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Als Hallensprecher Wolfgang Kösters bei der Geburtstags-Gala der HSG Nordhorn am Samstagabend in der „Scheune“ die Truppe des Zweitligisten vorstellte, riefen die Zuschauer den Namen des einzigen Zugangs Jens Wiese besonders laut. Kein Wunder, hatten die Handballfans diesen wenige Stunden zuvor im Testspiel gegen Kras Volendam wieder ausgiebig üben können – immerhin war Wiese wie schon am Freitag gegen die TSG Münster (39:28) bester Werfer seines Teams. Der 23-Jährige steuerte neun zumeist sehenswerte Distanztreffer zum 29:25-Erfolg bei. „Es läuft bislang ganz gut“, sagt der neue HSG-Shooter, „ich fühle mich hier aber auch sehr wohl.“
Der niederländische Meister aus Volendam, für den der Ex-Nordhorner Bastian Dörenkämper in der Startformation stand, leistete den HSG-Handballer vor knapp 500 Zuschauern in der Kreissporthalle erheblich mehr Widerstand als Tags zuvor der Drittligist aus dem Raum Frankfurt. Nach sechs Minuten führten die Gäste in diesem „Jubiläumsspiel“ zum 30. Geburtstag der Nordhorner Handballspielgemeinschaft sogar mit 6:1. „Dabei haben wir gar nicht einmal so schlecht gespielt“, wunderte sich Trainer Heiner Bültmann. Die engagiert aufspielenden Volendamer kamen aber auf eine fast 100-prozentige Wurfquote, während die HSG in den ersten Spielminuten so ziemlich jede noch so gute Chance leichtfertig vergab. Die Nordhorner warfen den Ball wahlweise neben das Tor (Matthias Struck) oder an den Pfosten (Bobby Schagen) oder blieben am guten Torwart Simon Molenaar hängen (Nils Meyer, Struck).
Dass die Nordhorner an ihrem Party-Wochenende nicht noch eine Heimniederlage kassierten, lag neben Wieses Wurfkraft vor allem an Björn Buhrmester. Der HSG-Torwart ist vier Wochen vor Ligastart in bestechender Form und trug mit seinen Paraden maßgeblich dazu bei, dass sein Team noch vor der Pause den Ausgleich schaffte (11:11, 27.), dann erstmals in Führung ging (15:14, 39.) und diese bis zum Schluss kontinuierlich ausbaute. Trainer Bültmann war zufrieden, auch wenn noch längst nicht alles rund lief: „Die fehlende Aggressivität in der Abwehrarbeit ist sicher auch der Müdigkeit geschuldet“, meinte er angesichts des intensiven Vorbereitungsprogramms, das schon morgen (20 Uhr) ein weiteres Testspiel beim Ligakonkurrenten TV Korschenbroich bereithält.
Für einen HSG-Spieler war bereits der Test gegen Volendam so etwas wie der Höhepunkt der Vorbereitung: Bobby Schagen genoss das Spiel gegen seinen Ex-Klub, in dem noch viele Freunde spielen. „Es hat Spaß gemacht. Ich habe mich aber auch lange auf diese Partie gefreut“, sagte der Rechtsaußen, der allerdings nicht seinen besten Tag erwischte. So scheiterte er gleich mit zwei Siebenmetern an seinen alten Teamkollegen Molenaar. „Er wusste, wie ich werfe, und hat mich auch noch irritiert“, sagte Schagen.
HSG Nordhorn: Buhrmester, Bartels (n.e.); Struck (1), Wilmsen, Lammering, Leenders (6), Mickal (8/3), Hombrink, Meyer (2), Schagen (2), Terwolbeck, de Boer (1), Poll, Wiese (9).
HC Kras Volendam: Molenaar, Cappel; Vink (5), Dörenkämper, Kes (1), Duin (3), Snijders, Geus, B. van Limbeek (4), N. van Limbeek (2), Koenders (3), van Buren (1), Adams (6).
Spielfilm: 0:2 (2.), 1:6 (6.), 4:6 (15.), 4:8 (16.), 6:8 (17.), 8:9 (23.), 11:11 (27.), 11:14 (32.), 15:14 (39.), 22:19 (47.), 24:20 (52.), 27:23 (56.), 29:25 (60.).
von Holger Wilkens
Quelle: Grafschafter Nachrichten