Donnerstag, 04.11.2010

Schagens Fuß heilt schneller als erwartet


HSG-Trainer Bültmann kann auf einen Einsatz seines Rechtsaußen morgen gegen Essen hoffen

Als Bobby Schagen am Mittwoch in der abendlichen Trainingseinheit der HSG Nordhorn-Lingen die ersten Bälle aus der leichten Bewegung heraus warf, da war sich sein Trainer Heiner Bültmann sicher: Es könnte für den niederländischen Handball-Nationalspieler doch noch für einen Einsatz im Zweitliga-Spiel am morgigen Freitag (19.30 Uhr) gegen TuSEM Essen reichen. „Es sieht ganz gut aus“, sagte Bültmann gestern, „ich gehe eigentlich davon aus, dass Bobby spielen kann.“

Der 20 Jahre alte Rechtsaußen war am vergangenen Freitag erst beim Training der niederländischen Nationalmannschaft mit dem Fuß umgeknickt und musste das zweite EM-Qualifikationsspiel von „Oranje“ am Sonnabend gegen Tschechien absagen. Die Diagnose: eine Dehnung oder gar ein Anriss der Außenbänder im rechten Sprunggelenk. Die Behandlung des verletzten Gelenks ist – ob gedehnt oder angerissen – die gleiche.

HSG-Physiotherapeutin Maja Loebnitz begann bereits in den Niederlanden mit der Rehabilitation – offenbar mit Erfolg. Am Dienstagmorgen noch hielt sich Schagen mit Aqua-Jogging fit, während die Mannschaft trainierte, am Abend aber stieß er wieder zu seinen Kollegen. Am Rande der Handball-Übungseinheit im Euregium lief er mit dem Ball und warf einige Pässe. „Sein Fuß war getapt, aber es ging ganz gut“, sagte Bültmann, „die Heilung verläuft schneller als erwartet.“%break%

Sollte der Nordhorner Zweitligist morgen im Spiel gegen den Traditionsklub aus Essen allerdings nicht auf den schnellen und trickreichen Niederländer zurückgreifen können, wird Hannes Hombrink den rechten Flügel besetzen. „Ich weiß, dass ich mich auf ihn in der Abwehr voll verlassen kann. Und Hannes ist ein guter Gegenstoßspieler“, lobt Bültmann das HSG-Eigengewächs, das am nächsten Mittwoch 19 Jahre alt wird. Und: „Ich erwarte, dass die jungen Spieler Gas geben, wenn sie gefordert werden.“ Wie zuletzt beim Coup in Bad Schwartau, als Florian Lammering auf Linksaußen den glücklosen Pavel Mickal ersetzte und gleich einmal bei vier Versuchen drei Tore zum 28:26-Sieg beisteuerte.

Das Spiel beim bisherigen Tabellenführer war einer der bislang ganz wenigen schwächeren Leistungen Mickals in dieser Spielzeit. „Er liefert die beste Saison bei der HSG ab und übernimmt unheimlich viel Verantwortung“, lobt der Trainer den Tschechen, der am Wochenende wohl nur deshalb nicht für sein Heimatland nominiert wurde, weil er zuletzt im Juni ein Trainingslager verletzungsbedingt absagen musste. Klar war der 26-Jährige enttäuscht, als auch keine Nachnominierung für das Spiel in den Niederlanden ins Haus flatterte. Ein Heimsieg gegen den TuSEM käme da gerade recht, um die Laune zu verbessern.

von Holger Wilkens