Foto: Melanie Bültmann
Montag, 26.09.2016

HSG Nordhorn-Lingen zittert sich zum Derbysieg

24:23 gegen den TV Emsdetten


Ein letzter Wurf, eine letzte Parade von Björn Buhrmester, die Uhr im Euregium schlägt auf 60:00 um - ein ohrenbetäubender Lärm entfacht. Diese Szene spielte sich am Samstagabend um 21.05 Uhr ab. Es war die letzte Aktion beim 24:23-Erfolg der HSG Nordhorn-Lingen gegen den TV Emsdetten.

In der letzten Sekunde sicherte Keeper Buhrmester seinem Zwei-Städte-Team den Derbysieg und somit den zweiten Heimerfolg in dieser Saison. HSG-Trainer Heiner Bültmann bedankte sich zusammen mit der Mannschaft bei den 1320 Zuschauern, doch lange hielt es ihn nicht in der Halle. Er suchte schnell den Weg ins Freie, an die Frische Luft. Zu nervenaufreibend sind die vorangegangenen 60 Minuten gewesen. „Kurz danach ist es ein super Gefühl, aber es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Bültmann sichtlich erleichtert.

„Wir hatten Druck“

24:23
2. Handball-Bundesliga   |   5.Spieltag
Kaleun (0 Paraden, bei einem 7m), Buhrmester (11 Paraden, 1 Tor); Verjans (3/2), Wilmsen, Heiny (6), Mickal (1), Miedema (1), Rooba (6), Terwolbeck, de Boer, Wiese (5), Madsen (1), Seidel

Nach einem verkorksten Saisonstart mit nur 2:6 Punkten stand die HSG Nordhorn schon fast mit dem Rücken zur Wand, wollte man nicht einen perfekten Fehlstart hinlegen. „Wir hatten ordentlich Druck aufgrund unseres Saisonauftaktes“, wusste Bültmann. 

Fehlentscheidungen auf beiden Seiten

„Heute geht es wieder richtig zur Sache – mit dem Derby gegen den TV Emsdetten“, so hatte der HSG-Kapitän Nicky Verjans die Zuschauer im Hallenheft begrüßt. Er sollte Recht behalten. 

Auch das Schiedsrichterduo Pawel Fratczak/Paulo Ribeiro steuerte einige Fehlentscheidungen zur aufgestachelten Atmosphäre bei. So sah Bültmann nach einer umstrittenen Siebenmeter-Entscheidung für Emsdetten zum Beispiel selbst die Gelbe Karte. „Da die Schiris auf beiden Seiten ihren Stiefel durchgezogen haben, ist das schon in Ordnung“, erklärte Bültmann. Der Coach sah eine hektische erste Halbzeit, in der zunächst der Gast schnell mit 3:0 (3.) in Führung ging, doch genauso schnell egalisierte das Zwei-Städte-Team den Rückstand – 3:3 (6.).

Ausgeglichene Partie

Viele Diskussionen und einige Reibereien zwischen den Spielern waren das Bild der ersten 30 Minuten, in denen beide Seiten zahlreiche technische Mängel aufzeigten. „Das Spiel stand zu jeder Zeit auf Messers Schneide“, sagte Bültmann. Während sich die Emsdettener in Halbzeit eins drei Zwei-Minuten-Strafen einhandelten, musste auf Seiten der HSG lediglich Asbjörn Madsen zwischenzeitlich auf die Bank. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, keine Mannschaft konnte sich entscheidend durchsetzen. Über 5:6 (10.), 7:6 (13.), 11:11 (26.) und 13:13 (30.) ging es in die Halbzeitpause.

Aufregung bis zum Schluss

Die Hektik ließ auch nach dem Seitenwechsel nicht nach. Asbjörn Madsen (54.) auf Seiten der HSG und Jasper Adams (53.) beim TV Emsdetten sahen kurz hintereinander die Rote Karte aufgrund von jeweils drei Zwei-Minuten-Strafen. Insgesamt kassierten beide Teams jeweils zehn Minuten - ein Beleg für eine mehr als körperbetonte Partie. Sportlich konnte sich die HSG das erste Mal nach 45 Minuten absetzen, als Patrick Miedema zum 20:17 traf. Dieser Vorsprung von drei Treffern hatte bis zur 57. Minute Bestand. Die Gäste kämpften sich heran, doch im entscheidenden Moment schaffte es Oddur Gretarsson nicht, den HSG-Schlussmann Buhrmester zu überwinden. 

Bültmann erleichtert

„Derbysieger, Derbysieger“ hallte es durch das Euregium. Davon bekam der Trainer des Erfolges nichts mehr mit. Mit einem lautstarken „Yes“ öffnete er die Ausgangstür. Nun hieß es erst einmal: durchatmen.

Quelle: Lingener Tagespost