Foto: ThSV Eisenach
Dienstag, 05.09.2017

Beeindruckend starker Auswärtsauftritt der HSG beim 25:28 (11:16) Erfolg gegen den ThSV Eisenach

Luca de Boer und Patrick Miedema Garanten für einen „coolen“ Sieg in der Werner-Aßmann-Halle.


Nach dem Schlusspfiff waren es die Handvoll Nordhorner Fans, die den gerade eingefahrenen Sieg ihres Teams mit einer Auswärts-Humba feiern konnten, während die Eisenacher Spieler schon längst enttäuscht in den Katakomben der Werner-Aßmann-Halle verschwunden waren.

Von der fantastischen Stimmung in der Eisenacher Sportstätte, die schon so manchem Team mächtig zu schaffen gemacht hatte und einen Teil der sonst so bekannten Heimstärke des ThSV Eisenach ausmacht, schien die HSG Nordhorn-Lingen an diesem Samstagabend eher angespornt als verunsichert zu sein. Bemerkenswert konzentriert und fokussiert waren sie von der ersten Minute an präsent, auch wenn der ThSV die erste Führung des Spiels erzielen konnte. Das gelang jedoch nur noch einmal im Verlauf der 60 Minuten beim 2:1 in der 2. Minute, danach übernahm die HSG Nordhorn-Lingen mehr und mehr das Kommando. Aus einer starken Abwehr heraus, in der Luca de Boer (5 Tore) im Mittelblock für Stabilität und Sicherheit sorgte, baute das 2-Städte-Team seine Angriffe konzentriert und geduldig auf. Auch im Angriff war es der Kreisläufer der HSG der in der körperlich starken, aber unbeweglich wirkenden Abwehr der Gastgeber, immer wieder die Lücken fand und zum Torerfolg kam oder Platz für den eigenen Rückraum schaffen konnte. So konnte die HSG Nordhorn-Lingen den Vorsprung bis zur 19. Min. auf 7:11 auszubauen. Der Coach der Thüringer, Christoph Jauernik, reagierte mit einer Auszeit um sein Team neu einzustellen. Doch diese Auszeit zeigte wenig Wirkung, denn die HSG Nordhorn-Lingen setzte nach und zog in nur 3 Minuten auf 6 Tore davon (8:14, 22. Min.). Die nächste Auszeit der Eisenacher war fällig und obwohl die Ansprache lautstärker wurde, änderte sich nicht viel. Der statisch wirkende Angriff des ThSV mit dem Haupttorschützen Matthias Gerlich (11/1 Tore) konnte die bewegliche Abwehr der Grafschaft-Emsländer Spielgemeinschaft nicht großartig beeindrucken.  So ging es mit einer 11:16 Führung in die Halbzeit.

25:28
2. Handball-Bundesliga   |   2.Spieltag
Kaleun, Buhrmester (10 P.), Verjans (2), Heiny, Leenders, Mickal, Miedema (7), Fraatz (3), Terwolbeck (2), de Boer (5), Vorlicek (4), Wiese, Smit, Seidel (5/2)

In den ersten Minuten der 2. Hälfte versuchte der ThSV Eisenach mit dem Publikum im Rücken mit erheblich mehr Einsatz und Tempo dem Spiel doch noch die Wende zu geben. Die HSG Nordhorn-Lingen war allerdings durch Trainer Heiner Bültmann auf den Ansturm vorbereitet worden. Den Eisenachern gelang zwar in kurzer Zeit die Verkürzung auf 14:16 (34. Min.) und ließ ganz kurz Hoffnung aufkeimen, doch die HSG Nordhorn-Lingen reagierte „cool“, wie es der HSG Coach nach dem Spiel nannte, und beantwortete den ThSV Ansturm mit der erneuten 5-Tore Führung in der 37. Minute (14:19). Es wurde hörbar ruhiger in der Werner-Aßmann-Halle, so dass sich sogar die wenigen HSG Fans Gehör verschaffen konnten, und das gelingt sicher nicht so oft in der Eisenacher Heimarena im Laufe einer Saison. Der Rest der ersten Hälfte wurde dann zu einem Duell zwischen dem Eisenacher Matthias Gerlich und Patrick Miedema (7 Tore), der fast jedes 1 gegen 1 auf der linken Angriffsseite gewann und sich als einer besten im roten Trikot auszeichnen konnte. Der beste Eisenacher Torschütze erzielte zwar 10 Feldtore, benötigte hierfür allerdings auch mehr als doppelt so viele Versuche, weil der Rest im guten Block oder in den Fängen des HSG Torhüters Björn Buhrmester landete, der zudem noch vier 7m entschärfen konnte. Beim 22:27 war das Spiel in der 55. Minute schon lange entschieden. An diesem Tag gab es für das Heimteam absolut gar nichts zu gewinnen, die 2 Tore zum 25:28 Endstand waren lediglich Ergebniskorrektur.

Ein in allen Belangen verdienter, souveräner Sieg der HSG Nordhorn-Lingen bei dem als so heimstark bekannten ThSV Eisenach konnte nach dem Schlusspfiff mit den Fans gefeiert werden und gibt sicherlich eine Menge Rückenwind für die nächsten Spiele.