Keine Lust mehr auf Magdeburg

01.08.2011

26:28 – HSG verliert auch das dritte Spiel gegen die SCM-Reserve

Als Pavel Mickal in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit zum 15:14 traf, schien der Nordhorner Handball-Zweitligist endgültig in der Spur. Viele Fehler und ein schwaches Überzahlspiel kurz vor Schluss führten aber zu einer 26:28-Niederlage.

Heiner Bültmann weiß genau, wann die HSG Nordhorn-Lingen das Spiel beim SC Magdeburg II verloren hat: „Wir spielen ab der 58. Minute beim Stand von 25:25 zwei Minuten in Überzahl und verlieren diese Phase mit 0:2“, ärgerte sich der Trainer des Handball-Zweitligist beim Studium des Spielberichtbogens, „das muss doch eigentlich genau umgekehrt laufen.“ Weil die HSG-Handballer den 25:27-Rückstand in der hektischen Schlussphase nicht mehr aufholen konnten, stand am Ende mit 26:28 (15:14) die zweite Saisonniederlage – und die Erkenntnis, dass die Reisen nach Magdeburg zumindest der HSG keinen Spaß machen.

Es war die dritte Niederlage im dritten Duell mit der spielstarken, gut ausgebildeten SCM-Reserve. „Der Gegner liegt uns irgendwie nicht“, hat Trainer Bültmann auch gestern wieder erkannt, obwohl sein Team besser gespielt hat als beim Auswärtsspiel in Magdeburg vor knapp einem halben Jahr, das 27:33 verloren ging. Für einen Sieg hat es aber nicht gereicht, weil den Nordhornern im gesamten Spielverlauf zu viele technische Fehler unterliefen. „Wir haben es deshalb in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, uns abzusetzen“, erkannte Bültmann.%break%

Sein Team startete schlecht in die Partie, lag nach zehn Minuten mit 1:4 hinten. Es dauerte rund eine Viertelstunde, bis die Angriffe der HSG flüssiger liefen und mehr Erfolg hatten. In der 17. Minute schaffte Bobby Schagen den 6:7-Anschlusstreffer, kurz darauf warf Pavel Mickal das Tor zum 8:8. Danach überstand die HSG eine doppelte Unterzahl nahezu unbeschadet – mehr noch: Nachdem die Kreisläufer Toon Leenders und Einar Ingi Hrafsson bei 10:10 fast zeitgleich auf die Strafbank geschickt worden waren, besorgte Linsaußen Mickel die erste Führung für sein Team.

Doch selbst eine 15:14-Halbzeitführung und der 16. Nordhorner Treffer direkt nach der Pause brachten keine Sicherheit in das HSG-Spiel. „Es war keine optimale Vorstellung von uns“, bilanzierte Bültmann, „und wieder war es so, dass wir uns zu sehr dem Gegner angepasst haben. Die Niederlage war ärgerlich und unnötig.“

Mit 3:5 Punkten ist die HSG nur mäßig in die neue Spielzeit gestartet. „Wir müssen jetzt in den anstehenden Heimspielen gegen Varel und die Füche Berlin II siegen“, sagt Heiner Bültmann. Vorher noch steht die zweite Aufgabe im deutschen Handball-Pokal an: Schon morgen Abend (19.30 Uhr) gastiert die HSG bei der Reserve des Bundesliga-Aufsteigers HSG Ahlen-Hamm. Dort will Nordhorn in die dritte Runde einziehen.

 

von Holger Wilkens