Samstag, 03.04.2010

Sponsoren helfen HSG aus der Bredouille


Etat-Lücke von gut 170000 Euro durch zusätzliche Leistungen der größten Geldgeber gestopft

Der Abgang von Spielertrainer Maik Machulla soll beim Handball-Zweitligisten durch die Verpflichtung eines Spielmachers und eines Linkshänders kompensiert werden. Das Ziel ist, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren.

Als Markus Lohle und Gerhard Blömers vor ein paar Wochen Kassensturz machten, da dämmerte den Geschäftsführern der HSG Nordhorn-Lingen GmbH längst, dass die Etatlücke, mit der sie den Handball-Zweitligisten vergangenen Sommer in die Saison schicken mussten, nicht mehr zu schließen sein würde. Hatten sie damals gehofft, die fehlenden 20 Prozent am kalkulierten Etat von 1,15 Millionen Euro im Laufe der Zeit durch die Akquise neuer Sponsoren hereinzubekommen, so wussten sie sich nun nicht mehr anders zu helfen, als die bestehenden Geldgeber um Hilfe zu bitten. Mitte März kamen so jene 20 Prozent der HSG-Sponsoren zusammen, „die für 75 Prozent unserer Werbeeinnahmen stehen“, wie Lohle erklärt. Das Werben der beiden Geschäftsführer, dem wirtschaftlichen Träger des Zweitligisten aus der Bredouille zu helfen, hatte Erfolg: Von den gut 170000 Euro, die im Etat fehlten, sei der Großteil gedeckt, weil die Gönner zu zusätzlichen Zahlungen bereit sind. „Wir werden die Kurve in dieser Saison kriegen“, sagt Blömers daher. Und Lohle ergänzt: „Wir werden einen sauberen Übergang zur nächsten Saison hinbekommen.“

Was die neue Spielzeit betrifft, in der die Vereine der Nord- und Süd-Staffel sich für die eingleisige 2. Liga qualifizieren müssen, ist das Geschäftsführer-Duo zuversichtlich, was die wirtschaftliche Perspektive angeht. Vorausgesetzt, die Sponsoren halten wie bisher zur Stange – wovon sie nach dem jetzigen Stand der Gespräche ausgehen – sind Lohle und Blömers sicher, einen Etat in der Größenordnung von 1,15 Millionen Euro realisieren zu können. Schon in dieser Saison hätten die Werbeeinnahmen nach Angaben von Lohle und Blömers gereicht, wenn die neue GmbH nicht noch die Auswirkungen der Insolvenz ihrer Vorgängerin zu spüren bekommen hätte. So sei die neue Gesellschaft gezwungen gewesen, zum Ende der vergangenen Saison einen Teil der Spielergehälter zu übernehmen und dem Insolvenzverwalter Inventar der Geschäftsstelle, den Hallenboden oder das Bandensystem abzukaufen. Das habe alles in allem etwa 150000 Euro ausgemacht – und damit in etwa den Betrag, der nun gefehlt habe.%break%

Eines allerdings macht Blömer deutlich: Eine Aufstockung des Etats, wie ihn der zum designierten Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm wechselnde Spielertrainer Maik Machulla gefordert habe, um die Mannschaft zu verstärken, sei „derzeit überhaupt nicht drin“. Von etwa 200000 Euro ist da die Rede. „Früher hätte man Spieler verpflichtet und dann geschaut, was passiert“, zieht Blömers den Vergleich, der allerdings auch nicht umhin kam, vor dieser Saison ein gewisses Risiko einzugehen: „Und über dieses 20-Prozent-Risiko wären wir fast gestolpert.“

Mit Machulla verliert die HSG nun ihren Kopf, doch der Abgang des Spielmachers setzt im Etat Kapazitäten frei: „Und dieses Geld wollen wir natürlich investieren“, sagt Blömers. Nach seinen Vorstellungen sollen Trainer Heiner Bültmann und Berater Bernd Rigterink dafür nicht nur einen neuen Mittelmann anheuern, sondern auch einen Linkshänder für den rechten Rückraum. Die auslaufenden Verträge von Björn Buhrmester, Toon Leenders und Michael Jahns sollen verlängert werden; die Gespräche laufen, hieß es. Denn daran lassen Blömers und Lohle keinen Zweifel: „Unser Ziel bleibt die eingleisige Zweite Liga.“

 

von Frank Hartlef