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HSG Nordhorn-Lingen
ASV Hamm-Westfalen
Sa, 26.05.2012 19:30 Uhr
Freitag, 20.01.2012

18 von 38 Spieltagen sind in der ersten Spielzeit der eingleisigen 2. Handball-Bundesliga absolviert. Die HSG Nordhorn-Lingen belegt mit 18:18 Punkten Tabellenplatz zehn. Die Pause wegen der Europameisterschaft in Serbien nutzte GN-Redakteur Frank Hartlef zu einem ausführlichen Gespräch mit Heiner Bültmann. Der HSG-Trainer über ...

... die Bilanz seines Teams.

Wir sind gut angekommen in der eingleisigen Zweiten Liga. Das Niveau ist deutlich gestiegen. Wir können gegen jede Mannschaft voll mithalten. In einigen Bereichen haben wir uns weiter entwickelt: Die Abwehr ist stabiler geworden; im Tor sind wir ein Stück stärker geworden; das Gegenstoßspiel ist effektiver geworden, muss aber noch weiter verbessert werden. Die Steigerungen in diesen Bereichen waren aber auch erforderlich, um mithalten zu können.

... das Tabellenbild.

Die Tabelle entspricht grob den Erwartungen vor der Saison. Minden haben ja eigentlich alle vorne gesehen. Dass Neuhausen sich mit dieser Konstanz da oben hält, ist eine positive Überraschung. Bad Schwartau und Düsseldorf wurden besser eingeschätzt. Hamm ist nach einer schwierigen Phase immer stärker geworden und kommt jetzt. Das Mittelfeld, zu dem auch wir gehören, ist unheimlich breit; von Platz vier bis Platz dreizehn sind es nur fünf Punkte Unterschied. Unser Ziel bleibt es, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen; dann kann man weitersehen und möglicherweise einen einstelligen Tabellenplatz anstreben.

... seine Prognose zum zweiten Saisonteil.

Mal abgesehen von Minden oder Hamm, die sich große Kader mit überwiegend Vollprofis leisten, gibt es zwischen den meisten Mannschaften kaum Unterschiede. Das heißt: Wenn es optimal läuft, kann man Fünfter werden, und wenn nicht, wird man nur Fünfzehnter.

... seine Vorhersage, wie das Rennen um Meisterschaft und Aufstieg endet.

Die Mindener sind klarer Titelfavorit. Sie haben zuletzt auch nach Verletzungen von Leistungsträgern weiter gut gespielt. Das zeigt, dass sie sich als Mannschaft gefunden haben. Sie haben das größte Potenzial. Wer als Zweiter und Dritter mit aufsteigt, ist noch relativ offen. Außer Neuhausen und Essen traue ich da auch Emsdetten und Hamm noch viel zu. Vielleicht gibt es auch eine Überraschung: Erlangen zum Beispiel spielt bislang sehr konstant.

... die übergeordnete Zielsetzung seines Teams.

Wir wollen weiter hart an uns arbeiten und uns weiter entwickeln. Wir haben das Potenzial, uns zu verbessern. Es in jedem Spiel zu schaffen, an die Leistungsgrenze zu gehen, ist die Grundlage für alles. Das ist uns oft gelungen, wenn auch nicht immer. Es fehlt uns noch etwas an Konstanz. Vor allem unser Gegenstoßspiel ist noch zu schwankend. Und uns unterlaufen zu viele technische Fehler in der Vorwärtsbewegung, wie bei der Heimniederlage gegen Eisenach.

... die Heimbilanz der HSG von nur 10:8 Punkten.

Unser Ziel war es, die Heimbilanz aus der vorigen Saison zu halten. Doch das war bei nur drei Minuspunkten im Euregium ein sehr ehrgeiziges Vorhaben. Die Liga ist viel stärker geworden und fast alle Spiele sind bis zum Ende ganz eng. Bis auf das Spiel gegen Schwartau, in dem wir wirklich schlecht waren, haben wir zu Hause nur knapp verloren. Unser Ziel ist es aber, im Euregium wieder dominanter aufzutreten und die Heimbilanz zu verbessern.

