Samstag, 16.10.2010

HSG im Derby stärker unter Druck


Gegner Emsdetten dezimiert und auswärts noch punktlos – Nordhorn muss dann nach Schwartau

Die Verletztenliste beim TV Emsdetten umfasst sechs Spieler. Doch bei der HSG Nordhorn-Lingen rechnet man im Derby am Sonntag (17 Uhr, Euregium) mit dem einen oder anderen Comeback beim Rivalen aus der Nachbarschaft.

Heiner Bültmann will sich vom Verletzungspech des TV Emsdetten nicht blenden lassen. Der Trainer der HSG Nordhorn-Lingen wird bei der Vorbereitung des Grafschafter Handball-Zweitligisten auf das Derby morgen gegen den westfälischen Nachbarn (17 Uhr, Euregium) nicht außer Acht lassen, dass bei den Gästen möglicherweise der eine oder andere Akteur ein Comeback feiert. Bültmann schließt nicht aus, dass zum Beispiel Abwehrspezialist Patrik Kvalvik oder Spielmacher Fannar Fridgeirsson wieder mit von der Partie sein könnten. „Die nehme ich in die Vorbereitung auf jeden Fall mit rein“, sagt er.

Sein Kollege Patrekur Johannesson wäre sicher froh, wenn er erstmals in dieser Saison wieder auf den Schweden Kvalvik zurückgreifen könnte, da ihm mit Stefan Thünemann sein zweiter Kreisläufer gerade ausgefallen und die Verletztenliste damit auf aktuell sechs Spieler angewachsen ist. Kvalvik und Thünemann bilden zusammen den Innenblock der 6:0-Abwehr beim Vizemeister, „einer der Erfolgsgaranten in der vergangenen Saison“, wie Bültmann sagt. Doch sollte das Kreisläufer-Duo nicht zur Verfügung stehen, wollen die Gastgeber auch darauf vorbereitet sein. „Dann werden sie sicher etwas mit einer offensiveren Abwehrreihe versuchen“, vermutet der HSG-Trainer und will sein Team auch darauf einstellen.%break%

Schließlich steht einiges auf dem Spiel, nicht nur weil es ein Derby ist und die Nordhorner vergangene Saison beide Duelle verloren haben. Als Neunter und Zehnter verläuft zwischen HSG (7:7 Punkte) und TVE (6:6) jene Grenze, die am Ende der Saison die Schnittstelle zwischen zweiter und dritter Liga bedeutet. Und wenn man anfangs zuviele Punkte liegen lässt, kann so eine Qualifikationssaison schnell zur Zitterpartie werden. Morgen liegt der Erfolgsdruck da mehr bei der HSG. Denn: Zum einen hat Emsdetten auswärts in dieser Saison noch nicht einen Punkt geholt. Zum anderen wartet auf die Nordhorner nach dem Derby das schwere Spiel beim daheim verlustpunktfreien Tabellenzweiten VfL Bad Schwartau.

Doch trotz allem Verletzungspech der Emsdettener, die in den nächsten beiden Wochen mit Heimspielen gegen Altenholz und die Füchse Berlin II vor lösbaren Aufgaben stehen, wird die Partie für die HSG keinesfalls ein Selbstgänger. „Die haben auch ohne die Verletzten immer noch eine Top-Mannschaft“, sagt Bültmann und zählt auf: Linksaußen Sascha Bertow, die Rückraumspieler Elvir Selmanovic und Andrej Kurtschew oder das Torhüter Gespann Hreidar Gudmundsson und Nils Babin. Vor allem bei Selmanovic kommt Bültmann ins Schwärmen, kein Wunder: Der Halblinke erzielte gegen die HSG vergangene Saison insgesamt 13 Tore. „Er ist sehr dominant, war vergangene Saison vielleicht sogar der überragende Spieler der Zweiten Liga“, sagt der HSG-Trainer über den Rechtshänder, der als Torschütze ebenso in Erscheinung tritt wie als Zuarbeiter für den Kreisläufer. Für ihn wie für etliche seiner Nebenleute gilt: mit ihrer individuellen Klasse können sie Spiele entscheiden.

von Frank Hartlef