Foto: Melanie Bültmann
Mittwoch, 23.08.2017

Fuchsjagd am Sonntag endet unglücklich mit einer 31:34 (11:10; 27:27; 28:30) Niederlage nach Verlängerung.

Souveräner Aufgalopp am Samstag mit einem 30:15 (13:5) Sieg gegen den HC Empor Rostock.


Am Samstag erledigte die HSG Nordhorn-Lingen in der Auftaktpartie des DHB Pokalwochenendes in Springe die Pflichtaufgabe gegen den letztjährigen Zweitligaabsteiger HC Empor Rostock in souveräner Manier. Allerdings muss man hinzufügen, dass die Rostocker arg gebeutelt durch großes Verletzungspech in der Vorbereitung ohne 6 Stammspieler antreten musste. Mit einem durch A-Jugendspieler aufgefüllten Kader zogen sie sich noch einigermaßen gut aus der Affäre. In der Lage die HSG Nordhorn-Lingen zu gefährden waren sie jedoch in keiner Phase des Spiels. So konnte die HSG Nordhorn-Lingen nach der klaren 13:5 Halbzeitführung den Sieg ungefährdet mit 30:15 nach Hause bringen.

HSG Nordhorn-Lingen
Kaleun (8/2 Paraden, ab 30.), Buhrmester (5/1 Paraden, bis 30.); Verjans (3), Heiny (2), Leenders (3), Mickal (4), Miedema (2), Fraatz (2), Terwolbeck (2), de Boer, Vorlicek (3), Wiese, Smit (2), Seidel (7/4), van Lengerich

Das 2. Halbfinale am Samstag gewannen die Füchse aus Berlin ähnlich deutlich gegen den Gastgeber HF Springe mit 29:16.

So kam es am Sonntagnachmittag in der gut gefüllten Springer Sporthalle zum Finale zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und den Füchsen aus Berlin. Der Trainer des zweimaligen Super-Globe-Siegers (2015/2016 – Weltmeister der Vereinsmannschaften) Velimir Petković versuchte es zunächst mit der Aufstellung vom Samstag und wollte Petar Nenadić und Fabian Wiede schonen. HSG Coach Heiner Bültmann setzte in seiner Anfangsformation auf die Erfahrung von Nicky Verjans, Patrick Miedema und Lasse Seidel und in der Abwehr sollte der Innenblock Toon Leenders und Luca de Boer den Hauptstädtern Paroli bieten.

Gleich nach dem Anpfiff war auf Seiten der HSG Nordhorn-Lingen nichts von Respekt vor dem großen Gegner und letztjährigen 4. der ersten Liga zu spüren. Im Gegenteil, denn die HSG kam wesentlich besser ins Spiel und setzte von Anfang an die spielerischen Ausrufezeichen. Von einem glänzend aufgelegten Kapitän Alex Terwolbeck konnte der Angriff die ersten Nadelstiche setzen, die 1:0 Führung erzielen und nach 10 Minuten lag das 2- Städte-Team mit 4:2 in Front. Zwei schnelle Gegentore der Berliner brachten das 4:4, aber die HSG Nordhorn-Lingen konterte direkt und mit Toren von Nicky Verjans (5 Tore) und Lasse Seidel (6/2) war die 2-Tore Führung wiederhergestellt. Zu diesem Zeitpunkt hätte die HSG auch durchaus mit 5 oder 6 Toren führen können, wenn nicht Silvio Heinevetter (16P; 34.04%) im Tor der Füchse mit einigen weltmeisterlichen Paraden gegen freie Würfe der HSG sein Team einen höheren Rückstand erspart hätte. Allerdings sollte ihm sein Gegenüber Björn Buhrmester im HSG-Tor (18/1 P; 34.62%) in nichts nachstehen. Spätestens jetzt hatte Velimir Petković erkannt, dass die HSG Nordhorn-Lingen an diesem Tag nicht gewillt war, das Spiel aus der Hand zu geben. Er nahm eine frühe Auszeit und brachte nun auch Petar Nenadić, Hans Lindberg und Erik Schmidt ins Spiel. Doch auch dadurch ließ sich die HSG Nordhorn-Lingen nicht großartig beeindrucken. Die Abwehr zeigte sich weiterhin sehr gut eingestellt auf die Angreifer der Füchse und im Angriff waren es nun Philipp Vorlicek (4) und Lutz Heiny (3) im Rückraum, die den Druck auf die Füchse-Abwehr hochhielten. Auch die spielerischen Glanzpunkte setzte die HSG, unter anderem mit einem wunderschönen Kempa-Tor durch Yannick Fraatz von Rechtsaußen. So wurden mit einer 11:10 Halbzeitführung für die HSG Nordhorn-Lingen die Seiten gewechselt.

