sagt der HSG-Trainer, der allerdings weiß, dass sich die Rostocker auswärts meist „anders präsentieren“. Mehr als zwei Siege und ein Unentschieden sprangen für das Team von Trainer Lars Rabenhorst in dieser Spielzeit in fremden Hallen noch nicht heraus.

Dass die Rostocker Tabellenführer Hamm die zweite Saisonniederlage zugefügt haben, rief den Nordhornern aber auch noch einmal ins Gedächtnis, dass sie beim 26:33 gegen den ASV an diesem Vorhaben gescheitert sind. Da stellt sich die Frage, inwieweit sie der verpassten Chance nachtrauern, sich im Titelkampf noch einmal in Position zu bringen? „Das sollte man eigentlich nicht“, sagt Bültmann, räumt aber ein: „Den einen oder anderen Gedanken verschwendet man schon noch mal daran.“ Zumal am kommenden Freitag beim Tabellenzweiten Post Schwerin erneut die Chance besteht, den Abstand zwischen den Spitzenteams zu verringern. „Ruckzuck kann man wieder oben dran sein“, weiß Bültmann.%break%

Um so konzentrierter will sein Team an die Aufgabe gegen Rostock herangehen. Zumal Kapitän Nicky Verjans und Kollegen da noch eine Rechnung offen haben. „Da haben wir noch etwas gutzumachen“, sagt Bültmann mit Blick auf die 26:28-Niederlage am 18. Oktober in der Scandlines Arena. Nachdem Verjans und Toon Leenders bereits in der 28. Minute die Rote Karte gesehen hatten, erinnert sich der Trainer, „haben wir gut gekämpft, aber uns fehlten einfach die personellen Mittel“.

Vor allem einen werden die Nordhorner in schlechter Erinnerung behalten haben: René Gruszka. Der Rostocker Rechtsaußen war mit elf Toren bester Werfer seines Teams. Doch nicht nur ihn muss die HSG-Abwehr im Auge haben. Vor allem von Spielmacher Sasa Todosijevic geht viel Gefahr aus. Gegen Hamm machte der Schwede, der 2008 von IF Guif Eskilstuna aus der Elitserien zum HC Empor wechselte, mit neun Toren von sich reden und ist mit 129 Saisontreffern erfolgreichster Werfer der Mecklenburger.

Da darf sich die Abwehr der HSG nicht die Passivität wie in der Anfangsphase der Partie in Ahlen erlauben, als sie vergangene Woche mit bis zu sieben Toren in Rückstand geriet. „Schwer zu erklären“ findet Bültmann dieses Phänomen, der aber voll des Lobes für sein Team ist, weil es „in der zehnten Minute den Schalter komplett umgelegt“ habe. Und wenn sein Team an jene 40 Minuten beim 30:27-Erfolg in Ahlen anknüpfen kann, in denen es „richtig gut Handball gespielt“ habe, rechnet sich Bültmann auch gegen Rostock gute Chancen aus.

Die Gäste, bei denen mit Michal Bruna und Thomas Sanftleben zwei Stützen fehlen, haben allerdings reichlich Selbstvertrauen getankt. „Wenn wir eine ähnlich gute Leistung zeigen wie gegen Hamm“, sagt Lars Rabenhorst, „haben wir eine Chance.“ Der Empor-Trainer weiß allerdings auch um den Unterschied: „Diesmal spielen wir auswärts. Und die HSG hat außerdem eine sehr gute erste Sieben, die Erstliga-Erfahrung hat.“

 

von Frank Hartlef