Montag, 11.10.2010

Rote Karte für Meyer der Knackpunkt


22:27-Niederlage in Dessau – HSG geht auch im dritten Auswärtsspiel leer aus

Ab der 35. Minute mussten die Nordhorner ohne Nils Meyer auskommen. Trainer Heiner Bültmann empfand die Hinausstellung des Rückraumspielers als zu hart.

Auch im dritten Spiel in fremder Halle in dieser Handballsaison ging die HSG Nordhorn-Lingen leer aus. Doch die Frage, ob der Grafschafter Zweitligist unter einem Auswärtskomplex leide, beantwortete Trainer Heiner Bültmann nach dem 22:27 (12:15) gestern Abend beim Dessau-Roßlauer HV ganz entschieden: „Nein!“

Auch wenn am Ende eine Fünf-Tore-Niederlage stand, so attestierte Bültmann seinem Team eine gute Moral und Einstellung: „Wir haben bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt“, sagte der Trainer, dessen Team durch die dritte Auswärtsniederlage auf Platz neun abrutschte, während die Dessauer auf Platz sieben Kontakt zur Spitzengruppe halten – zur Freude der 1285 Zuschauer in der Anhalt-Arena. „Die Zuschauer haben viel Druck gemacht“, berichtete Bültmann von einem hektischen Spiel.%break%

Für den HSG-Trainer hatte die Partie, in der die Gastgeber nach einem 2:0-Start über 60 Minuten stets in Führung lagen, einen Knackpunkt: die Rote Karte gegen Nils Meyer nach 35 Minuten. „Das war überzogen“, kommentierte Bültmann die Entscheidung der Schiedsrichter, die den Nordhorner Rückraumspieler disqualifizierten, weil sie der Meinung waren, Meyer habe Matthias Rudow bei einer Durchbruchsituation in den Arm gegriffen. Bültmann sah die Aktion, in die auch Stephan Wilmsen noch verwickelt war, anders, räumte aber ein: „Das sah spektakulär aus.“ Spielmacher Wilmsen wechselte von der Mitte auf die linke Rückraumseite und Alex Terwolbeck schlüpfte in die Spielmacherrolle. Doch der Ausfall Meyers konnte auch deshalb nicht kompensiert werden, weil Matthias Struck halbrechts nicht seinen besten Tag hatte. Und insgesamt nur sieben Tore der vier Rückraumspieler waren einfach eine zu geringe Ausbeute. Nach dem Platzverweis für Meyer stellten die Dessauer in der Defensive um, gingen von der offensiven 3:2:1-Formation zurück auf die 6:0-Variante und standen flach am Kreis. „Da hatten wir es schwer, eine Wurfposition zu finden“, sagte Bültmann.

Die Chancenverwertung war aber generell mal wieder ein Manko der Nordhorner. „Wir haben zu viele freie Bälle verworfen“, monierte der Trainer. Bei den Dessauern avancierte Torhüter Andreas Sprecher so zu einem der besten Spieler, gemeinsam mit den drei sechsfachen Torschützen Matthias Rudow, Robert Lux und Norman Flödl. So ließ die HSG bei 21:19 (45.) mehrfach die Gelegenheit aus, auf ein Tor zu verkürzen – und das, wo Torhüter Björn Buhrmester bei diesem Spielstand zwei Siebenmeter abwehrte. „Wenn man hier gewinnen will, muss schon alles passen“, sagte Bültmann, der sein Team für die gute Abwehrarbeit lobte.