Der Markt gibt nicht viel her

01.08.2011

HSG steht in Gesprächen mit Rückraumspielern, setzt sich aber nicht unter Druck

Nach dem Einstieg des dänischen Konzerns „Dong Energie“ sind die Chancen gestiegen, noch einen Handballer für den linken Rückraum verpflichten zu können. Der Heimsieg zum Saisonauftakt gegen Altenholz hat Trainer Bültmann aber bestärkt, sich jetzt nicht unter Druck zu setzen.

Als Nils Meyer vor acht Jahren die HSG Nordhorn in Richtung Dormagen verließ, ging er als halblinker Rückraumspieler. Seitdem aber hat er sich als Spielgestalter auf der Mittelposition etabliert, und doch muss er nach seiner Rückkehr ins Euregium wieder über die linke Seite angreifen – es fehlt im Kader des Handball-Zweitligisten nun einmal ein klassischer Shooter. Die Verantwortlichen der HSG hatten zwar den ganzen Sommer über den Markt der wurfstarken Rechtshänder genau beobachtet, aber erst nach dem Einstieg des neuen Premium-Sponsoren „Dong Energy“ scheint eine Verpflichtung möglich. „Wir haben die feste Absicht, die Mannschaft zu verstärken und stehen in konkreten Gesprächen“, sagte Geschäftsführer Gerhard Blömers am Rande des Heimspiels zu Saisonauftakt gegen den TSV Altenholz (33:27).%break%

Geeignete Handballer sind allerdings nicht leicht zu finden. „Wir wissen natürlich, dass wir ein bisschen spät dran sind“, sagt Blömers. Weil viele Spieler zum Saisonstart unter Vertrag stehen, beschränkt Trainer Heiner Bültmann die Suche nicht auf Deutschland. „Wir schauen uns zum Beispiel auch in Nord- und Osteuropa um“, berichtet er. Er nutzt dabei vorhandene Kontakte, zudem bieten die Spielerberater potenzielle Kandidaten an. „Sie wissen natürlich, dass uns eigentlich noch ein Rechtshänder fehlt. Von den Kandidaten hat bislang aber keiner sportlich überzeugt.“

Auf gewagte Schnellschüsse jedoch will die HSG verzichten, zumal das Geld bei einem Jahresetat von unter einer Millionen Euro nicht verschwendet werden darf. „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, sagt Bültmann, „wenn wir einen Spieler verpflichten, muss er zu uns passen – sportlich, charakterlich und natürlich auch finanziell. Wir müssen etwas Geduld haben und sicher auch etwas Glück.“ Chancen auf eine Verstärkung hat die HSG zu diesem Zeitpunkt zum Beispiel dann, wenn ein Handballer bei seinem aktuellen Verein unzufrieden ist oder nicht zum Einsatz kommt.

Das erste Saisonspiel am Sonntag gegen Altenholz hat Bültmann gezeigt, dass „uns zwar noch ein Rückraumspieler gut tun würde“, es aber kein akuter Handlungsbedarf besteht. „Nils Meyer hat die Aufgabe auf halblinks sehr gut gelöst“, lobt Bültmann. Zwar warf der 1,90-m-Mann kaum aus der Distanz, dank seiner Dynamik und seiner Physis steuerte er zum 33:27-Sieg immerhin sechs Feldtore bei. Und damit war er immerhin zusammen mit Rückraumkollege Matthias Struck der zweitbeste Torschütze seines Teams im Zweitliga-Auftaktspiel.

von Holger Wilkens