"Ein Gegner mit Zweitliga-Format"

01.08.2011

In Springe will die HSG den Sprung ins Achtelfinale des DHB-Pokals schaffen

Die Handballfreunde Springe haben in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren. HSG-Trainer Heiner Bültmann erwartet heute einen „unangenehmen Gegner“.

Zwei Drittligisten hat die HSG Nordhorn-Lingen im Pokalwettbewerb des Deutschen Handball-Bundes bereits aus dem Weg geräumt. Doch auf dem Weg ins Achtelfinale muss der Tabellensechste der 2. Bundesliga Nord ein anderes Kaliber aus dem Weg räumen, als in den beiden Runden zuvor mit dem SV Beckdorf und der zweiten Mannschaft der HSG Ahlen-Hamm. Die Handballfreunde Springe, bei denen die Mannschaft von Heiner Bültmann heute zu Gast ist (Spielbeginn 20 Uhr), ist nach Meinung des HSG-Trainers „ein Gegner mit Zweitliga-Format“.

Und das ist mal keine der im Sportgeschäft üblichen Überhöhungen des jeweils nächsten Kontrahenten. Die Springer haben nicht nur mit einem Start von 11:1 Punkten und Tabellenplatz eins in der 3. Liga Nord von sich reden gemacht. Sie schalteten in der ersten Runde des DHB-Pokals mit GWD Minden gleich mal den Topfavoriten der 2. Liga Nord aus, dessen Ziel nach dem Abstieg aus der 1. Liga die umgehende Rückkehr ist. Das Duell mit den Dankersern gehört zu jenen Partien der Handballfreunde, die Bültmann auf Video studiert hat. Und zu den Erkenntnissen, die er dabei gewonnen hat, zählt auch, dass die Mindener „ohne Einstellung ins Spiel gegangen“ und dafür „direkt abgestraft“ worden seien. Die Lehre für sein Team heute gegen die Gastgeber lautet demnach: „Das darf und wird uns nicht passieren, dass die heißer sind als wir.“%break%

Doch die Einstellung ist das eine, die sportliche Klasse das andere. Und da verfügt Ex-Nationalspieler Sven Lakenmacher, der als Spielertrainer aktiv auf dem Feld vornehmlich nur noch dann eingreift, wenn es für sein Team eng wird, über eine Reihe bundesligaerprobter Akteure. Zum Beispiel Daniel Deutsch: Der Rückraumspieler, der mit der TSV Burgdorf den Aufstieg in die 1. Liga schaffte, es dann aber vorzog, nach Springe zu wechseln, ist der Kapitän. „Sehr wurfstark und athletisch“, lautet Bültmanns Urteil über den Rückraumspieler. Und sehr selbstbewusst: Die HSG stufte Deutsch nach der Auslosung als „gute Mannschaft“ ein und ergänzte flugs: „Aber machbar.“ Ob Frank Habbe, den kompakten und torgefährlichen Kreisläufer, Fabian Hinz, den Gegenstoß- und Strafwurfspezialisten, oder Deutsch und seine Rückraumkollegen Claus Karpstein und Jannis Fauteck – für die HSG-Abwehr um die Innenverteidiger Stephan Wilmsen, Toon Leenders und Einar Ingi Hrafnsson ist „Schwerstarbeit angesagt“, wie Bültmann es ausdrückt.

Doch sein Team zieht nach dem Sieg und der ansprechenden Leistung gegen den TV Emsdetten nicht nur mit gestärktem Selbstvertrauen in die Partie. Es bezieht seine Motivation auch daraus, so Bültmann, „dass weiter die Option auf einen attraktiven Gegner besteht“. Und die Chance, dass Hertha-Trainer Markus Babbel ihnen am Sonntag am Rande der Bundesligapartie zwischen den Füchsen Berlin und den Rhein-Neckar Löwen endlich das ersehnte Heimspiel gegen einen Top-Erstligisten zulost, wollen sich die Nordhorner auf keinen Fall nehmen lassen.

von Frank Hartlef