Samstag, 04.12.2010

Mal wieder unter Druck


HSG muss gegen Rostock gewinnen, um Position zu behaupten

Die Mannschaften zwischen Platz drei und acht der 2. Liga Nord nehmen sich an diesem Spieltag in direkten Duellen gegenseitig die Punkte. Eine Heimniederlage wäre da ein Schlag ins Kontor.

Im Kampf um die Qualifikation für die eingleisige 2. Handball-Bundesliga stehen sich in der Nord-Staffel am Wochenende gleich sechs direkte Konkurrenten gegenüber: Mit den Partien zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und Empor Rostock (morgen 17 Uhr, Euregium), SV Post Schwerin und TV Emsdetten sowie Eintracht Hildesheim und 1. VfL Potsdam nehmen sich die Mannschaften zwischen Platz drei und acht, die maximal um zwei Punkte voneinander entfernt sind, gegenseitig die Zähler ab. Da ist der Druck, gewinnen zu müssen, um so höher, wenn man seine Position behaupten möchte – auch für die HSG.

Die Mannschaft um Kapitän Stephan Wilmsen ist zu Hause eine Macht, holte 13:1 Punkte im Euregium. Nimmt man die Auswärtsbilanz der Rostocker mit bislang zwei Siegen aus sechs Spielen in fremder Halle, liegt die Favoritenrolle eindeutig bei den Gastgebern. „Natürlich wollen wir gewinnen“, sagt HSG-Trainer Heiner Bültmann und fügt hinzu: „Wie in jedem Heimspiel.“%break%

Doch mit dem SC Empor erwartet sein Team alles andere als Laufkundschaft. Bültmann hält den Tabellenfünften, der mit 17:9 Punkten um einen Zähler besser dasteht als sein auf Rang sieben geführtes Team, gemessen am breit besetzten Kader „mit für das Beste“, was die Liga zu bieten habe. Mit Torben Ehlers, Michal Bruna und Sven Thormann verfügt Trainer Gunter Fink über eine Erstbesetzung im Rückraum, die es ihm erlaubt, mit Sasa Todosijevic den besten Torjäger des Teams (siehe Gegner-Statistik) von der Bank als weitere Verstärkung ins Spiel zu bringen. Bültmann fürchtet vor allem die „individuellen Stärken“, zum Beispiel von Bruna. „Der ist fast so stark wie in Minden Dalibor Doder“, vergleicht er den früheren tschechischen Auswahlakteur mit dem schwedischen Nationalspieler der Dankerser. Mit Neuzugang Rico Göde und Jens Dethloff am Kreis sowie den Außen Robert Runge und Rene Gruszka sieht er die Gäste „gut und gleichmäßig besetzt“. Verzichten müssen sie wohl weiter auf den verletzten Abwehrspezialisten Miroslaw Gudz, während Alexander Ladig wieder einsatzbereit ist, nachdem er beim 34:30-Sieg gegen Edewecht vor einer Woche ebenfalls nicht mitwirken konnte.

Die Nordhorner haben die 19:24-Niederlage am Mittwoch in Schwerin aufgearbeitet. „Die Einstellung passte absolut und die Abwehr war sehr gut“, nennt Bültmann die Punkte, an die sich anzuknüpfen lohnt. Verbesserungsfähig gegenüber der vierten Saisonniederlage beim SV Post ist allerdings das Tempospiel aus der Abwehr heraus. „Zu Hause klappt das besser und wir haben die Kraft, das 60 Minuten durchzuziehen“, ist Bültmann in dieser Hinsicht optimistisch. Bleibt der Abschluss: Nur sieben Tore nach der Pause in Schwerin waren viel zu wenig. „Das muss natürlich besser werden“, nennt Bültmann die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Heimweste seines Teams weiter unbefleckt bleibt.

von Frank Hartlef