Foto: Melanie Bültmann
Dienstag, 06.12.2016

Bravouröser Punktgewinn der HSG Nordhorn-Lingen beim 22:22 (11:13) in Rimpar

Gerechtes Remis nach wechselhaften Spielverlauf – Kaleun sichert Punkt mit letzter Parade


Man könnte denken, kurzfristige Ausfälle im Spielerkader werden zu einem Markenzeichen der HSG Nordhorn-Lingen. Diesmal erwischte es kurz vor der Abfahrt in Richtung Würzburg, wo das Auswärtsspiel gegen den Tabellenvierten DJK Rimpar auf dem Plan stand, Jens Wiese und Dennis Bartels, die krankheitsbedingt passen mussten. Da Björn Buhrmester sowie der langzeitverletzte Lutz Heiny ebenfalls nicht dabei sein konnten, hatte HSG Trainer Heiner Bültmann zumindest im Rückraum und im Tor keinerlei Aufstellungsprobleme mehr, denn die verbliebenen drei Rückraumakteure und Fabian Kaleun mussten das ganze Spiel allein über die Bühne bringen.

Somit war die Ausgangsposition ähnlich wie im Frühjahr dieses Jahres als die HSG Nordhorn-Lingen ebenfalls mit einer Rumpftruppe antreten musste. Da war es nur gut, dass die Abwehr der HSG Nordhorn-Lingen von Anfang an in das Spiel kam und den Rimparer Wölfen gar nicht erst erlaubte, größere Vorteile aus der Personalsituation zu ziehen. Die Unterfranken lagen zwar zu Beginn in Front, aber größer wie 2 Tore sollte der Abstand nicht werden. Das lag auch am umsichtigen Spielaufbau von Alex Terwolbeck und den wenigen technischen Fehlern, die sich das 2-Städte-Team insgesamt leistete. Beim 5:5 nach 10 Minuten war die HSG wieder dran. Besonders Patrick Miedema (7 Tore) und Lasse Seidel (7/3 Tore) sorgten zum Erstaunen der knapp 1.600 Zuschauer in der s‘Oliver Arena in Würzburg durch ihre Tore dafür, dass sich die HSG Nordhorn-Lingen eine 3-Tore Führung (9:12; 26. Minute) erkämpfen und mit einer 11:13 Halbzeitführung in die Kabine gehen konnte.

22:22
2. Handball-Bundesliga   |   15.Spieltag
Kaleun (6 P.), Verjans (3), Schumann, Mickal, Miedema (7), Fraatz, Poll, Rooba, Terwolbeck (2), de Boer (3), Madsen, Seidel (7/3)

Nach dem Wechsel setzte sich das, besonders für das 2-Städte-Team, kraftraubende Spiel fort. Dennoch hatte in der 38. Minute eine 15:18 Führung bestand. Wieviel Körner das Spiel bisher gekostet hatte, zeigte sich zum einen in den folgenden 13 torlosen Minuten der HSG, zum anderen steigerte sich auch der Torhüter der Unterfranken, Max Brustmann, und entschärfte Wurf um Wurf der HSG. 19:18 für die Wölfe war der Zwischenstand in der 49. Minute, Auftakt zu einer spannenden, nervenaufreibenden Schlussphase. HSG Coach Heiner Bültmann nahm eine Auszeit um seinen Spielern eine kleine Pause zu verschaffen und sein Team noch einmal auf die letzten 10 Minuten einzuschwören. Mit Erfolg, denn in der 56. Minute lagen sie mit 20:21 wieder vorn. Doch noch war der Deckel nicht auf der Partie, so leicht wollten sich die Wölfe die Punkte aus ihrem Revier nicht entführen lassen. Lautstark unterstützt von ihren Fans eroberten sie sich die Führung nach zwei schnellen Toren in der 59. Spielminute (22:21) zurück. Erneut verschaffte Trainer Heiner Bültmann seinem Team mit einer Auszeit Luft und die nötige Konzentration für die letzten 90 Sekunden des Spiels. Patrick Miedema krönte seine starke Leistung mit dem 22:22. Aber noch waren 30 Sekunden auf der Uhr. Der letzte Angriff der DJK Rimpar rollte auf das HSG Tor zu. Steffen Kaufmann nahm sich den letzten Wurf aus dem rechten Rückraum, den Fabian Kaleun im Tor der HSG parieren konnte. Erschöpft aber überglücklich lagen sich die Spieler nach diesem Punktgewinn in den Armen und feierten ihn wie einen Sieg.

Einig waren sich auch die Trainer Dr. Matthias Obinger und Heiner Bültmann, dass diese Remis nach dem Spielverlauf gerecht war. Eine Niederlage hätte keine Mannschaft verdient gehabt. Die HSG Nordhorn-Lingen festigt den 8. Platz mit 17:13 Punkten und bleibt weiterhin in Schlagdistanz zur DJK Rimpar, die auf Platz 4 bleiben.