Foto: Melanie Bültmann
Sonntag, 30.10.2016

HSG Nordhorn-Lingen beweist Heimstärke

29:24-Erfolg gegen Saarlouis


Heimserie fortgesetzt: Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen hat gegen die HG Saarlouis den vierten Erfolg in Folge vor eigenem Publikum gefeiert. Im Aufeinandertreffen der beiden Tabellennachbarn konnte die Truppe von Heiner Bültmann am Sonntagabend durch einen 29:24-Sieg ihr Punktekonto ausgleichen.

Zwei Tore betrug der Vorsprung der HSG zur Pause, weil Rückraumspieler Jens Wiese den Ball vier Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zum 12:10 in den rechten Winkel hämmerte. Die Gastgeber lagen zwar permanent vorne, konnten sich aber in der ersten halben Stunde nur einmal mit mehr als mit zwei Toren absetzen. Beide Abwehrreihen machte es den Schützen extrem schwer, zu einfachen Würfen zu kommen. Doch nach dem Wechsel konnten sich die Gastgeber immer weiter absetzen. Durch einen 4:0-Lauf binnen fünf Minuten zog das Zwei-Städte-Team elf Minuten vor dem Ende auf sieben Tore davon.

Sechs Wiese-Tore

29:24
2. Handball-Bundesliga   |   10.Spieltag
Kaleun (0 Paraden, bei einem 7m), Buhrmester (8 Paraden); Verjans, Wilmsen (n.e.), Mickal, Miedema (5), Fraatz (n.e.), Poll, Rooba (4), Terwolbeck (5), de Boer (1), Wiese (6), Madsen (3), Seidel (5/5)

Erfolgreichster Torschütze bei den Gastgebern war Jens Wiese mit sechs Treffern. Alexander Terwolbeck, Lasse Seidel und Patrick Miedema waren jeweils fünfmal erfolgreich, wobei Seidel nur bei Siebenmeter antrat. Auch Walz und Weissgerber von Saarlouis warfen jeweils fünf Tore.

Offensivere Deckung erwartet

Dass Nordhorn-Lingen von Saarlouis eine offensivere Deckung erwartet hatte, berichtet Spielmacher Alex Terwolbeck. „Aber wir haben das insgesamt gut gemacht. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass es noch besser hätte laufen können.“ Im zweiten Durchgang lief die HSG häufiger Tempogegenstöße und warf schnelle Tore. „Vorher haben wir uns von Saarlouis‘ Tempo einschläfern lassen. Sie haben bewusst ganz langsam gespielt.“ Lange Zeit sei man dieses Tempo mitgegangen. Erst als man angezogen habe, sei es besser gelaufen. Mannschaftskollege Matthias Poll pflichtet Terwolbeck bei. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, die einfachen Dinger abzustellen.“ Das und die Paraden von Björn Buhrmester seien die entscheidenden Punkte gewesen. „Das war auch echt wichtig. Jetzt haben wir ein ausgeglichenes Punktekonto und ein freies Wochenende.“

Heimcomeback von Poll

Eine Woche nach seinem Comeback nach Verletzungspause in Bad Schwartau lief Poll erstmals wieder vor eigenem Publikum auf. Nach 18 Minuten betrat er zum ersten Mal wieder das Parkett in Lingen. Poll ermöglichte Jens Wiese einige Verschnaufpausen und wurde mit „Matze Poll“-Sprechchören empfangen. „Es war eine lange Zeit“, blickt Poll auf eine 13-monatige Pause zurück. Natürlich sei es ein schönes Gefühl, wieder auf dem Feld zu stehen, ergänzte er. Und natürlich gebe es nach seinem dritten Kreuzbandriss noch Hintergedanken. „Es wird sicher noch eine Zeit dauern, bis man komplett frei aufspielen kann.“

Gut eingestellt

„Wir hatten uns gut vorbereitet“, sagt Kapitän Nicky Verjans. Saarlouis baue seine Angriffe lange auf, um dann eine Aktion zu starten. „Zweite Halbzeit haben wir uns einfach nicht einschläfern lassen.“ Dadurch, dass man einige Bälle abgefangen habe, habe sich absetzen können. „Aber es war heute nicht einfach.“

Kein Tor von Verjans

Verjans blieb bei seinen Wurfversuchen ohne Torerfolg und ging in der Pause nicht in die Kabine, weil er sein richtiges Timing vermisste. „Ich wollte mich einfach noch ein bisschen bewegen.“ Sein Vertreter im rechten Rückraum, Patrick Miedema, habe das allerdings gut gemacht, findet Verjans.

Duo fehlt noch

Warum die HSG Nordhorn-Lingen zu Hause derart erfolgreich ist (vier Siege, eine Niederlage), aber in der Auswärtstabelle mit vier Pleiten und einem Sieg weit unten rangiert, erklärt sich für Verjans von selbst. „Der Grund ist einfach, dass wir im Moment einen schmalen Kader haben.“ Die beiden Verletzten Frank Schumann (Frakturen im Gesicht) und Lutz Heiny (Kreuzbandriss) fehlten einfach. Natürlich wisse man aber auch nicht, wie man auswärts mit den beiden gespielt hätte, gestand Verjans.

Ständchen für de Boer

Kreisläufer Luca de Boer erhielt nach dem Schlusspfiff ein Ständchen von den Zuschauern. Feierte er doch in der Emslandarena seinen 24. Geburtstag. „Ich glaube, das ist tatsächlich schon einmal vor ein paar Jahren vorgekommen“, freute sich de Boer. Es sei natürlich auch ein super Geschenk, dann zu gewinnen. Nachdem er am morgen des Spiels mit seiner Familie und seiner Freundin beim Frühstück gefeiert hatte, ist am Montagabend eine Feier mit den Teamkollegen geplant. Das nächste Wochenende verbringt de Boer mit seiner Freundin in London. „Da freue ich mich schon drauf“, sagt er.

Länderspielpause steht an

Für die HSG geht es nun in die Länderspielpause. Mit Jürgen Rooba (Estland), Asbjörn Madsen (Dänemarks B-Team) sowie Nicky Verjans und Patrick Miedema (beide Niederlande) werden vier HSG-Spieler zu ihren Nationalmannschaften reisen. Bültmann wird das Trainingspensum etwas herunterfahren und seine Mannschaft am Donnerstag in ein verlängertes Wochenende entlassen. „Das einzige freie Wochenende bis nach Weihnachten“, erinnert er an den Spielplan. Acht Spiele stehen noch bis zum Jahreswechsel an , inklusive der Partie am 2. Weihnachtstag gegen Dessau-Roßlauer HV 06.

Mit der Partie in der Emslandarena startete die HSG eine Aktion zugunsten „Handball hilft“. Der Monat Oktober steht im Zeichen der internationalen Brustkrebshilfe. Das Team der HSG Nordhorn-Lingen unterstützt diese Aktion. Deshalb lief die Mannschaft an diesem Tag in besonderen Trikots auf. Diese „Special Edition“ der Trikots waren für alle Zuschauer und Fans an diesem Tag käuflich zu erwerben. Ein Teil der Erlöse des Verkaufs werden zugunsten der deutschen Krebshilfe gespendet.

von Dieter Kremer

Quelle: Lingener Tagespost