Trotz Unterstützung durch 3.000 Zuschauer: Niederlage gegen N-Lübbecke

27:30 gegen starken Tabellen-Vierten

26.12.2023

Die Spieler der HSG haben alles gegeben, mit neuem Interims-Trainer vieles richtig gemacht, die Arena immer wieder „angezündet" – und doch hatte der Gegner in den entscheidenden Momenten die Nase vorn. Die Weihnachts- sowie Jahresabschluss-Partie des 19. Spieltages gegen den TuS N-Lübbecke ging nach Halbzeitführung (16:15) mit 27:30 verloren. Frank Schumann sagte hinterher, dass er trotz des nicht erwünschten Endstandes „nicht ganz unzufrieden" sei. Kleinigkeiten hätten über Sieg und Niederlage entschieden. Welche er sicherlich gemeint hat, werdet ihr im Folgenden lesen können. Seinen sehr enttäuschten Spielern habe er gesagt, dass sie auf jeden Fall "in den Spiegel schauen" könnten.

Und damit werden wir wieder „live": Ein Blick in die Aufstellungen verrät, dass bei der HSG bis auf Luca de Boer alle Mann an Bord sind. Als Trainer steht erstmals Frank Schumann an der Front, im Fanblock der HSG hängt ein Banner mit der Aufschrift „Danke Kubes". Die Trennung von dem Tschechen war vor drei Tagen vollzogen worden. Unser Gast aus N-Lübbecke bietet „nur" 13 Spieler auf, doch mit genau demselben Kader haben die Ostwestfalen zuletzt gegen Dormagen den vierten Pflichtspielsieg in Folge eingefahren.

Es ist kurz vor halb acht am 2. Weihnachtstag, und unser in seinem Weihnachts-Anzug passend ausstaffierte Hallensprecher Wolle Kösters hat die Arena schon gut in Stimmung gebracht. Hier hat heute jeder Lust auf Handball: Unter den Zuschauern sind natürlich auch Rote Wand und Äppler Crew sowie eine größere Gruppe von rund 80 Fans der Gäste, die sich mit „Nettelstedt, Nettelstedt" ebenfalls lautstark bemerkbar machen. Los geht's:

Buhrmester, Ritterbach, Wasielewski, Marschall, Terwolbeck, Pöhle und Lux beginnen offensiv. Marschall eröffnet direkt: 1:0. Simovic kommt für den Kapitän in der Abwehr. Topscorer Hangstein (Foto) gleicht aus, Marschall antwortet prompt: 2:1. 2:2 – Lux erzielt das 3:2 sehenswert. Wieder Fynn Hangstein – in der letzten Saison Torschützenkönig für Eisenach – aus dem Rückraum: 3:3. Noch keine Sekunde zum Durchatmen.

Jetzt gibt's die ersten Angriffe, die nicht zum Erfolg führen … und N-Lübbecke geht (durch Hangstein) erstmals in Führung. Ritterbach gleicht Sekunden später aus, Hangstein verwandelt einen 7-Meter zum 4:5 (8.). Marschall stellt auf remis, doch diesmal sind es die Gäste, die direkt zurückschlagen: 5:6. Immer wieder macht es auch die HSG schnell: Marschall wirft den erneuten Ausgleich. 6:7 per Strafwurf durch Hangstein, der bereits fünf Treffer erzielt hat (12.). Nach dem ersten Abspielfehler unserer Mannschaft stellt der TuS auf +2 und Frank Schumann bittet zur Auszeit (6:8, 13.).

Personelle Wechsel gibt es noch nicht, auch Buhrmester – zuletzt überragend, heute noch kein Faktor – bleibt auf der Platte. Das 7:8 erzielt Maxi Lux per Strafwurf. Für den letzten Wurf vor dem Zeitspiel kommt Wesseling – und trifft: 7:9. Budalic rückt in den Kasten. Auch Kalafut mischt jetzt mit. Für das 8:9 von Rechtsaußen ist Maxi Lux verantwortlich. Wenn nur Grabenstein nicht wäre: Der TuS-Keeper hält schon seinen fünften Ball. Und Hangstein ist noch nicht zu stoppen: 8:10. Lux markiert den Anschluss: 9:10 (18.).

Chance zum Ausgleich … Grabenstein. Nach Tempogegenstoß wirft Ritterbach das 10:10 und die Halle explodiert. Doch das 10:11 folgt Sekunden später. Pöhle in den Winkel: 11:11. Und dann hält auch Budalic! Chance zur Führung … Grabenstein. Hangstein trifft erstmals nicht ins Tor, sondern nur die Querlatte. Erste Zeitstrafe der Partie – gegen den TuS (23.). Und Lux zieht mit Hangstein gleich: Das 12:11 ist sein sechster Treffer im sechsten Versuch. Kaum geschrieben, ist die Nr. 10 aus Lübbecke wieder erfolgreich. Pöhle antwortet: 13:12. Noch gut fünf Minuten. Trainer Michael Haaß, wie seine Schützlinge in kurzer Hose, drückt den Buzzer: Time-Out.

