Foto: TuS N-Lübbecke
Donnerstag, 23.02.2017

Die HSG Nordhorn-Lingen zieht dem Tabellenführer mit 25:26 (13:17)-Auswärtssieg den Zahn

Der TuS N-Lübbecke verliert das erste Mal ein Heimspiel seit dem 20.03.1993


Vor dem Spiel wurde die HSG Nordhorn-Lingen vom Gegner als „Wundertüte“ bezeichnet, doch was sie dann am Mittwochabend in der Merkur Arena in Lübbecke auspackten war alles andere als ein Wunder, sondern vielmehr eine herausragende Leistung auf dem Spielfeld, die in einem knappen aber verdienten Sieg gegen den Tabellenführer endete. Zugleich sorgten das Team von Trainer Heiner Bültmann noch für einen handballhistorischen Moment, denn sie fügten dem TuS N-Lübbecke nicht nur die erste Saisonheimniederlage, sondern auch die erste Heimniederlage in allen 2-Liga-Spielen seit dem 20.03.1993 zu. Vor fast 24 Jahren siegte der SV Blau-Weiß Spandau 17:18 in der 2. Liga Nord.

Das mag als Rückblick genügen, denn das was die Mannschaft der HSG Nordhorn-Lingen von der ersten Minute an in der Merkur Arena auf den Hallenboden zauberte, rückt zurecht ins Rampenlicht. Aus einer kompakten und äußerst beweglichen 6:0 Abwehr heraus agierte das 2-Städte-Team schnell, umsichtig und überlegt nach vorne. Zwar gelang den Ostwestfalen die 1:0 Führung, aber danach bestimmte die HSG Nordhorn-Lingen das Geschehen. Im Tor erwischte Björn Buhrmester (14 Paraden) einen glänzenden Tag und entschärfte nacheinander 5 Würfe des hohen Favoriten. Die HSG nutze ihre Chancen zielstrebig und nach 8 Minuten lag man mit 1:4 in Front. Sichtlich beeindruckt von dem starken Auftritt der HSG Nordhorn-Lingen nahm TuS Trainer Aaron Ziercke die erste Auszeit. Doch viel sollte es zunächst nicht nutzen, denn die Mannschaft von Heiner Bültmann behielt weiterhin die Übersicht, spielte in der Abwehr wie aus einem Guss, war im Angriff aus allen Positionen gefährlich und baute die Führung auf 7:12 in der 24. Minute aus. Zwar gelang es dem TuS N-Lübbecke in der Schlussphase der ersten Hälfte besser ins Spiel zu kommen, doch auch jetzt behielt die HSG Nordhorn-Lingen die Nerven. Mit 13:17 ging es in die Halbzeitpause.

25:26
2. Handball-Bundesliga   |   22.Spieltag
Kaleun, Buhrmester (14 P.), Mickal (5/2), Miedema (3), Meyer, Fraatz, Poll, Rooba (3), Terwolbeck (3), de Boer (2), Wiese (7), Madsen (1), Seidel (2/2)

Nach dem Wechsel schien es als wolle die HSG das Spiel in wenigen Minuten endgültig entscheiden. Das ging allerdings nach hinten los, denn gleich 4 gute Chancen wurde in nur 4 Minuten vergeben. TuS Torhüter Tatai hatte einen guten Einstand in die 2. Hälfte und half seinem Team den Rückstand zu verkürzen (17:18; 37. Min.). Die HSG Nordhorn-Lingen fand jedoch zu ihrem Spiel zurück. In das Angriffsspiel kam die notwendige Ruhe zurück und die Aufholjagd war erst einmal gestoppt. Es war jedoch nicht zu verhindern, dass der TuS N-Lübbecke besser in das Spiel kam. Nach dem 1:0 lag der TuS beim 21:20 (44. Min.) das erste Mal wieder vorn. Doch inzwischen war in den Köpfen der HSG-Spieler angekommen, dass sie an diesem Tag den Sieg nicht hergeben wollten. Das brachte die folgende Spielphase deutlich zum Ausdruck. Asbjörn Madsen musste sich auf der Bank behandeln lassen, eine 2 Minuten Strafe kam hinzu. Und nach einem Wechselfehler musste auch Torhüter Buhrmester für 2 Minuten auf die Bank. Nun war es Jens Wiese (7 Tore) der Verantwortung übernahm. In doppelter und in einfacher Unterzahl erzielte er 3 sehenswerte Treffer in Folge, so dass es dem TuS N-Lübbecke nicht gelang Kapital aus dem eigenen Überzahlspiel zu ziehen. Mit einem Spielstand von 25:24 ging es in die 10-minütige Schlussphase. Nachdem Alex Terwolbeck, der über die gesamte Spielzeit klug Regie führte, den Ausgleich erzielt hatte (25:25; 52. Min.), kam es zum Duell der Torhüter die ein ums andere Mal die Bälle parieren konnten. Auch eine weitere Unterzahl brachte die HSG nicht in Verlegenheit, im Gegenteil es war wiederum Alex Terwolbeck der nicht nur sein, sondern die Leistung der ganzen Mannschaft mit dem Siegtreffer zum 25:26 krönte. Auch der beste TuS Torschütze Kaleb (10 Tore) scheiterte mit seinem letzten Wurf an Björn Buhrmester. Ein Sieg der zwar knapp, aber über die Spielzeit gesehen verdient war. Das spielerisch bessere Team mit einer ganz starken Abwehrleistung nimmt die Auswärtspunkte, ausgiebig gefeiert von den mitgereisten Fans, zu recht mit nach Hause.