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HSG Nordhorn-Lingen
ASV Hamm-Westfalen
Sa, 26.05.2012 19:30 Uhr
Montag, 13.02.2012

Björn Buhrmester machte den Unterschied aus. Der Torhüter hielt 22 Bälle – und erzielte ein Tor. Matthias Struck war mit neun Treffern bester Nordhorner Werfer.

Kampfgeist, Spielwitz, Zauber-Tore – die HSG Nordhorn-Lingen stellte gestern beim 30:26 (14:11)-Sieg im Derby gegen den TV Emsdetten eindrucksvoll unter Beweis, dass sie das Zeug zu einer Spitzenmannschaft der 2. Handball-Bundesliga hat. Genau wie die Fans: 2542 Zuschauer im Euregium bedeuteten Saisonrekord. Und für ihr Kommen wurden sie reich belohnt. Allein die Björn-Buhrmester-Show war das Eintrittsgeld wert: Der HSG-Torhüter machte mal wieder den Unterschied aus. Seine Bilanz: 22 Paraden – und ein Tor. „Buhrmester hat das Spiel gewonnen“, sagte TVE-Trainer Patrik Liljestrand, der vor elf Jahren selbst einmal zwischen den HSG-Pfosten stand.

Er konnte seinem Team ansonsten keine großen Vorwürfe machen: „In der Abwehr haben wir das super gemacht“, fand er. Das deckte sich mit den Eindrücken von Heiner Bültmann: „Im Angriff haben wir uns vor allem zweite Halbzeit schwer getan, auch wenn wir unter Druck oft gute Lösungen gefunden haben. Unser Torwart und die Abwehr haben das Spiel gewonnen“, analysierte der HSG-Coach, dessen Team als Siebter mit 22:18 Punkten nun in Schlagweite zu Platz drei liegt, der am Saisonende den Aufstieg bedeutet.

Die HSG ließ im ersten Rückrundenspiel von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass sie die in der Hinrunde latent auftretende Heimschwäche nachhaltig auszumerzen gedenkt. Das 1:0 durch Nils Meyer resultierte aus einem feinen Kempa-Trick, den Matthias Struck für seinen Kapitän vorbereitete. „Strucki“ ließ eines seiner besten Spiele im HSG-Dress folgen. Und das nicht nur, weil er mit neun Treffern der herausragende Torschütze war. Der Linkshänder arbeitete in der Deckung vorbildlich, ehe ihn im zweiten Abschnitt Matthias Poll entlastete und nicht minder effektiv war gegen TVE-Torjäger Elvir Selmanovic, der sich mit für ihn mageren drei Toren bescheiden musste.

In der Offensive streute Struck sehenswerte und wichtige Tore ein: Fast von der Torauslinie zirkelte er den Ball zum 23:16 (44.) ins Netz und sorgte damit für die höchste HSG-Führung. Und als sich die Emsdettener danach vor allem dank der Tore von Jozo Bozovic (8) auf 25:27 (57.) heran gekämpft hatten, traf der Rückraumspieler unter Zeitdruck genau in den Winkel zum 28:25 (58.) – und stellte die Weichen auf Sieg.

Doch auch die Emsdettener hatten ihren Anteil am hohen Unterhaltungswert des Derbys. Schon in der ersten Halbzeit nahmen sie in Unterzahl den Torhüter vom Feld und brachten mit Fannar Fridgeirsson im weißen Leibchen einen zusätzlichen Feldspieler. Konsequenz: Sie setzten den Angriff komplett in den Sand und den Ballgewinn der HSG-Abwehr nutzte Meyer zu einem Empty-Net-Goal. Dieses 10:5 (17.) ins leere Tor wurde nach der Pause von Buhrmesters Treffer zum 18:12 (35.) über seinen zu weit aufgerückten Torhüter-Kollegen Nils Babin noch getoppt.

Doch dank der Variante, für den Torhüter einen weiteren Feldspieler zu bringen, machten die Emsdettener die Partie noch einmal spannend: In Unterzahl erzielten sie so zwei Treffer durch Bozovic, der in dieser Phase mit seinem dritten Treffer in Folge auf 25:27 verkürzte. „Da waren wir wieder dran“, sagte Liljestrand. Doch zu mehr reichte es nicht. Und den Grund dafür brachte HSG-Torjäger Struck auf den Punkt: „Das war eine reife Leistung von uns.“ 

von Frank Hartlef

Quelle: Grafschafter Nachrichten

Tabelle

7.TV Emsdetten41:31+16
8.ASV Hamm-Westfalen40:32+81
9.HSG Nordhorn-Lingen38:34+23
10.SG BBM Bietigheim36:36-35
11.TSG Lu.-Friesenheim34:38-30