Dienstag, 14.09.2010

Sieben sichere Siebenmeter


Bobby Schagen verwandelt Strafwürfe nach Belieben

Zwei Minuten und 37 Sekunden waren gespielt am Sonntag im Duell der HSG Nordhorn-Lingen gegen GWD Minden, als Pavel Mickal den Ball von der Strafwurf-Linie an die Latte hämmerte. Und prompt war sie da: die Gefahr, dass die Nordhorner Zweitliga-Handballer an die magere Siebenmeter-Bilanz des Spiels in Hildesheim anknüpften. „Man kommt schnell in einen negativen Lauf“, weiß Trainer Heiner Bültmann. Doch schon 20 Sekunden später durfte die HSG wieder an die Linie. Bobby Schagen nahm sich den Ball, düpierte den schwedischen National-Torwart Anders Persson und traf zum 1:0.

Bis Schlusspfiff gab’s noch sechs Siebenmeter mehr für die HSG, und egal wer sich ins Mindener Tor stellte: Schagen versenkte den Ball sicher. Mit diesen sieben Treffern und einem weiteren Tor von außen trug der 20-Jährige maßgeblich zum 29:29-Unentschieden gegen den Bundesliga-Absteiger bei. Aber es gab weitere Gründe dafür, warum Heiner Bültmann trotz der ersten Enttäuschung über den Mindener Ausgleich kurz vor Schluss mit der Leistung seines Teams zufrieden sein konnte: Der Rückraum zum Beispiel nutzte ebenso geschickt wie konsequent die großen Lücken in der Mindener Abwehr. Die starken Nils Meyer (7) und Matthias Struck (5) waren neben Schagen die besten Nordhorner Werfer. Und HSG-Spielmacher Stephan Wilmsen stand dem prominenten GWD-Regisseur Dalibor Doder im Euregium am Sonntag in nichts nach.

Seinen Anteil am Punktgewinn schrieb Bültmann auch der Kulisse im Euregium zu. „Wie die Zuschauer uns Mitte der zweiten Halbzeit mit stehendem Applaus gepuscht haben, war super“, sagte er. Die Stimmung war gut, die Zuschauerzahl weniger. Warum das Topspiel gegen die hochkarätig besetzten Mindener sogar weniger Interessierte (1170) verfolgen wollten als das Saisondebüt gegen Altenholz (1280), konnte bei der HSG keiner erklären. „Die beiden Mannschaften hätten viel mehr Zuschauer verdient gehabt“, meinte Bültmann.

von Holger Wilkens