Samstag, 18.09.2010

Nicht so brav auf dem Weg zurück


HSG Nordhorn-Lingen will morgen Magdeburger Konter unterbinden

Das Spiel des Handball-Zweitligisten SC Magdeburg II lebt vom schnellen Handball in den ersten beiden Angriffswellen. Bei ihrem Rückzugsverhalten sahen die HSG-Handballer, die morgen (16.30 Uhr) in Magdeburg spielen, zuletzt phasenweise nicht gut aus.

Vor allem in der ersten Halbzeit der Partie gegen GWD Minden war Heiner Bültmann überhaupt nicht damit zufrieden, wie seine Handballer sich bei den Mindener Gegenstößen verhalten hatten. Zehn Tore aus der zweiten Welle zählte der Trainer des Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen beim Videostudium des Spiels, zwei freie Bälle entschärfte zudem der starke Torwart Björn Buhrmester. „Wir waren oft einen Tick zu brav, hätten den Gegner eher festmachen müssen“, meinte Bültmann. In dieser Woche hat er sich im Training auf das Rückzugsverhalten konzentriert, denn auch der morgige Gegner spielt gerne den schnellen Handball. Das Gastspiel der Nordhorner beim SC Magdeburg II beginnt um 16.30 Uhr.

Die Reise in den Osten geht der HSG-Tross dennoch mit großem Selbstbewusstsein an, das sich die Truppe um Kapitän Stephan Wilmsen in dem Minden-Heimspiel geholt hat. „Wir haben immerhin viel Gutes gezeigt“, betont der Trainer, „57 Minuten waren stark – und das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht selbstverständlich.“ Schon fast traditionell ist die SCM-Reserve schlecht gestartet, steht mit null Punkten ganz unten in der Tabelle. Aber Trainer Bültmann warnt: „Sie sind besser, als es die letzten Ergebnisse vermuten lassen.“ Zumal beim Gegner morgen wieder Handballer auflaufen könnten, die auch zum Kader der Bundesliga-Mannschaft zählen und schon einige Male gefehlt haben. „Ich könnte mir vorstellen, dass zum Beispiel Steffen Coßbau gegen uns dabei sein wird“, sagt Bültmann.%break%

Ob mit oder ohne Verstärkungen aus der Ersten: Gegen Nordhorn sah die Magdeburger Reserve letzte Saison gut aus. „Sie haben gegen uns die beiden besten Leistungen gezeigt“, zitiert Bültmann seinen Magdeburger Trainerkollegen Christian Prokop. Die starke Magdeburger Vorstellung und auch die gute Stimmung in der H.-Gieseler-Halle beim 33:27-Sieg im Mai hatte nach Einschätzung von Bültmann aber auch einen besonderen Grund: „Damals standen mit Machulla und Jahns zwei langjährige SCM-Spieler bei uns im Kader. Das hat sicher für eine Portion ,Extra-Motivation’ gesorgt.“ Und Beide sind nicht mehr dabei.

HSG-Trainer Bültmann kann heute aus dem Vollen schöpfen. Kreisläufer Einar Ingi Hrafnsson, der am Donnerstag seinen 26. Geburtstag gefeiert hat, war Anfang der Woche mit dem Fuß umgeknickt, konnte aber schon Donnerstag wieder trainieren – und gleich eine Kiste für die Kollegen schmeißen.

von Holger Wilkens