Foto: Melanie Bültmann
Dienstag, 21.11.2017

Die HSG Nordhorn-Lingen siegt im Spitzenspiel 24:22 (12:11) gegen die HBW Balingen/Weilstetten

Rückkehr zu alten Stärken bringt den Erfolg gegen den Favoriten vor heimischer Kulisse


Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel in der mit 2586 Zuschauern erneut gut gefüllten EmslandArena in Lingen keine Grenzen, denn die HSG Nordhorn-Lingen hatte den hohen Favoriten und designierten Aufstiegskandidaten HBW Balingen/Weilstetten in einem engen Spiel am Ende verdient besiegt und bleibt zu Hause weiter ungeschlagen.An diesem Abend in der EmslandArena hatte sich die HSG Nordhorn-Lingen viel vorgenommen, denn in den letzten Spielen war man mit der eigenen Leistung nicht zufrieden gewesen. Luca de Boer hatte sich am Spieltag krankgemeldet und stand nur für Kurzeinsätze zur Verfügung. Entsprechend motiviert und hellwach ging man in die Partie gegen den Erstligaabsteiger aus Baden-Württemberg. Dennoch war dem Team eine gewisse Nervosität in den ersten 10 Minuten nicht abzusprechen. Aber HSG-Keeper Björn Buhrmester zeigte sich von Minute eins an unbeeindruckt und sollte im Laufe des Spiels auf eine sensationelle 48% Quote kommen. Mit diesem Rückhalt und einem starken Jens Wiese im Rückraum, war es bis zur 9. Minute und dem 4:4 ein ausgeglichener Start in die Partie. Danach blitzte kurz die Qualität der Gäste auf. Ein Doppelschlag von Gregor Thomann und ein Tor von Nationalspieler Martin Strobel brachte dem HBW eine 4:7 Führung ein. Zeit für HSG Coach Heiner Bültmann in einer Auszeit sein Team erneut auf den Gegner einzustellen und mit Lutz Heiny und Phillip Vorlicek wieder für mehr Druck im Rückraum zu sorgen. Die Mannschaft um Kapitän Alex Terwolbeck holte in den folgenden Minuten nicht nur den Rückstand bis zum 8:8 (19. Min.) auf, sondern auch das Publikum in der EmslandArena ab. Wie eine Wand stand dieses fortan hinter ihrem Team und trieb es nach vorn. Die letzte Führung für den HBW gab es beim 8:9 in der 20. Minute, danach übernahm die HSG das Kommando und ging durch das 10:9 von Jens Wiese in der 22. Minute in Führung. Der Rückraumshooter musste allerdings auf die Bank, denn eine Oberschenkelverhärtung verhinderte den weiteren Einsatz. Jetzt war es der Trainer des HBW, Jens Bürkle, der sein Team zur Auszeit rief. In der HSG-Abwehr hatte inzwischen der 39-jährige HSG BackUp-Spieler Stephan Wilmsen die Mittelposition eingenommen und lieferte eine sensationelle Partie im Abwehrzentrum ab.  Die HSG Nordhorn-Lingen zeigte sich weiter unbeeindruckt und konnte mit einer 12:11 Halbzeitführung in die Pause gehen.
Bezeichnender Weise war es nach dem Seitenwechsel Torhüter Björn Buhrmester, der mit einem Empty-Net-Goal auf 2 Tore Abstand erhöhte (13:11). Als dann noch Pavel Michal (6/4 Tore), an diesem Tag auch sicherer 7m-Schütze, den Vorsprung zu ersten Mal mit dem 14:11 auf 3 Tore schraubte waren gerade einmal zwei Minuten in Hälfte 2 vorüber. In Überzahl gelang es dann den Gästen auf 14:13 zu verkürzen. Die HSG ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen. Die Abwehr leistete weiterhin Schwerstarbeit und im Angriff behielt man die Konzentration und Geduld bis zur aussichtsreichen Chance zu warten. Das konnten die „Gallier von der Alb“ wie der HBW sich selber nennt, zum Teil nur durch Foulspiel und 7m für die HSG verhindern. Dreimal nacheinander war Pavel Michal vom Punkt erfolgreich und von der Anzeigetafel leuchtete ein 18:14 in der 41.Minute. Mit diesem Abstand und dem 22:18 in der 53. Minute ging es dann auch in die spannende Schlussphase. Noch einmal warf der HBW Balingen-Weilstetten rund um Nationalspieler Martin Strobel und Matthias Flohr alles in die Waagschale und konnte begünstigt durch eine 2-Minuten-Strafe der HSG mit einem Dreierpack auf 22:21 verkürzen. Mit „Standing Ovation“ der Zuschauer durch die letzten Minuten getragen, behielt die HSG Nordhorn-Lingen die Nerven und die Übersicht. Mit einem Hammer unter die Latte machte Lutz Heiny in der letzten Sekunde und dem Tor zum 24:22 Endstand endgültig den Deckel drauf und danach entlud sich die gesamte Anspannung in einem Jubelsturm der gesamten Mannschaft auf das Spielfeld. Ein Sieg der HSG Nordhorn-Lingen gegen den Favoriten, mit dem das Team selber die richtige Antwort auf Fragen nach den letzten Spielen gegeben hat.
Die HSG springt in der Tabelle mit 19:9 Punkten auf Platz 5 und verkürzt den Abstand zum Zweiten aus Bietigheim auf 2 Punkte. Dazwischen liegen noch HBW Balingen/Weilstetten und der VfL Lübeck-Schwartau mit jeweils 20:8 Punkten.

24:22
2. Handball-Bundesliga   |   14.Spieltag
Kaleun (n.e.), Buhrmester (15/1 Paraden, 1 Tor); Verjans, Wilmsen, Heiny (3), Leenders (2), Mickal (6/4), Miedema (1), Fraatz (2), Terwolbeck, de Boer, Vorlicek (4), Wiese (4), Smit (n.e.), Seidel (1)