Foto: Melanie Bültmann
Montag, 17.10.2016

Nordhorn-Lingen deklassiert harmlose Sachsen

28:16 gegen EHV Aue


Mit einem 28:16-Kantersieg (15:9) gegen den EHV Aue hat Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen vor 1.818 begeisterten Zuschauern in der Emslandarena sein Punktekonto ausgeglichen (8:8). Damit ist das Zwei-Städte-Team in der Tabelle auf Platz neun vorgerückt.

Die Gastgeber hatten bei ihrem klarsten Saisonerfolg nur wenig Mühe mit den Auern, die phasenweise nur ein Spielball für das Zwei-Städte-Team waren. „Aus meiner Sicht war das Spiel nicht so schön“, erklärte EHV-Trainer Maik Handschke. „In der zweiten Halbzeit sind alle Dämme gebrochen.“ Bei den meisten Spielern habe er den Willen zu kämpfen gesehen.

Bültmann zufrieden

28:16
2. Handball-Bundesliga   |   8.Spieltag
Kaleun (2 Paraden, ab 55. und bei einem 7m), Buhrmester (18 Paraden, bis 55.); Verjans (4), Wilmsen, Mickal (n.e.), Miedema (2), Fraatz (2), Rooba (n.e.), Terwolbeck (4), de Boer (1), Bergmann (1), Wiese (7), Madsen (4), Seidel (3/1)

Klar, dass HSG-Trainer Heiner Bültmann „sehr zufrieden“ war. „Man hat von Anfang gesehen, dass wir den Sieg wollten.“ Der Abwehr bescheinigte er eine gute Leistung über die volle Distanz. Mit dem Angriff war weitgehend zufrieden. Der Coach bemängelte die Wurfquote nach der Pause. Dennoch reichte es zu einem klaren Sieg.

„Alles richtig gemacht“

Verwundert über die Vorstellung der Sachsen zeigte sich Alex Terwolbeck, der in der Spielgestaltung Akzente setzte. „Mit dem EHV in dieser Form hatten wir nicht gerechnet.“ Dabei verfüge Aue über starke Einzelspieler. Auch wenn die HSG nicht immer optimal gespielt habe, habe sie im Spiel „alles richtig gemacht“.

Fraatz 60 Minuten auf dem Parkett

Dabei gab es einige bemerkenswerte Fakten: Der gerade 17-jährige Rechtsaußen Yannick Fraatz spielte 60 Minuten durch, „stand in der Abwehr seinen Mann“ (Bültmann) und kam auch im Angriff gut zurecht. Talent Lars Bergmann erzielten seinen ersten Zweitliga-Treffer. Das Zwei-Städte-Team kassierte keine einzige Zeitstrafe und erhielt keinen Siebenmeter. Ohne die bemängelte Abschlussschwäche nach der Pause wäre Aue komplett untergegangen.

Nur einmal im Rückstand

Nur ein einziges Mal gerieten die Gastgeber in Rückstand: Nach 25 Sekunden, als Marc Pechstein für den Erzgebirgischen Handballverein traf. Keine zehn Sekunden später allerdings hatte HSG-Mannschaftskapitän Nicky Verjans bereits ausgeglichen. Jens Wiese verpasste das 2:1, das dann Fraatz besorgte (2.). Nordhorn-Lingen gab die Führung nicht mehr ab. Dabei brauchte der Gastgeber eine kurze Anlaufzeit gegen die offensive 5:1-Abwehrformation der Auer. Zudem versuchte der Gast, Wiese durch einen vorgezogenen Spieler auf Distanz zum Tor zu halten. Während Emsdetten zuletzt einige Probleme mit dieser Formation hatte, bereitete sie der gut eingestellten HSG nur wenige Schwierigkeiten. Nach 22 Minuten agierte Aue wiederaus einer 6:0-Abwehr.

Das Zwei-Städte-Team zog schon im ersten Durchgang auf sieben Tore davon (13:6, 23. Minute). Mit einem Viererlauf zum 4:1 sowie zweimal drei Treffern in Folge zum 9:4 und 13:6 sorgte die HSG für den nötigen Sicherheitsabstand.

Technische Fehler

Aue ging engagiert in die Zweikämpfe, hatte aber besonders im Angriff viele Probleme. Gerade in der Anfangsphase gelang kaum eines der vielen risikoreichen Anspiele an den Kreis. Dazu kamen viele technische Fehler.

Vorsprung ausgebaut

Nach der Pause baute das Zwei-Städte-Team den Vorsprung kontinuierlich aus. Dabei verhinderte Torwart Robert Wetzel eine höhere Pleite. HSG-Keeper Björn Buhrmester entnervte den Gast mit seinen Paraden förmlich. Als Schmankerl gelang Patrick Miedema das 24:14 nach Terwolbeck Vorarbeit per Kempa-Trick. Bei der HSG passte es einfach.

von Uli Mentrup

Quelle: Lingener Tagespost