Den VfL in Bewegung bringen

01.08.2011

HSG setzt morgen im Heimspiel auf Tempo – Beide Teams in Bestbesetzung

Der zuletzt stark aufspielende Nordhorner Handball-Zweitligist erwartet den Tabellendritten aus Potsdam. Beide Mannschaften können in Bestbesetzung antreten und gehen mit großen Erwartungen in das Topspiel.

Wenn sich die Handballer des 1. VfL Potsdam am frühen Sonntagmorgen auf den langen Weg nach Nordhorn machen, werden sie auf der Autobahn bestens unterhalten: Über die DVD-Anlage des Busses wird ein Video mit Spielen der HSG Nordhorn-Lingen laufen, verriet VfL-Rückraumspieler Stephan Mellack der „Märkischen Allgemeinen“. Sollten die Bilder der letzten drei Nordhorner Auftritte gezeigt werden, bekommen die Potsdamer richtig guten Zweitliga-Handball zu sehen: „Wir sind gut drauf, die Mannschaft ist topfit“, sagt HSG-Trainer Heiner Bültmann vor dem Heimspiel gegen den Tabellendritten im Euregium (Sonntag, 17 Uhr).

Und weil auch die Potsdamer schon acht ihrer bislang elf Saisonspiele gewonnen haben, darf der handballinteressierte Zuschauer ein Top-Spiel der 2. Liga erwarten. Auch Bültmann freut sich auf die Partie: „Beide Mannschaften werden in Bestbesetzung antreten und sich ein packendes Duell liefern“, weiß er, „aber wir spielen zu Hause und wollen das Heimspiel gewinnen.“%break%

Die Brandenburger haben auswärts schon überzeugt und in Schwerin und Aschersleben gewonnen. „Bei Mannschaften mit einer so großen Erfahrung ist der Unterschied zwischen den Auftritten zu Hause und in fremden Hallen nicht mehr sehr groß“ sagt der HSG-Trainer. Entsprechend kündigt Potsdams Mellack an: „Jeder kann jeden schlagen. Wir wollen gewinnen.“

Die HSG setzt morgen auf ein möglichst tempo- und variantenreiches Angriffsspiel, um die traditionell tiefe 6:0-Abwehrreihe des 1. VfL zu knacken. „Wir müssen die großen Innenleute in Bewegung bringen“, lautet sein Erfolgsrezept. Nur gut, dass Bültmann da auf seine zuletzt leicht angeschlagenen schnellen Außenspieler Pavel Mickal und Bobby Schagen zurückgreifen kann. Schagen hatte sich am Montag vergangener Woche in einer Trainingseinheit mit der niederländischen Junioren-Nationalmannschaft den Daumen verstaucht und musste ein paar Tage aussetzen. Weil er zuvor schon von einem Einsatz des A-Teams seines Heimatlandes mit einem lädierten Sprunggelenk zurückgekommen war, kommen Bültmann Bedenken: „Bobby lassen wir da nicht mehr hin“, scherzte er.

Dem Tschechen Mickal schmerzte in der vergangenen Woche das Knie, mit dem er schon im Frühsommer einige Probleme hatte. „Es ist, wie auch bei bei den Knieproblemen von Nils Meyer, eine Sache der Belastung“, berichtet Bültmann. Alle drei Leistungsträger haben aber grünes Licht für einen Einsatz gegeben.

Nach der zweiwöchigen Spielpause hat sich die HSG im Training mit vielen Spielformen auf das Duell mit Potsdam eingestimmt. Weil aus dem Kader nur Hannes Hombrink, für den Abi-Vorklausuren anstehen, etwas eingeschränkt trainiert hat, konnte Bültmann seine Truppe am Mittwoch viel auf zwei Tore spielen lassen, am Donnerstag standen vor allem taktische Dinge auf dem Programm, die das Team direkt auf den morgigen Gegner vorbereiten. Und auch die HSG-Handballer schauen – wie vor jedem Pflichtspiel – Video: Sie müssen sich dazu aber nicht in den Bus setzen, sondern versammeln sich heute Vormittag in einem wohl etwas gemütlicheren Ambiente.

von Holger Wilkens