Freitag, 30.04.2010

Dessauer Mittelmaß - damals wie heute


Nordhorner Gegner erst mit einem Auswärtssieg – Rudow in starker Form

Zwei Wochen vor dem Gastspiel des Dessau-Roßlauer HV bei der HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag (17 Uhr) feierte der ostdeutsche Handball-Zweitligist eine Premiere: Beim TSV Altenholz konnte die Truppe von Trainer Peter Pysall ihren ersten Auswärtssieg der Saison einfahren.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit (16:16) setzten sich die Dessauer mit 31:28 durch. Trotzdem bleiben sie das drittschwächste Team der Liga in der Fremde. Den letzten Auswärtssieg hatte es zuvor am 9. Mai 2009 beim HSV Hannover gegeben (34:24).

Auch die bisherigen Reisen in die Grafschaft waren (abgesehen von einem Pokalsieg gegen die HSG-Reserve im Jahr 2008) kaum von Erfolg gekrönt. Fünf von sechs Gastspielen gingen verloren, lediglich in der Saison 1995/96 sprang ein 21:21-Remis heraus. Auch damals gehörten die Dessauer zum Mittelmaß der Liga, schlossen jene Spielzeit auf dem neunten Rang ab.

Mittelmaß ist auch in der aktuellen Runde beim Tabellenelften angesagt. Die Torquote von 27,9 Treffern pro Partie reicht zu Rang zehn. Trotz der schwachen Auswärtsbilanz ließ die Abwehr in der Fremde nur 29,3 Gegentore im Schnitt zu – Rang 9. Das Problem auf fremdem Terrain ist die Angriffsleistung: Die Torquote von 26,7 ist der viertschwächste Wert aller 17 Teams. Nur in der Sünderstatistik erreicht die Pysall-Truppe Spitzenwerte. 10,5 Strafminuten pro Spiel bedeuten in diesem Ranking den zweiten Platz hinter Edewecht (10,86).

Im Hinspiel war das nicht zu erkennen. Damals kassierte die HSG zwölf Strafminuten, Dessau nur acht. Robert Lux war mit neun Toren bester Werfer. Aktuell ist Matthias Rudow in überragender Form: Neun Treffer gegen Altenholz und acht Tore gegen Hannover machten ihn zum zweitbesten Werfer seines Klubs.