Samstag, 04.09.2010

HSG scheitert an sich selbst


Beim 20:26 in Hildesheim zu viele Chancen ausgelassen

Trainer Heiner Bültmann bescheinigte der HSG Nordhorn-Lingen ein gutes Spiel und war mit der Abwehr über 60 Minuten sehr zufrieden. Doch allein vier vergebene Strafwürfe symbolisieren die mangelhafte Chancenverwertung.

Die erste Saisonniederlage der HSG Nordhorn-Lingen hatte vor allem zwei Gründe: Beim 20:26 (12:12) gestern Abend bei Eintracht Hildesheim zeigte der Grafschafter Handball-Zweitligist Nerven von der Siebenmetermarke und leistete sich eine Schwächephase nach der Pause. Gleich vier von sechs Strafwürfen ließ die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann aus; zweimal scheiterte Bobby Schagen, je einmal versagten Einer Ingi Hrafnsson und Pavel Mickal, der zumindest seine Versuche zwei und drei versenkte, doch bei 17:21 (53.) und 18:23 (58.) war die Messe längst gelesen. Drei vergebene Strafwürfe allein im ersten Abschnitt machen deutlich, dass für die Gäste zur Pause leicht mehr drin gewesen wäre als ein 12:12-Unentschieden. Wie man es vom Strich besser macht, zeigten die Gastgeber, die immerhin auf eine Erfolgsquote von 83 Prozent kamen. Und ausgerechnet zwei Ex-Nordhorner waren daran maßgeblich beteiligt: Michael Hoffmann (2/2) und Michael Jahns (2/1).

Das entscheidende Manko aber leisteten sich die Nordhorner nach Wiederanpfiff: Achteinhalb Minuten blieben sie ohne eigenen Treffer, während Hildesheim mit einem 5:0-Start zu Beginn der zweiten Halbzeit den Grundstein für den zweiten Saisonsieg legte. Von 12:12 zog die Eintracht auf 17:12 (38.) davon. „Diesem Rückstand sind wir die ganze zweite Halbzeit hinterher gelaufen“, bedauerte Heiner Bültmann. Das Fazit des HSG-Trainers war eindeutig: „Schade, wir haben uns selbst um den verdienten Lohn gebracht.“%break%

Mit der Abwehr und Torhüter Björn Buhrmester zeigte sich der Übungsleiter über 60 Minuten vollauf zufrieden. Doch die Chancenverwertung war mangelhaft und die verworfenen Siebenmeter bildeten nur die Spitze des Eisbergs. „Wir haben allein in der ersten Halbzeit auch noch drei freie Gegenstöße vergeben“, berichtete Bültmann, „zur Pause hätten wir mindestens mit drei Toren führen müssen. In der ersten Halbzeit haben wir Hildesheim an die Wand gespielt.“

Stattdessen wurden die Seiten mit 12:12 gewechselt und nach der Pause kam sein Team überhaupt nicht in Tritt. Da gingen auch in der Defensive einige Zweikämpfe verloren. Und vorne fehlte es weiterhin an Präzision. Bezeichnend: Die HSG kam auf nur acht Tore im zweiten Abschnitt. Dazu gesellten sich laut Bültmann einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen: „Das war am Ende ein bisschen einseitig“, fand der HSG-Trainer. Doch als Entschuldigung wollte er das nicht gewertet wissen. „Wir müssen unsere Chancen nutzen und schnell lernen, uns selbst zu belohnen“, stufte er die Niederlage seines Teams als ärgerlich und vermeidbar ein.