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HSG Nordhorn-Lingen
ASV Hamm-Westfalen
Sa, 26.05.2012 19:30 Uhr
Freitag, 10.02.2012

Im April 2001 half Patrick Liljestrand als Torhüter bei der HSG aus – und lieferte beim Heimdebüt ein spektakuläres Pokalspiel gegen Magdeburg ab. 2003 startete er bei der HSG seine Trainer-Karriere in Deutschland, wo er mit seiner Frau und den drei Kindern längst heimisch geworden ist.

Wenn Patrick Liljestrand am Sonntag zum zweiten Mal als Trainer einer gegnerischen Mannschaft zu einem Handball-Pflichtspiel nach Nordhorn zurück kehrt, dann wird dem Coach des TV Emsdetten vor dem Zweitliga-Duell bei der HSG Nordhorn-Lingen (17 Uhr, Euregium) wohl so manche Erinnerung durch den Kopf gehen. Schließlich war die HSG seine erste Station in Deutschland: Im April 2001 sprang er für einige Monate beim damaligen Erstligisten als Torhüter ein; und 2003 heuerte er hier als Co-Trainer von Ola Lindgren und Coach der Reserve an. „Nordhorn“, sagt der heute 46 Jahre alte Familienvater mit seiner tiefen, bedächtigen Stimme, „das wird immer etwas Spezielles für mich sein.“

Vor nun fast elf Jahren holte Trainer Kent-Harry Andersson ihn als Torhüter zur HSG, als Jesper Larsson verletzt ausfiel. Liljestrand hatte den Job zwischen den Pfosten längst zu Gunsten eines Trainer-Jobs in Norwegen aufgegeben. Doch der frühere Nationalkeeper, der 1992 bei Olympia in Barcelona mit den Schweden Silber gewonnen hatte, zögerte nicht, als im April 2001 das Abenteuer Bundesliga lockte. Und nach einem Kurzeinsatz in Hildesheim, wo die Nordhorner 31:24 gewannen, folgte ein spektakuläres Heimdebüt im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen den SC Magdeburg. Als er nach 25 Minuten Gudmundur Hrafnkelsson im Tor ablöste, wehrte Liljestrand gegen Weltstars wie Joel Abati und Olafur Stefansson reihenweise die Bälle ab, knöpfte dem Franzosen und dem Isländer allein drei Siebenmeter ab und hatte großen Anteil daran, dass sich die Nordhorner mit 24:21 erstmals fürs Final Four qualifizierten. Die GN huldigten ihm am Tag darauf mit der Schlagzeile: „Ein Pokal-Held, der fast alles hält“.

2003 heuerte er ein zweites Mal bei der HSG an und startete seine Trainer-Karriere in Deutschland, die ihn im Dezember 2004 das erste Mal nach Emsdetten, im Sommer 2008 zum TuS N-Lübbecke und vergangenen Sommer erneut nach Emsdetten führte. Dort hat er einen bis 2013 gültigen Vertrag und er arbeitet daran, den TVE wie 2009 die Lübbecker in die 1. Liga zu führen. „Das ist ein Traum“, sagt Liljestrand, „den muss man leben.“ Sollte er in Erfüllung gehen, müsste sich aber auch im benachbarten Westfalen einiges ändern: „Emsdetten hat ein gutes Konzept und spielt seit Jahren oben mit“, sagt Liljestrand, schiebt aber gleich mit Blick auf die wirtschaftlichen Erfordernisse in der 1. Liga nach: „Da liegt der kleinste Etat vielleicht bei 1,5 Millionen Euro – wir haben nicht einmal die Hälfte. Geld ist nicht alles, aber einen gewissen Etat braucht man.“

Sportlich ist sein Team noch in Schlagweite. Als Fünfter hat es nach der Hinrunde drei Punkte Rückstand auf Platz drei, der am Saisonende den Aufstieg zur Folge hätte. Und nach der 32:34-Niederlage vergangenes Wochenende in Saarlouis wäre es gut, wenn im ersten Rückrundenspiel ein Sieg herausspringen würde. Zumal der TVE noch eine Rechnung mit der HSG offen hat: „Im Hinspiel haben wir das ganz schlecht gemacht“, denkt Liljestrand an die 21:25-Niederlage zum Saisonstart zurück. Doch der TVE-Coach weiß um die schwere Aufgabe: „Nordhorn hat eine sehr gute erste Sechs“, lobt er das Team seines Kollegen Heiner Bültmann, „und einige interessante Spieler dahinter, wie Alexander Terwolbeck.“ Daher wäre auch ein Unentschieden schon ein Erfolg – und eine gute Basis, um nach dem Spiel die freundschaftlichen Kontakte nach Nordhorn zu pflegen. 

von Frank Hartlef

Quelle: Grafschafter Nachrichten

Tabelle

7.TV Emsdetten41:31+16
8.ASV Hamm-Westfalen40:32+81
9.HSG Nordhorn-Lingen38:34+23
10.SG BBM Bietigheim36:36-35
11.TSG Lu.-Friesenheim34:38-30