Freitag, 07.05.2010

Dienstreise mit ganz besonderen Gedanken


HSG Nordhorn-Lingen spielt beim SC Magdeburg II – Ziel ist die Revanche für das Hinspiel

Es war die wohl größte Enttäuschung der Hinrunde in der 2. Liga: Die Handballer der HSG Nordhorn-Lingen verloren als damaliger Tabellendritter das Heimspiel gegen den SC Magdeburg II mit 30:31.

An die Partie, die Sebastian Munzert vier Sekunden vor Spielende zu Gunsten der SCM-Reserve entschied, denken sich die Nordhorner sicher gar nicht gerne zurück – heute aber wird Trainer Heiner Bültmann das Geschehen vom 6. Dezember im Euregium noch einmal ganz bewusst in Erinnerung rufen. Denn viel mehr braucht es wohl nicht als Motivationshilfe vor dem Gastspiel der HSG in Magdeburg (Anwurf um 19.30 Uhr). „Klar wollen bei uns alle die Revanche“, sagt Bültmann.

Auch wenn die Magdeburger neben dem Sieg in Nordhorn nur sieben weitere Spiele gewonnen haben und in 29 Punktspielen gleich 15 Mal als Verlierer vom Platz gingen, warnt Bültmann vor einer schweren Aufgabe, die es in der H.-Gieseler-Sporthalle zu bewältigen gilt – zumal die Vorstellungen der Magdeburger zuletzt durchaus gut waren (siehe Gegner-Statistik auf dieser Seite). „Für uns gibt es in unserer Situation keine einfachen Spiele“, sagt der HSG-Trainer, dessen Team seit Wochen schon ohne Kapitän und Torgarant Nicky Verjans auskommen muss. Bislang hat es dieses Handicap trotz dünnen Kaders eindrucksvoll gemeistert: „Wir haben ohne Nicky zuletzt 7:1 Punkte eingefahren“, sagt Bültmann, „das war nicht zu erwarten, aber auch schwere Arbeit.“

Heute Abend in Magdeburg ist zumindest Stephan Wilmsen wieder dabei, der sich fast anderthalb Wochen mit einem Infekt plagte und beim letzten Sieg gegen Dessau (31:30) krank auf der Ersatzbank Platz nahm. In den HSG-Bus steigt neben den jungen Spielern Eike Rigterink und Alex Terwolbeck, die regelmäßig auch bei Auswärtsspielen dabei sind, auch Hannes Hombrink. „Der Nachwuchs wird wieder seine Einsatzzeiten kriegen“, kündigt Bültmann an.

Ein junges Team stellt auch der SC Magdeburg – auch wenn Bültmann noch gar nicht genau weiß, auf welche Gegner er seine Spieler einzustellen hat. „Die Frage ist: Wer läuft beim SCM auf? Die Bundesliga-Truppe spielt schon einen Tag eher, viele junge Spieler haben ein Doppelspielrecht.“ Ein Auge sollte die HSG auf Kreisläufer Munzert werfen: Der warf zwar erst 38 Tore in 28 Spielen, traf im Euregium aber gleich sieben Mal – so viele wie nie zuvor und danach wieder.

von Holger Wilkens