HSG rüstet sich für Jahresendspurt

01.08.2011

Spiel gegen Essen Auftakt für intensive Wochen mit zehn Pflichtspielen

Die Nordhorner haben als Tabellensechster drei Punkte mehr auf der Habenseite als die auf Rang elf geführten Essener. Dieses Polster wollen die Gastgeber mit einem Sieg noch komfortabler gestalten.

Die HSG Nordhorn-Lingen und TuSEM Essen haben sich über die Jahre in der 1. Bundesliga und im DHB-Pokal einige denkwürdige Handball-Schlachten geliefert. Beim letzten Duell allerdings ging es um die zweifelhafte Trophäe des „Insolvenz-Pokals“. Als klarer Sieger setzte sich dabei am 14. März 2009 mit 33:22 die HSG durch; während allerdings bei den Nordhornern nur noch Pavel Mickal aus dem damaligen Aufgebot dabei ist, der damals als tschechischer Nationalspieler Linksaußen Nummer drei war, sind bei den Essenern immerhin noch vier Akteure dabei. Nach dem Zwangsabstieg beider Klubs 2009 kommt es nun zum ersten Wiedersehen, da der TuSEM ein Jahr in der 2. Liga Süd spielte, ehe er im Sommer in die Nord-Staffel einsortiert wurde, wo beide Teams nun um die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga kämpfen.

Da steht die HSG nach neun Spieltagen mit 11:7 Punkten als Sechster deutlich besser da, als der TuSEM mit 8:10 Zählern auf Rang elf. Und geht es nach HSG-Trainer Heiner Bültmann, soll dieses Polster nach dem direkten Duell heute im Euregium (Anwurf 19.30 Uhr) noch ein wenig komfortabler sein. Schließlich sind die Nordhorner daheim noch ungeschlagen, während die Essener auswärts bislang lediglich beim Tabellenvorletzten Aschersleben erfolgreich waren.%break%

Allerdings können die Gäste wieder auf Pavel Prokopec zurückgreifen. Der Rückraumspieler hat wochenlang wegen einer Daumenverletzung gefehlt. „Die Rückkehr von Pavel hat der Mannschaft schon im Training sichtlich gut getan“, sagt TuSEM-Kapitän Ben Schütte und schöpft aus der Personalie große Zuversicht: „Die Stimmung ist sehr gut und wir wollen jetzt auch auswärts nachlegen und Punkte holen.“ In diese Kerbe schlägt auch Maik Handschke: „Jetzt fahren wir nach Nordhorn und wollen dort auch Punkten“, sagt der TuSEM-Trainer, der nach dem Heimsieg gegen Edewecht festgestellt hat: „Die Motivation und Stimmung im Training sind seitdem sehr gut.“

Bültmann schätzt am Gegner dessen kompakte 6:0-Deckung: „Sie kassieren im Schnitt die wenigsten Gegentore der 2. Liga.“ Und außer Spielmacher Philipp Pöter, der bei der HSG Düsseldorf wie Prokopec (Füchse Berlin) schon in der 1. Liga gespielt hat, warnt er seine Abwehr vor allem vor Linkshänder Guillaume Laout und dem österreichischen Nationalspieler Richard Wöss auf dem rechten Flügel.

Bei der HSG ist man guter Dinge, dass der verletzt vom Nationalteam zurückgekehrte Niederländer Bobby Schagen heute zur Verfügung steht. „Ich gehe, davon aus, dass er mit dabei ist“, sagt Bültmann. Zwar habe der Rechtsaußen beim Absprung noch Schmerzen im lädierten Fußgelenk, aber, so der Trainer, „insgesamt sieht es ganz gut aus, wie er sich bewegt.“

Die Nordhorner haben mit zwei Heimspielen in Folge gegen Essen und den 1. VfL Potsdam am 21. November die Chance, ihre Position im oberen Tabellendrittel zu festigen. Dass die HSG zwischen beiden Spielen wegen des Rückzugs von Concordia Delitzsch ein spielfreies Wochenende hat, passt Bültmann ganz gut. So kann er in der kommenden Woche noch einmal das Training anziehen, um sein Team auf den Jahresendspurt vorzubereiten. Neun Punktspiele und das Achtelfinale im DHB-Pokal gegen die MT Melsungen (15. Dezember) stehen noch an. „Das werden ganz intensive Wochen“, sagt Bültmann.

von Frank Hartlef