HSG strebt nach Sieg in Dessau und ins obere Tabellendrittel

01.08.2011

Nordhorner Zweitliga-Handballer vor schwerem Auswärtsspiel – Gastgeber in eigener Halle noch ohne Punktverlust

Die HSG Nordhorn-Lingen steht vor einem möglicherweise richtungsweisenden Spiel. Mit einem Sieg morgen, Sonntag (17 Uhr), beim Tabellennachbarn Dessau-Rosslauer HV würde sich der Grafschafter Handball-Zweitligist Richtung oberes Drittel orientieren.

„Ein Sieg wäre absolut ein Knackpunkt“, sagt Trainer Heiner Bültmann, dessen Team mit 7:5 Punkten auf Rang sieben einen Platz vor den Gastgebern (6:4) rangiert, denn: „Das würde uns viel Luft verschaffen.“

Allerdings: Auswärts steht die HSG noch ohne jeden Punkt da. Und: Wie schwer es ist, in der Anhalt-Arena erfolgreich zu sein, wissen Kapitän Stephan Wilmsen und Kollegen aus eigener Anschauung. Vergangene Saison gewannen sie dort 30:29. „Das war glücklich“, erinnert sich Bültmann, dessen Team sich auch daheim beim 31:30 gegen Dessau schwer tat. Zu Hause ist die Mannschaft von Trainer Peter Pysall in dieser Saison noch ohne Punktverlust, besiegte TuSEM Essen (26:24) und den 1. VfL Potsdam (26:25). Vor einer Woche allerdings gab es mit 28:36 beim VfL Edewecht eine empfindliche Schlappe. „Die Niederlage ist vor allem in dieser Höhe überraschend“, wundert sich Bültmann. Es passt in die Reihe erstaunlicher Resultate in dieser Spielzeit, die von der Qualifikation für die eingleisige 2. Liga geprägt ist. „Man merkt, dass es eine besondere Saison ist“, sagt Bültmann.%break%

In eigener Halle profitieren die Dessauer von der Unterstützung der Fans. „Die machen viel Druck und es ist immer hektisch“, berichtet der Nordhorner Trainer. Vergangene Saison gab es für die HSG gleich zwei Rote Karten für Toon Leenders und Einar-Ingi Hrafnsson. „Es ist schwer, dort zu gewinnen“, weiß Bültmann.

Da ist es gut, dass er seinen Kader komplett beisammen hat, auch wenn unter der Woche immer mal wieder ein Spieler beim Training fehlte: Bobby Schagen trainiert montags regelmäßig mit der Junioren-Nationalmannschaft der Niederlande in Arnheim; Stephan Wilmsens Absenz am Dienstag hatte berufliche Gründe; und am Donnerstag verpasste Matthias Struck den Großteil des Trainings wegen einer Prüfung für seine berufliche Fortbildung.

Das besondere Augenmerk der HSG-Abwehr gilt dem Dessauer Rückraum. Vor allem von Matthias Rudow droht Gefahr. In den beiden Spielen der vergangenen Saison schenkte er der HSG insgesamt 16 Treffer ein; und in dieser Saison ist er mit bislang 37 Toren erfolgreichster Werfer seines Teams. Doch auch seine Rückraum-Kollegen Michal Jerzy Panfil und Robert Lux, die jeweils 21 Tore erzielten, sind nicht zu verachten.

von Frank Hartlef