Wer nun nach dem Wiederanpfiff erwartet hatte, dass die Berliner ein Feuerwerk abbrennen oder die Nordhorn-Lingener einbrechen würden, sah sich getäuscht. Weiterhin aus einer äußerst konzentrierten Abwehr heraus agierend, fanden die Spieler von Trainer Heiner Bültmann immer wieder die spielerischen Möglichkeiten die Lücken in der Füchse-Abwehr zu nutzen. Mehr wie einen Ausgleich der Hauptstädter ließ die HSG nicht zu. 18:18 stand es in der 44. Minute. Es folgte die wohl stärkste Phase im Spiel des 2-Städte-Teams. Über ein 20:18 konnte die HSG Nordhorn-Lingen binnen kurzer Zeit auf ein 23:19 (49. Min.) erhöhen. Auch in der 52. Minute war es noch eine 3-Tore Führung (24:21) und eine Sensation lag nicht nur in der Luft, sondern war greifbar nah. Wie ernst es um die Füchse Berlin stand, zeigt auch die Maßnahme von Velimir Petković nun auch Nationalspieler Fabian Wiede, der bis hierhin geschont wurde, aufs Feld zu bringen und in eine 5:1 Deckung überzugehen. Und es war auch Wiede der einen 3:0 Lauf zum neuerlichen Ausgleich einleitete (24:24; 55 Min.). Doch erneut hatte die HSG Nordhorn-Lingen eine Antwort parat und ging in der dramatischen Schlussphase der regulären Spielzeit erneut in Front. Zweimal war es Yannick Fraatz (3 Tore) und es stand 27:26 in der 59 Minute. 18 Sekunden vor Ende der 60 Minuten, nahm Velimir Petković seine letzte Auszeit um sein Team in die Verlängerung zu bringen. 5 Sekunden fehlen am Ende der HSG Nordhorn-Lingen zur großen Sensation, denn es war der beste Torschütze der Berliner, Marko Kopljar (10 Tore), der den Ball zum 27:27 im Tor unterbrachte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Füchse nicht ein einziges Mal im Spiel in Führung gelegen und es hätte sich niemand wundern brauchen, wenn das spielerisch bessere Team aus Nordhorn-Lingen als Sieger vom Platz gegangen wäre.

Ihre erste Führung erzielten die Füchse dann in der Verlängerung zum 27:28 (61. Min.) Noch einmal konnte die HSG Nordhorn-Lingen durch Nicky Verjans ausgleichen, doch mit 2 Toren in Folge steht es 28:30 zum letzten Wechsel im Spiel. Noch einmal mobilisiert die HSG alle Kräfte und ist auch beim 29:31 in der 67. Minute noch in Schlagdistanz. Erst in dieser absoluten Schlussphase des Spiels ist es die individuelle Klasse eines Petar Nenadić und Marko Kopljar, die das Spiel entscheiden. 31:34 heißt es nach einer mitreißenden Partie für die Berliner Füchse, die tief durchatmen, diese Runde überstanden zu haben.

Die HSG Nordhorn-Lingen konnte sich von ihren mitgereisten zahlreichen Fans, die ihr Team schon während des Spiels immer wieder nach vorn getrieben haben, lange für eine ganz starke Leistung feiern lassen. Über 60 Minuten des Spiels war die HSG Nordhorn-Lingen das bessere Team, das glückliche Ende hatten leider dann die Füchse für sich.

HSG Nordhorn-Lingen
Kaleun, Buhrmester (18/1 Paraden); Verjans (5), Heiny (3), Leenders, Mickal (2), Miedema (4), Fraatz (3), Terwolbeck (1), de Boer (3), Vorlicek (4), Wiese, Smit, Seidel (6/2), van Lengerich