Den Ausgleich wirft wieder Weßeling mit dem „letzten" Wurf – der Mann war früher lange in Emsdetten. Dann erhält er eine Zeitstrafe. Kalafut im Fallen – spektakulär: 14:13. Erste Hinausstellung für die HSG, es trifft Simovic. Budalic pariert einen „freien" Ball, und die Gäste werden nach Wechselfehler nochmals dezimiert. Die Roten stellen jetzt bestimmt auf +2, oder? Yes! Und sogar per Kempa! Hatten wir das in dieser Saison schon einmal? Firnhaber wirft das 15:13. Gegenseite: Hangstein per 7-Meter zum 15:14. Kalafut kann nur spektakulär: 16:14. Zwanzig Sekunden noch … vierte Zeitstrafe für die in Schwarz spielenden Gäste, doch sie schaffen noch den Anschlusstreffer: 16:15.

Hangstein steht für den Tabellen-5. bei acht Toren, Grabenstein bei sieben Paraden. Doch die HSG – sehr wenige technische Fehler, nur eine Zeitstrafe – liegt in Führung, und die Zuschauer freuen sich zurecht auf die zweite Halbzeit. Feuer frei:

Der 41-jährige Ex-Nordhorner Katsigiannis, dessen Vertrag nicht verlängert wird, steht nun im Tor und hält gleich einen 7-Meter. Das 17:15 durch Firnhaber verhindert er nicht. Sekunden später: Nur noch 17:16. Pöhle steigt hoch und verwandelt in den Winkel: 18:16. Eine Zeitstrafe gegen unsere Nr. 94 folgt. Die Halle steht! Doch statt eines möglichen +3 (in Unterzahl) fällt wieder der Anschluss. Weßeling erzielt nach neuerlicher „Katze"-Parade sogar den Ausgleich, und zwar wieder mit dem letzten Wurf vor dem Zeitspiel. Das Momentum liegt nun bei den Gästen: Die HSG trifft den Pfosten, der TuS geht mit dem dritten Tor nacheinander in Führung: 18:19 (40.).

Firnhaber markiert wieder den Ausgleich. Doch nachdem der den nächsten Ball er über das Tor setzt, ist das 19:20 die direkte Folge. Dann hat die HSG Pech und scheitert doppelt an Torwart und Querlatte. Hangstein bringt Lübbecke mit +2 nach vorn: 19:21. Lux verkürzt – 20:21 – und es ist soo laut! Chance zum Ausgleich … doch Ritterbach trifft den Torwart im Gesicht und muss auf die Strafbank. Das 20:22 der Gäste wird sehenswert herausgespielt. Marschall unnachahmlich: 21:22. 21:23 von Rechtsaußen. Pöhle zum 22:23 – drei Viertel der Partie sind nun vorbei.

22:24 von Linksaußen. Vor der Pause hatten die Gäste auf diesen Positionen quasi gar nicht stattgefunden. Auszeit HSG. Welchen Input hat Frank Schumann noch für sein Team? Marschall hat offensichtlich gut zugehört und trifft mit seinem sechsten Tor zum 23:24. 23:25. 24:25 durch den wuchtigen Firnhaber. 24:26 – der offensiv sehr variable TuS lässt die HSG noch nicht näher herankommen. Kalafut erzielt das 25:26. Auszeit TuS (50.).

Buhrmester – inzwischen wieder im Kasten – pariert. Zeitstrafe für Lübbecke, und Pöhle tritt zum 7-Meter an … der Ball landet am Innenpfosten. Buhrmester hält zwar wieder, doch dem TuS gelingt in Unterzahl per Tempogegenstoß das 25:27 – und die Gäste sichern sich wieder den Ball. Eben noch hätte es unentschieden stehen können, nun heißt es erstmals minus-3: 25:28 (53.). Als Katsigiannis seinen sechsten Ball hält, kann auf der Gegenseite eine Art Vorentscheidung fallen … doch: Der Block steht, Pöhle verkürzt (26:28), dann hält Buhrmi. Der Anschlusstreffer gelingt Marschall jedoch nicht, dafür heißt es drüben 26:29. Vier Minuten noch. Letzte Auszeit.

Wieder über den Kasten … das +4 für den TuS fällt nicht … Marschall wird im Tempogegenstoß gefoult (Zeitstrafe TuS), doch abermals findet der 7-Meter nicht ins Ziel: Lux trifft den Pfosten. Ballgewinn, Ballverlust, eine Minute vor dem Ende ist das Spiel entschieden. Wasielewski, der heute zugunsten von Firnhaber wenig gespielt hat, verkürzt noch einmal. Michael Haaß drückt noch einmal auf den Time-Out-Buzzer, und die Lübbecker Fans feiern schon. Es passt zum für die HSG so bitteren Spiel, dass in der Schlusssekunde auch noch das 27:30 fällt. Die HSG-Fans verabschieden ihr Team, welches nun 20:18 Punkte hat, mit Applaus. Übrigens: 3.017 Zuschauer bedeuten Saisonrekord.

Wie gewohnt, gibt's jetzt noch den Ausblick: Zunächst folgt die Heim-EM mit dem Auftakt der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz am 10. Januar. Das Finale findet am 28.1. statt. Unsere HSG ist mit ihrer Partie des 20. Spieltags wieder am Sonntag, den 11. Februar, gefordert. Dann geht es zum Dessau-Roßlauer HV. Doch natürlich melden wir uns bis dahin auch zwischendurch wieder. Kommt gut ins neue Jahr!