Torfestival in Krefeld: HSG siegt im Pokal mit 40:37

Nordhorn-Lingen dreht Halbzeitr√ľckstand und zieht in die 3. Runde ein

14.09.2023

Zitat aus einem Fan-Chat: „Ich kann mich an kein HSG-Pflichtspiel mit so vielen Toren überhaupt erinnern. Also zumindest seit 2013, wo ich die HSG verfolge." Wir auch nicht –zweifellos wurde den Zuschauern in der Krefelder Glockenspitzhalle am Mittwochabend einiges geboten, mit dem besseren Ende für die HSG Nordhorn-Lingen.

Dass die HSG Krefeld Niederrhein kein „normaler" Drittligist ist, war uns vorher klar gewesen. In den letzten drei Jahren hatte sie immer an die Tür zur 2. Liga geklopft und war auch in diesem Sommer erst knapp in der Aufstiegsrunde gescheitert. Doch womöglich hatten unserer Mannschaft trotzdem 1 oder 2 Prozent gefehlt, die wiederum beim Gegner noch „on top" kamen. Nach dem Spiel sprach unser Kapitän Alex Terwolbeck auch zunächst respektvoll von einem „super Gegner", um dann jedoch auch ehrlich zuzugeben, dass sein Team nicht das auf die Platte gebracht hatte, was es zu leisten imstande ist.

„Wir sind nicht in die Deckung gekommen und haben viel zu viele relativ einfache Tore kassiert", wies Alex auf Schwächen in dem Mannschaftsteil hin, der häufig genug das Paradestück gewesen ist. „Bis zum Schluss haben wir uns das Leben schwer gemacht." Am Ende überwiege diesmal nicht überschwänglicher Jubel, sondern Erleichterung, mit einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit die nächste Pokalrunde erreicht zu haben. Entscheidend dazu beigetragen hat natürlich, dass es in der Offensive umso besser lief!

Hier der sogenannte Spielfilm:

1:0 – 1:3 – 4:4 (8.) – 9:8 (15.) – 11:12 (21.) – 15:13 (26.) – 15:16 (29.) – 18:16 (Halbzeit). In der letzten Spielminute gelangen den Gastgebern tatsächlich innerhalb von gut dreißig Sekunden noch drei Treffer. Unterzahl, Missverständnis, Empty-Net-Goal – da kam einiges zusammen. Doch womöglich war dieser Dämpfer vor dem Pausentee dann auch eine Art „Wachrüttler" für unsere HSG. Denn so ging es weiter: 20:17 – 23:22 (39.) – 23:27 (43.) – 28:33 (51.) – 33:35 (55.) – 35:36 (57.) – 37:40 (Ende).

Gerade in den letzten zehn Minuten war also nochmal einiges los, nachdem unser Team ein halbwegs komfortables +5 zehn Minuten vor dem Ende beinahe noch aus der Hand gab. Zweimal kamen die „Eagles" aus Krefeld in der „Crunch-Time" bis auf einen Treffer heran, doch eine Ausgleichschance gönnten unsere Jungs ihnen nicht mehr. Das vorentscheidende 36:38 erzielte Maximilian Lux zwei Minuten vor Schluss per 7-Meter, sechzig Sekunden später parierte Ivan Budalic einen Strafwurf. Damit war spätestens alles klar.

Apropos: Unsere Keeper kamen heute wieder auf gute 29 (Buhrmester) bzw. 30 % (Budalic). Und vorn? Rechtsaußen Maxi Lux traf 12-mal, darunter alle sechs 7-Meter. Tarek Marschall kam auf außerordentliche 10 von 10, im Tore-Ranking folgten Joscha Ritterbach (5 von 5) sowie Johannes Wasielewski (ebenfalls 5). Unbedingt noch zu erwähnen: Alexander Feld feierte sein rund zehn-minütiges Debüt für Nordhorn-Lingen. Bejubelt von vielen HSG-Fans in der Halle, darunter Familie und Freunde des gebürtigen Krefelders sowie unsere Äppler Crew, war die Nr. 43 erstmals in Aktion für die HSG.

Am Sonntag um 17 Uhr gibt der Dessau-Roßlauer HV seine Visitenkarte in der EmslandArena ab. Zeitgleich mit unserer HSG gewannen die Biber ihr Pokalspiel in Braunschweig mit 32:24. Der Gegner-Check-Vorbericht zum DRHV ist für Samstag geplant. Erstmal sagen wir: Bis schon bald, am liebsten zum Spiel am Sonntag in der Halle!