Letzte Anweisungen der beiden Leitwölfe

01.08.2011

Maik Machulla und Nicky Verjans spielen heute zum letzten Mal für die HSG – „Wir wollen viel Spaß haben“

Der eine hat seine Abschiedsparty schon vor zwei Wochen gegeben, der andere lädt für morgen zum kleinen Fest in den heimischen Garten ein: Maik Machulla und Nicky Verjans verlassen nach der heute zu Ende gehenden Saison ihren langjährigen Klub HSG Nordhorn, für den sie seit 2002 bzw. 2005 spielten, mit dem sie viele Höhen erlebten, durch Täler gingen und mit dem sie den schweren Gang in die 2. Bundesliga antraten. Spielmacher Machulla trägt im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TV Emsdetten (18 Uhr, Euregium) noch einmal das rote Trikot der HSG, Kapitän Verjans kann wegen einer Knie-OP bereits seit einigen Wochen nur noch zuschauen. „Leider kann ich nicht ein letztes Mal vor unseren Zuschauern spielen. Das ist sehr ärgerlich – aber ich konnte mich ja schon lange darauf einstellen“, sagt der Niederländer.

Die handballinteressierten Zuschauer können sich am letzten Spieltag noch einmal auf ein richtiges Schmankerl freuen – owohl oder gerade weil im Duell des Tabellenvierten gegen den Vizemeister die Fronten geklärt sind und Veränderungen in der Tabelle kaum mehr möglich sind. „Es kommt noch einmal ein richtiger Brocken, die Halle wird voll sein und wir wollen mit unseren Fans einen tollen Saisonausstand feiern“, zählt HSG-Trainer Heiner Bültmann die Eckpunkte des heutigen Abends im Euregium auf. Und nach dem Spiel werden auf der Bühne Machulla, Verjans und die Brüder Helge und Eike Rigterink verabschiedet, ehe das Finale der Fußball-Champions-League zwischen Bayern und Inter auf einem Bildschirm übertragen wird. „Nach acht Jahren möchte ich mit Fans und Freunden eine schöne Feier haben“, sagt Machulla, auch wenn er ein wenig befürchtet, dass es sehr emotional werden wird: „Ich lasse mich schnell von Gefühlen leiten“, gibt der 33-Jährige zu, „vielleicht wäre es besser, direkt nach Spielende ins Auto zu steigen und weit weg zu fahren.“ Schon gestern beim Training war alles etwas anders als sonst: „Training, Spiel – vieles passiert jetzt zum letzten Mal, das ist schon ein merkwürdiges Gefühl.“ Machulla zieht Mitte nächster Woche mit seiner Familie in die neue Wahlheimat nach Hamm.%break%

Trotz der großen Emotionen wollen sich die HSG-Handballer möglichst mit einem Erfolg aus der Saison zu verabschieden. „Es wäre schön, zu Hause noch einmal zu gewinnen, auch wenn Emsdetten den vielleicht bestbesetzten Kader der Liga hat“, sagt Machulla. Und auch Kapitän Verjans betont: „Auch wenn es gegen Emsdetten am Ende vielleicht nicht zu einem Sieg reichen sollte, wollen wir natürlich noch einmal ein schönes Spiel zeigen, viel Spaß haben und die Zuschauer gut unterhalten.“

Der Rechtsaußen kann seit Wochen nur am Spielfeldrand mitfiebern, ist aber immer noch ganz dicht an der Mannschaft. „Während die Jungs trainieren, mache ich mit unserer Physiotherapeutin Maja meine Übungen“, sagt der Linkshänder. Die Reha nach der Operation verläuft nach Plan, der behandelnde Arzt Dr. Pieper aus Bremen ist zufrieden. Zum Vorbereitungsstart des TuS N-Lübbecke will Verjans wieder dabei sein. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe, aber ich wäre gerne auch hier geblieben“, sagt er, „meine Freundin Ines und ich fühlen uns hier wohl. Und bei der Vorbereitung der Abschiedsparty merkt man erst, was man sich in den Jahren in Nordhorn hier aufgebaut hat.“

 

von Holger Wilkens