Samstag, 18.12.2010

Es kommt auf die Einstellung an


HSG erwartet zum Abschluss einer starken Hinrunde den Letzten aus Aschersleben

Der Tabellenvierte holte zuletzt 13:3 Punkte. Diese Erfolgssträhne soll mit dem zehnten Saisonsieg ausgebaut werden.

Vor dem letzten Hinrundenspiel der HSG Nordhorn-Lingen morgen, Sonntag (17 Uhr, Euregium), gegen den HC Aschersleben fällt der Rückblick auf den ersten Saisonteil in der 2. Handball-Bundesliga Nord positiv aus. „Das war eine ganz starke Hinrunde“, sagt Heiner Bültmann, der Trainer des Tabellenvierten, fügt aber eilig hinzu: „Wenn wir am Sonntag gewinnen.“

Nun wäre es schon erstaunlich, wenn ausgerechnet der Tabellenletzte, dessen einziger Saisonerfolg (27:25 beim TSV Altenholz) vom zweiten Spieltag am 4. September datiert, den Nordhornern die erste Heimniederlage dieser Spielzeit beibringen würde. „Es ist wichtig, dass wir nach dem Highlight gegen Melsungen die richtige Einstellung finden“, mahnt Bültmann. Doch dass sich sein Team, das sich trotz der Pokal-Niederlage gegen den Bundesligisten am Mittwoch gut präsentiert hat, morgen gegen das vermeintlich schwächste Team der Nord-Staffel hängen lässt, glaubt Bültmann nicht. „Da mache ich mir keine Gedanken, dass das ein Problem werden könnte“, sagt er und begründet: „Von der Mentalität und vom Charakter her ist bei uns keiner dabei, der jetzt abhebt.“%break%

Dass sich die Mannschaft trotz des Verlustes der drei wichtigsten Torjäger der vergangenen Spielzeit sportlich und menschlich so schnell gefunden hat, ist für Bültmann der Schlüssel des Erfolgs. „Das haben uns viele so nicht zugetraut“, denkt er an den Saisonbeginn zurück, als die Zugänge Nils Meyer, Matthias Struck und Bobby Schagen die Abgänge Maik Machulla, Michael Jahns und Nicky Verjans ersetzten. Und mit zusammen 243 Toren in bislang 15 Saisonspielen ist das torgefährlichste HSG-Trio auf dem besten Wege, zumindest in die Nähe der 485 Saisontreffer ihrer Vorgänger zu kommen.

Was jedoch noch überraschender an dieser Hinrunde ist, ist das enge Tabellenbild an der Spitze: Zwischen dem VfL Bad Schwartau (23:7) auf Platz eins und der HSG auf Rang vier (20:10) klaffen gerade mal drei Punkte. Und statt der befürchteten Dominanz von Absteiger GWD Minden (22:8) mischt ein halbes Dutzend Teams um den Titel mit. Und selbst die von enormem Verletzungspech gebeutelten Emsdettener (18:12) auf Rang sieben sollte man noch nicht abschreiben.

Die Rückkehr in die Erste Liga ist in Nordhorn keine zwei Jahre nach Insolvenz und Zwangsabstieg offiziell zwar kein Thema, doch die gute sportliche Ausgangsbasis will man natürlich behaupten so lange es geht. Zumal von der jüngsten Erfolgssträhne mit 13:3 Zählern „jeder Punkt hart erkämpft“ werden musste, wie Bültmann erinnert und seinen Spielern trotz aller Wertschätzung gerade deshalb für das Spiel gegen Aschersleben ins Gewissen redet: „Da sind wir es uns selbst schuldig, mit einer optimalen Einstellung in diese Partie zu gehen. Es wäre ja fatal, wenn wir da wegen fehlender Einstellung die Punkte abgeben.“

von Frank Hartlef