Mit stabiler Abwehr den Angriff entlasten

01.08.2011

HSG heute bei heimstarken Schwartauern gefordert – Machulla angeschlagen

Der VfL Bad Schwartau hat sich in der 2. Handball-Bundesliga den Ruf einer heimstarken Mannschaft erarbeitet. Dazu hat zum Beispiel der 29:28-Sieg gegen den Erstligisten TBV Lemgo in der dritten Runde des DHB-Pokals beigetragen.

Und vom Spitzen-Trio der Nord-Staffel haben die Verfolger TV Emsdetten (34:35) und vergangenes Wochenende der SV Post Schwerin (28:33) die Hansehalle als Verlierer verlassen. Allerdings tauchen in der Heimbilanz des Tabellensiebten auch einige Ungereimtheiten auf: Mit Eintracht Hildesheim (31:31), dem Wilhelmshavener HV (37:32) und dem HSV Hannover (25:25) punkteten in Lübeck drei Teams der unteren Tabellenhälfte. Und insofern reist auch die HSG Nordhorn-Lingen heute nicht hoffnungslos nach Schleswig-Holstein (Anwurf 19 Uhr).

Allerdings muss sich der Tabellenvierte gegenüber der 27:33-Heimschlappe am Dienstag gegen den TSV Altenholz schon gewaltig steigern, wenn er beim VfL etwas gewinnen will. Heiner Bültmann hofft vor allem darauf, dass sein spielender Trainer-Kollege Maik Machulla die Zerrung im rechten Rückenmuskelbereich einigermaßen überwunden hat. „Er hat die Woche über trainiert, allerdings nur eingeschränkt“, berichtete Bültmann. So tut sich der Spielmacher beim Werfen noch schwer und Drehbewegungen verursachen Schmerzen.%break%

Viel wird davon abhängen, wie die Gäste die gefährlichen Werfer Dennis Tretow (182 Saisontore) und Jan Schult (170) in den Griff bekommen. „Die sind beide Extra-Klasse“, weiß Bültmann, „und ganz ausschalten kann man sie nie.“ Allerdings war Spielertrainer Thomas Knorr zuletzt durch die Verletzung von Toni Podbolinski zu einigen Umstellungen im VfL-Team gezwungen. Tretow rückte gegen Schwerin vom linken Flügel auf die Halbposition; Schult füllte als Rechtshänder die Position im rechten Rückraum aus; und Junioren-Nationalspieler Markus Hansen sprang als Linksaußen ein. Mit Erfolg: Dieses Trio steuerte mit 17 Toren mehr als die Hälfte der Treffer zum 33:28-Endstand bei. Schult war mit elf Toren bester Werfer der Schwartauer, Tretow und Hansen trafen jeweil drei Mal.

„Die gehen 60 Minuten Tempo“, weiß Bültmann, dass sein Kollege Knorr ein Verfechter der totalen Offensive ist. Die Devise der Grafschafter lautet daher, sich über eine stabile Defensive in die Partie zu kämpfen. „Dann“, so Bültmanns Kalkulation, „bekommen wir auch unsere einfachen Tore nach erster und zweiter Welle.“ Und das würde dem Angriff, der gegen Altenholz der Schwachpunkt war, einiges an Druck nehmen.

von Frank Hartlef