Foto: HC Empor Rostock
Dienstag, 22.11.2016

HSG Nordhorn-Lingen besiegt Angstgegner HC Empor Rostock 25:26 (13:11)

Erschöpft, aber großartige 6:0 Punkte aus der englischen Woche


Die Bilanz nach der englischen Woche kann sich sehen lassen. 6:0 Punkte bedeuten die Erfüllung der maximal möglichen Ausbeute und ein weiterer Vormarsch in der Tabelle. Dabei musste die HSG Nordhorn-Lingen schon am Mittwoch im Spiel gegen TUSEM Essen krankheits- und verletzungsbedingt auf Nicky Verjans und Jürgen Rooba verzichten und auch vor dem Spiel gegen den HC Empor Rostock waren etliche Spieler grippal angeschlagen oder erst am Tag des Spiels ins Team zurückgekehrt.

Voraussetzungen also, die schon erwarten ließen, dass es am Sonntagnachmittag in Rostock eine schwere Aufgabe für die HSG Nordhorn-Lingen werden sollte, noch dazu mit der weiten Anreise im Gepäck. Aber auch beim Angstgegner der Nordhorn-Lingener – erst einmal hatte die HSG in bisher 7 Versuchen in Rostock gewinnen können – hatte es die Woche in sich. Zwar waren die Ostseestädter spielfrei gewesen, aber ein Trainerwechsel hat doch für einige Unruhe gesorgt und machte die Begegnung für HSG Trainer Heiner Bültmann unberechenbarer und auch der Effekt, den ein Wechsel im Traineramt hat, war nicht zu unterschätzen.

25:26
2. Handball-Bundesliga   |   13.Spieltag
Kaleun (5 Paraden), Buhrmester (7 Paraden), Verjans (7/2), Schumann, Mickal, Miedema (3), Poll, Rooba (2), Terwolbeck (3), de Boer, Wiese (1), Madsen (2), Seidel (8/1)

Vor 650 Zuschauern in der ausverkauften OSPA Arena, darunter eine Handvoll HSG-Fans, die ihr Team lautstark unterstützten, begann die Partie entsprechend nervös. Der HC Empor Rostock spielte entgegen der Vorwochen aus einer defensiven 6:0 Abwehr heraus und agierte gegen Jens Wiese auf der Halbposition offensiver. Das überraschte die HSG ein wenig, so dass zunächst der HC Empor Rostock das Spiel bestimmte. Nach dem 4:1 in der 7. Minute fand die HSG Nordhorn-Lingen allerdings besser ins Spiel und blieb dran. Die Zwischenstände von 6:3; 8:5 oder 9:6 nach 19 Minuten zeigen, dass die Ostseestädter ihren Vorsprung nicht ausbauen konnten. Die Abwehr des 2-Städte-Teams bekam besseren Zugriff und zwang die Rostocker zu Fehlern, die konsequent durch Tempogegenstösse ausgenutzt wurden. Lasse Seidel (8/1 Tore) erzielte in der 25. Minute die erste HSG Führung zum 9:10. Man merkte dem Angriffsspiel der HSG allerdings an, dass man nicht nur das Mittwochsspiel mehr in den Beinen hatte, sondern auch krankheitsbedingt mit letzten Kräften unterwegs war. Das nutzte der HC Empor Rostock und konnte zur Halbzeit mit einer 13:11 Führung in die Kabinen gehen.

In der 2. Hälfte setzte sich das Spiel zunächst unverändert vor. Die Ostseestädter konnten ihre Führung verteidigen, weil der HSG Nordhorn-Lingen aus dem Positionsspiel heraus an diesem Tag die notwendige Durchschlagskraft fehlte und der beste Rostocker, Torhüter Porath, einen sehr guten Tag erwischte. Dennoch behielt das Team um Kapitän Nicky Verjans die Ruhe und ließ sich nicht abhängen. 20:16 lautete der Spielstand in der 42. Minute. Trainer Heiner Bültmann wechselte auf der Torhüterposition. Für den guten Fabian Kaleun kam Björn Buhrmester zwischen die Pfosten, der an diesem Tag grippegeschwächt eigentlich gar nicht eingesetzt werden sollte. Die Abwehr wurde auf 5:1 umgestellt und man hoffte zu diesem Zeitpunkt die kräftezehrende Umstellung bis zum Ende durchhalten zu können. Maßnahmen die zum Erfolg führen sollten. Beim 20:19 in der 46. Minute war man zum ersten Mal wieder in Schlagdistanz und kurze Zeit später war der Ausgleich 22:22 geschafft. Auch beim 23:23 in der 55. Minute war noch nichts entschieden, aber die HSG Nordhorn-Lingen hatte inzwischen das Heft in die Hand genommen. Mit aller Routine, Abgeklärtheit und einem Kraftakt zum Schluss setzte das 2-Städte-Team die entscheidenden Nadelstiche zum 23:25 und 24:26. Dem HC Empor Rostock gelang es nur noch auf 25:26 Endstand zu verkürzen. Mit der HSG Nordhorn-Lingen hatte sich die Mannschaft mit der größeren Coolness im Endspurt durchgesetzt.

In der englischen Woche und nach einem Drittel der Saison konnte sich die HSG Nordhorn-Lingen mit nun 16:10 Punkten von Platz 12 auf Platz 6 vorarbeiten.

Viel Rückenwind für die HSG mit nun 12:2 Punkten aus den letzten 7 Spielen, da kommt am Sonntag der letztjährige Tabellenvierte TSG Lu.-Friesenheim gerade recht zum Topspiel um 17.00 Uhr in der EmslandArena.