... das veränderte Auftreten seines Teams in fremden Hallen, wo bislang 8:10 Punkte heraus sprangen.

Auswärts treten wir ganz anders auf als vergangene Saison, viel selbstbewusster und aggressiver. Außerdem spielen wir jetzt auch auswärts mit mehr Tempo. Das hatten wir uns vorgenommen und haben wir gut umgesetzt. Das ist ein großer Schritt nach vorn.

... die positive Überraschung im HSG-Team.

Unser Torhüter Björn Burhmester hat bislang eine konstant gute Leistung gebracht und einige herausragende Spiele abgeliefert. Das Torwart-Spiel haben wir nur selten verloren. Das Zusammenspiel zwischen Björn und der Abwehr ist eindeutig besser geworden. Insgesamt haben alle Spieler eine relativ konstante Leistung gebracht; wir haben es oft geschafft, ans Limit zu gehen. Das ist für uns besonders wichtig, da wir übers Mannschaftsspiel kommen und unser Spiel nicht auf ein, zwei Spieler zugeschnitten ist. Wir funktionieren als Mannschaft und das haben wir gut geschafft.

... Jens Wiese, den einzigen Zugang bei der HSG, der als Verstärkung für den linken Rückraum geholt wurde.

Er hat insgesamt einen positiven Eindruck hinterlassen. Aber als Spieler, der aus der Dritten Liga kommt, muss er sich an das höhere Niveau erst gewöhnen und vor allem an seinen Wurfoptionen arbeiten. Aber er hat in vielen Spielen sein Potenzial gezeigt und viele Tore für uns gemacht.

... die Entwicklung der Talente aus dem eigenen Nachwuchs.

Matthias Poll ist ein fester Bestandteil der Abwehr geworden, wo er Matthias Struck entlastet. Jetzt geht es für ihn darum, auch im Angriff eine Alternative zu werden. Alex Terwolbeck bekommt schon seit der vorigen Saison immer mehr Einsatzzeiten. Er hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. Er ist ruhiger geworden und er traut sich zu, in der Schlussphase Verantwortung zu übernehmen, wie bei unseren Siegen in Emsdetten oder Dormagen. Florian Lammering, Hannes Hombrink und Luca de Boer haben auf ihren Positionen Konkurrenten, die bislang konstant auf hohem Niveau gespielt haben. Luca hat von ihnen die meisten Spielanteile gehabt und er wird in der Rückrunde Gelegenheit haben, um Toon Leenders am Kreis zu entlasten und sich weiter zu entwickeln.

... die Aussichten, das mit der Einführung der eingleisigen 2. Liga verbundene Vorhaben, die Professionalisierung voran zu treiben, auch umsetzen zu können.

Dass in Zukunft alle Vereine der 2. Liga nur mit Vollprofis spielen, das sehe ich nicht. Dafür muss auch das nötige Geld vorhanden sein; und da sehe ich nur eine Handvoll Vereine, bei denen das der Fall ist. Bei der HSG haben wir derzeit fünf Vollprofis. Alle anderen arbeiten oder studieren nebenbei. Und von denen ist bei sieben, acht Trainingseinheiten pro Woche besonders viel Engagement gefordert. Unser Torwart Björn Buhrmester zum Beispiel zieht das konsequent durch; weil er in Rheine eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert, holt er die Trainingseinheiten vom Vormittag am Nachmittag nach. Ein professionelleres Umfeld erfordert gewisse Etat-Höhen und die sind für die meisten Vereine nicht möglich. 

von Frank Hartlef

Quelle: Grafschafter Nachrichten

Tabelle

7.TV Emsdetten41:31+16
8.ASV Hamm-Westfalen40:32+81
9.HSG Nordhorn-Lingen38:34+23
10.SG BBM Bietigheim36:36-35
11.TSG Lu.-Friesenheim34:38-30