Konzentriert zum Derbysieg

01.08.2011

HSG überzeugt beim 35:28 gegen Emsdetten mit Teamgeist

Die HSG Nordhorn-Lingen hat das Derby in der 2. Handball-Bundesliga gegen den TV Emsdetten gestern mit 35:28 (16:14) deutlich gewonnen. Die Westfalen verzweifelten an der hoch konzentrierten Leistung der Gastgeber. Gut 1600 Zuschauer im Euregium waren wie aus dem Häuschen.

Da hatten sie auf der Bank des TV Emsdetten einen Moment lang nicht richtig aufgepasst und Patrick Kvalvik in der 44. Minute wieder aufs Feld geschickt. Das Problem: Der Kreisläufer hatte erst in der 43. Minute seine zweite Zeitstrafe kassiert und hätte demnach noch ein bisschen sitzen bleiben müssen. Tat er aber nicht. Den Schiedsrichtern Bernd und Reiner Methe blieb keine andere Wahl, als Kvalvik noch einmal zwei Minuten aufzubrummen. Dritte Zeitstrafe, Rote Karte – und der Schwede durfte gar nicht mehr aufs Feld.

Dieser Wechselfehler war für Patrekur Johannesson, Trainer des TV Emsdetten, eine Schlüsselszene: „Meine Spieler haben danach aufgehört, Handball zu spielen. Ich weiß nicht, warum.“ Die HSG nutzte das Überzahlspiel und die Verwirrung beim Gegner clever aus und zog binnen sieben Minuten von 23:22 auf 30:22 davon. Ein Rückstand, den die durch zahlreiche Verletzungen arg gebeutelten Emsdettener nicht mehr aufholen konnten – auch wenn sie in der 56. Minute noch einmal bis auf vier Treffer herankamen (28:32).%break%

„Diese letzten paar Minuten waren wie gegen Minden“, ärgerte sich HSG-Trainer Heiner Bültmann. Damals hatte sein Team ebenfalls komfortabel geführt, am Ende aber nur einen Punkt geholt. „Wir dürfen nicht anfangen, einen Vorsprung zu verwalten. So clever sind wir noch nicht. Wir müssen mit Gas weiterspielen“, forderte Bültmann. Und in den letzten drei Minuten im Derby gegen Emsdetten war auf diese Tugend dann auch tatsächlich wieder Verlass: Nils Meyer, Bobby Schagen und der kurz zuvor eingewechselte Florian Lammering erzielten die finalen drei Tore – sehr zur Freude der rund 1600 Zuschauer. Die Mannschaft dankte es ihren Fans nach dem Abpfiff mit einer wilden Humba.

„Wir haben sehr konzentriert gespielt, die Abwehr hat gut gestanden und bis zum Ende gekämpft“, meinte HSG-Rechtsaußen Bobby Schagen, der alle sechs Siebenmeter für seine Mannschaft sicher verwandelte. Die Überlegenheit der HSG spiegelte sich auch darin wider, dass Emsdetten von Beginn an einem Rückstand hinterherlief und nie in Führung gehen konnte.

Ob es am nächsten Wochenende ausgerechnet beim heimstarken VfL Bad Schwartau zum ersten Saisonerfolg in fremder Halle reicht, mochte Bültmann nicht vorhersagen. Nur soviel: „Ich gehe davon aus, dass wir auch bald auswärts punkten.“ Zuvor stehe am Mittwochabend mit der Drittrundenpartie im DHB-Pokal beim Drittligisten HF Springe noch eine hohe Hürde: „Die sind komplett mit Erst- und Zweitligaspielern besetzt. Die Chance, dass wir eine Runde weiterkommen, steht bei 50 zu 50.“

von Andre Berends