Freitag, 10.09.2010

Trotz Remis ist Minden noch im Soll


Jetzt muss in Nordhorn aber ein Sieg her – Doder ist die Schaltzentrale

In seinem zweiten Saisonspiel am Mittwoch in Rostock hat der Zweitliga-Favorit GWD Minden den ersten Punkt abgegeben. Manager Horst Bredemeier sieht seine Handballer aber noch voll im Soll – wenn der Traditionsklub am Sonntag (17 Uhr) das Topspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen gewinnt.

Nach 15 Jahren in der 1. Bundesliga ist GWD Minden wieder in das Handball-Unterhaus zurückgekehrt. Und gleich am dritten Spieltag steht in Nordhorn das attraktive Spiel gegen den langjährigen Ligakonkurrenten HSG Nordhorn-Lingen an. Anwurf im Euregium ist am Sonntag um 17 Uhr; Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet (www.hsgnordhorn-lingen.de).

Nach ihrem Zweitliga-Abstieg im Jahr 1986 hatten die Ostwestfalen neun Jahre benötigt, um in die höchste Spielklasse zurückzukehren – aber solange soll es diesmal nicht dauern. Der Altmeister strebt die sofortige Rückkehr an und hat sich deshalb höchst prominent verstärkt: Aus dem spanischen León kam der schwedische Nationalspieler Dalibor Doder, im Tor steht in dieser Saison sein Landsmann Anders Persson. Beide spielten vor nicht einmal einem Jahr im Euregium vor – mit ihrer Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen die HSG. Dazu konnten die Leistungsträger und Top-Torjäger Aljoscha Schmidt, Gylfi Gylfason und Rene Madsen gehalten werden. „Natürlich wollen und müssen wir versuchen, sofort wieder aufzusteigen“, betonte Manager Horst Bredemeier vor Saisonstart.%break%

Doch dieses Unternehmen entpuppt sich derzeit als schwieriger als angenommen. Zunächst gab es das peinliche Aus in der ersten Pokalrunde gegen HF Springe (29:32). Und im ersten Punktspiel gegen den VfL Edewecht hatten die Mindener daheim ebenfalls große Probleme, konnten sich erst in den letzten acht Minuten absetzen. Vorgestern erlitt der Absteiger bereits den ersten Punktverlust – der eigentlich ein Gewinn war. Denn beim HC Empor Rostock glich Schmidt erst 19 Sekunden vor dem Ende zum 29:29-Endstand aus. Mit 13 Treffern war der Linksaußen bester Werfer seines Teams, und so führt er zusammen mit Tobias Weihrauch (VfL Edewecht) die Torjägerliste der 2. Liga mit 20 Treffern an.

In Rostock verspielte GWD einen Fünf-Tore-Vorsprung zur Pause, nachdem Empor-Trainer Holger Schneider im zweiten Durchgang einen Sonderbewacher für Mindens Superstar Doder abgestellt hatte. Das war in der ersten Halbzeit in Rostock noch nicht der Fall – und prompt schlug der erfahrene Schwede zu. Doder kontrollierte nicht nur alle Angriffsaktionen, sondern warf selbst drei Tore. Doch als sich Rostocks Michal Bruna nur noch um ihn kümmerte, geriet der Mindener Spielaufbau komplett ins Stocken – wie schon im ersten Match gegen Edewecht.

Mit 3:1 Punkten sieht Bredemeier sein Team im Soll. „Wenn wir aus den ersten Spielen 7:1 Punkte holen, dann ist alles in Ordnung“, sagte er Manager. Um ihn weiter zufrieden zu stellen, müssen die GWD-Handballer also am Sonntag in Nordhorn gewinnen. Zu Bundesliga-Zeiten aber hatten sie damit große Probleme: Nur zwei Mal konnten sie im Euregium siegen, zuletzt am 10. April 2004 (27:26). Danach folgten zehn Duelle mit acht Niederlagen und nur zwei Unentschieden.

von Holger Wilkens