Foto: Wilhelmshavener HV
Montag, 14.11.2016

Engagierter, couragierter Auftritt bringt 29:30 (11:14) Sieg beim Wilhelmshavener HV

Patrick Miedema führt die HSG mit 9 Toren zum Erfolg – gelungenes Comeback von Frank Schumann


Tiefes Durchatmen bei den rund 30 HSG Fans unter den 1277 Zuschauern in der Wilhelmshavener Nordfrost Arena, die zuvor ihr Team lautstark unterstützt hatten, als nach 60 Minuten der Auswärtssieg mit einer Humba, dirigiert von „Comebacker“ Frank Schumann, ausgiebig gefeiert werden konnte.

Der Wilhelmshavener HV hatte den besseren Start erwischt und erzielte die ersten beiden Tore, doch die HSG Nordhorn-Lingen ließ sich davon an diesem Abend nicht aus der Ruhe bringen. Die Abwehr zeigte sich gut eingestellt und war durch 3 Tempogegenstösse erfolgreich, so dass sich die Mannschaft vom Jadebusen in dieser Phase nicht absetzen konnte. 5:4 oder 7:6 waren die Zwischenstände, bevor Jürgen Rooba in der 15. Minute mit einem weiteren Tempogegenstoß das 8:8 erzielte. Inzwischen hatte sich auch die Abwehr des 2-Städte-Teams stabilisiert und fand im Angriff gut dirigiert durch Alex Terwolbeck immer wieder Lücken in der Abwehr des WHV. Dabei gelang es über viele Positionen gefährlich zu werden, denn allein 8 Torschützen waren an den 14 HSG Toren beteiligt, die zu einem 11:14 zur Halbzeit führten.

29:30
2. Handball-Bundesliga   |   11.Spieltag
Kaleun, Buhrmester (10 P., 1 Tor); Verjans (3), Schumann, Mickal (4/2), Miedema (9), Fraatz, Poll, Rooba (3), Terwolbeck (4), de Boer (1), Wiese (5), Madsen

Nach dem Wechsel versuchten die Gastgeber mit einem hohen Balltempo und schnellem Spiel zurück in die Partie zu kommen. Die passende Antwort gab allerdings die HSG Nordhorn-Lingen und konnte den Vorsprung in der 38. Minute auf 15:20 ausbauen. Wer dachte, dass die HSG Nordhorn-Lingen nun auf die Siegerstraße abgebogen sei, hatte die Rechnung ohne den WHV gemacht. Drei Zwei-Minuten-Strafen innerhalb kurzer Zeit halfen mit, die Wilhelmshavener zurück ins Spiel zu bringen und beim 21:22 in der 47. Minute war die Schlagdistanz wiederhergestellt. Das 2-Städte-Team war allerdings in der Lage dem Ansturm des WHV Paroli zu bieten. Besonders Patrick Miedema, mit 9 Treffern erfolgreichster Torschütze auf Seiten der HSG, suchte mit energischen Aktionen immer wieder erfolgreich den Weg zum Tor. Dennoch war in der 52. Minute der Ausgleich (25:25) durch den WHV nicht zu verhindern. Die niederländische Achse Miedema-Verjans, gut in Szene gesetzt durch Alex Terwolbeck, sorgte erneut für eine 3-Tore Führung in der 59. Minute (27:30). Es folgten 80 Sekunden in denen besonders die Anhänger der HSG Nordhorn-Lingen noch einmal die Luft anhalten mussten. Zwei schnelle Tore brachten den Gastgeber auf 29:30 heran. 18 Sekunden vor Schluss nahm Trainer Heiner Bültmann die Auszeit und sein Team noch einmal zu ordnen. 6 Sekunden vor Schluss kam der WHV trotzdem noch einmal in Ballbesitz und bekam die Chance zu letzten Wurf, der jedoch durch Björn Buhrmester abgewehrt werden konnte.

Vom Spielverlauf her ist der 29:30 Sieg der HSG Nordhorn-Lingen verdient, auch wenn es für den WHV erneut eine Niederlage mit einem Tor bedeutet. Ein Unentschieden hätte sich heute wie ein Niederlage angefühlt, so die einhellige Meinung bei den HSG Akteuren. Ein weiterer Lichtblick war das Comeback von Abwehrroutinier Frank Schumann, der nach seiner im Pokalspiel erlittenen schweren Verletzung zum ersten Mal wieder auf der Platte stand und nach dem Spiel genauso erleichtert war: „Danke an unsere Fans. Ihr habt es zu einem Heimspiel für uns gemacht.“

Viel Zeit zur Erholung bleiben Trainer Heiner Bültmann und seinem Team nicht, denn schon am Mittwoch um 19.30 Uhr folgt der zweite Teil der englischen Woche im Euregium gegen TUSEM Essen.