Foto: SG BBM Bietigheim
Dienstag, 14.02.2017

Sensationell – Die HSG Nordhorn-Lingen siegt 28:30 (15:12) bei der SG BBM Bietigheim

Ein Sieg der Moral und des Kopfes beim Aufstiegsanwärter


In der MHP Arena in Ludwigsburg wollte die SG BBM Bietigheim vor der Rekordkulisse von mehr als 3000 Zuschauern ihren Anspruch auf den Aufstieg unterstreichen, doch an diesem Sonntag hatten sie die Rechnung ohne die HSG Nordhorn-Lingen gemacht.

Das 2-Städte-Team hatte sich am Sonntagmorgen ohne die Verletzten Nicky Verjans und Lutz Heiny auf die weite Reise in den Süden gemacht. Das bedeutete, dass man mit nur 3 Rückraumspielern und ohne Linkshänder auskommen musste. Aber weder dieser Umstand, noch die weite Anreise oder die Kulisse in Ludwigsburg – diese blieb doch relativ ruhig über die 60 Minuten – konnten die HSG an diesem Tag beeindrucken. Aus einer 6:0 Abwehr heraus kam die HSG gut in das Spiel und konnte die Anfangsphase ausgeglichen gestalten. Im Angriff spielte man geduldig und nutzte die sich ergebenen Chancen. Nach einer Viertelstunde und dem Spielstand von 8:7 war es ein Spiel auf Augenhöhe. Dennoch hatte die ansonsten starke Abwehr der HSG Nordhorn-Lingen so ihre Mühe mit dem Angriff der SG und bekam nicht den erwarteten Zugriff. Das nutze der Aufstiegsaspirant zu einem Zwischenspurt und zog auf 13:9 (19. Min.) davon. Die Reaktion von HSG Trainer Heiner Bültmann ließ nicht lange auf sich warten und er stellte seine Abwehr auf 5:1 um, die im weiteren Verlauf von Hälfte eins immer besser mit dem Angriff der Bietigheimer zurechtkommen sollte. Es gelang den Rückstand bis zur Halbzeit auf 3 Tore 15:12 zu verkürzen.

28:30
2. Handball-Bundesliga   |   20.Spieltag
Kaleun, Buhrmester (12 P.), Schumann, Mickal (4), Miedema (6), Fraatz, Poll, Rooba (2), Terwolbeck (3), de Boer (4), Bergmann, Wiese (9), Madsen (2), Seidel

Obwohl die SG BBM das erste Tor nach dem Wechsel erzielte, war es die HSG Nordhorn-Lingen die zunehmend mehr Zugriff auf das Spiel bekam. Die Abwehr agierte sehr beweglich und Torhüter Buhrmester steigerte sich ebenfalls und konnte einige freie Bälle entschärfen. Tor um Tor schmolz der Vorsprung der SG BBM Bietigheim dahin, auch weil die HSG Nordhorn-Lingen, einmal mehr gut dirigiert von Alex Terwolbeck, im Angriff die Ruhe bewahrte und die sich bietenden Chancen nutzte. In der 41. Minute war dann zum ersten Mal der Ausgleich beim 19:19 geschafft. Postwendend folgte die erste HSG Führung durch Jürgen Rooba (19:20). Da die HSG das Spiel inzwischen bestimmte, nahm der Trainer der SG BBM Hartmut Mayerhoffer eine Auszeit und stellte sein Team nochmals neu ein. Fortan war es wieder das ausgeglichene Spiel bis in die Schlussphase hinein. 26:26 hieß es in der 55. Minute und noch nichts war entschieden. Trainer Heiner Bültmann hatte seine Abwehr wieder auf 6:0 umgestellt, was die SG BBM verunsicherte. Die HSG Nordhorn-Lingen bewahrte weiterhin den kühlen Kopf und kam durch Jens Wiese, mit insgesamt 9 Toren bester Torschütze, zum 26:27. Einen weiteren Ballverlust des Gegners nutzte dann Luca de Boer zu seinem 4. Tor (26:28; 58 Min.). Aber noch waren es 2 Minuten auf der Anzeigetafel. Die SG BBM verkürzte, kassierte aber ein Empty-Net-Goal zum 27:29 durch Pavel Mickal (4 Tore). Wieder konterte die SG (28:29), aber da waren nur noch 17 Sekunden zu spielen. HSG Coach Heiner Bültmann nahm die letzte Auszeit, letzte Gelegenheit sein Team auf die offene Manndeckung des Gegners einzustellen. Jens Wiese nutze dieses mit seinem 9. Treffer zum 28:30 Endstand. Danach kannte der Jubel keine Grenzen. Ein aufgrund der starken 2. Hälfte durchaus verdienter, wenn auch knapper Sieg, den im Vorfeld so mancher sicher nicht erwartet hatte, schon gar nicht die SG BBM Bietigheim.

So zeigte sich auch Trainer Heiner Bültmann mehr als zufrieden über das, was sein Team über die 60 Minuten abgeliefert hatte. „Es war ein Sieg des Kopfes und der Moral. Wir haben dieses Spiel heute im Angriff gewonnen und das kommt bei uns nicht allzu oft vor.“

Am nächsten Freitag geht es schon gegen ein weiteres Topteam weiter. Dann trifft die HSG im Euregium um 19.30 Uhr auf den ThSV Eisenach.