Foto: Melanie Bültmann
Montag, 30.01.2017

Die HSG Nordhorn-Lingen zieht positive Bilanz nach 18 Spieltagen

Trotz Verletzungspech besser als in der letzten Saison


Einen Spieltag vor Abschluss der Hinrunde der Saison 2016/17 – das 19. Spiel gegen die SG Leutershausen steht noch am 4. Februar aus - kann die HSG Nordhorn-Lingen eine durchaus positive Bilanz ziehen.
Dabei gestaltete sich der Start in die Saison durchaus zäh und wurde von einer empfindlichen Schwächung des HSG Prunkstücks, der Abwehr, begleitet. Am Pokalwochenende vor dem ersten Spieltag verletzte sich Abwehrstratege Frank Schumann so schwer, dass er bis Anfang November und somit 10 Spieltage fehlen sollte. Nur gut, dass in dieser Phase Stephan Wilmsen zumindest für die Heimspiele reaktiviert werden konnte und als Alternative in der Abwehr zu Verfügung stand. Aber auch das Anfangsprogramm in die neue Saison hatte es in sich. Mit gleich drei potentiellen Aufstiegskandidaten aus Bietigheim, Eisenach und Lübbecke bekam es die HSG an den ersten Spieltagen zu tun und zog sich mit 2:4 Punkten achtbar aus der Affäre. Und es sollte noch eine Auswärtsniederlage gegen den Aufsteiger TV Hüttenberg folgen. Wo wir kurz abschweifen zum Thema Aufsteiger, die in dieser Saison durchweg eine starke Rolle in der Liga spielen. Dabei überrascht besonders eben dieser TV Hüttenberg, der vor der WM-Pause sogar die Tabellenspitze erobern konnte. Aber auch Leutershausen, Dessau-Roßlau und Konstanz befinden sich im Mittelfeld und sorgen für eine sehr ausgeglichene zweite Liga mit vielen engen und spannenden Spielen.
Zurück zur HSG, die nach 2:8 Punkten zum Saisonauftakt zu einem beindruckendem Zwischenspurt ansetzte. Doch nur 2 Spieltage später gab es den nächsten herben Rückschlag. Ein Kreuzbandriss von Lutz Heiny setzt den Rückraumshooter Anfang Oktober für mindestens 6 Monate außer Gefecht. Eine Situation, die für die folgenden Spiele vor allem dem Rückraum der HSG Nordhorn-Lingen alles abverlangen wird. Mit nur 4 Akteuren, teilweise krankheitsbedingt nur mit 3 Spielern, muss das Team die folgenden Spiele angehen. Aber es folgt eine Phase, die das 2-Städte-Team schon in vielen Jahren geprägt hat. Teamgeist und mannschaftliche Geschlossenheit lässt die Mannschaft noch enger zusammenrücken und beschert Trainer Heiner Bültmann in den nächsten 7 Spielen nach Punkten ein 12:2 Lauf. Besonders in spielerischer Hinsicht vermag die HSG Nordhorn-Lingen zum Teil überzeugende Leistungen abzurufen. Der Anschluss an die Topteams ist wiederhergestellt und mit der Rückkehr von Matze Poll und Frank Schumann gewinnt die Abwehr weiter an Stabilität.
Aber dieser Kraftakt der Spiele mit äußerst wenig Wechselmöglichkeiten fordert nicht unerwartet seinen Tribut und zeigt, dass Handballspieler, mögen sie noch so gut trainieren, keine Maschinen sind. Der Kräfteverschleiß ist nicht zu übersehen und noch sind 5 Spiele bis zur Jahreswende zu gehen. Dennoch muss die HSG nur 2 Niederlagen einstecken und erkämpft sich neben 2 Unentschieden einen weiteren Sieg.
20:16 Punkte und Tabellenplatz 7 sind der Lohn für 18 Spiele unter teils schwierigen personellen Bedingungen. Damit steht man besser da als in der Vorsaison, als man zum gleichen Zeitpunkt 18:18 Punkte zu Buche stehen hatte. Da die HSG Nordhorn-Lingen besonders durch Teamgeist und als Mannschaft überzeugt hat, bietet es sich nicht an Einzelkritik zu üben.
Die Bilanz zum jetzigen Zeitpunkt fällt also positiv aus und man wird alles daransetzen, dieses weiter auszubauen. Sicher, der eine oder andere Punkt mehr wäre vielleicht drin gewesen, aber bei den vielen knappen Ergebnissen hätte es auch anders laufen können. Inzwischen sind alle Spieler wieder im Training und bereiten sich auf die anstehenden Spiele ab Anfang Februar vor. Den Auftakt macht hier das letzte Spiel der Hinrunde in Leutershausen, bevor es erneut der Reihe nach gegen die Topteams der Liga geht.