Foto: Melanie Bültmann
Dienstag, 28.02.2017

Gerechtes 29:29 (16:13) Remis zwischen der HSG Nordhorn-Lingen und dem TV Hüttenberg

Sensationelle 1. Hälfte und überragender Patrick Miedema legen den Grundstein zum Punktgewinn


Die 1788 Zuschauer im Euregium feierten am Samstagabend nach dem Schlusspfiff ihr Team wie nach einem Sieg. Und das hatte sich die HSG Nordhorn-Lingen auch mehr als verdient. Zum Auftakt der Rückrunde sind es mit dem Remis vom Samstag 5 von 6 möglichen Punkten gegen die Top-Drei der Liga SG BBM Bietigheim, TuS N-Lübbecke und TV Hüttenberg und somit 3 Punkte mehr als in der Hinrunde.

Dabei hatte sich die personelle Situation am Sonnabend vor dem Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Hüttenberg noch einmal verschärft. Matze Poll gesellte sich verletzt zu seinen 3 Mitstreitern Lutz Heiny, Nicky Verjans und Frank Schumann. Dafür waren erneut Stephan Wilmsen und Nils Meyer mit von der Partie. Der TV Hüttenberg erwischte den etwas besseren Start und konnte mit 0:2 in Führung gehen, bevor die HSG Nordhorn-Lingen in der 6. Minute ihr erstes Tor erzielen konnte. Fortan war es ein hochklassiges Zweitligaspiel auf Augenhöhe. Das 8:8 nach 15 Minuten entsprach dem Spielverlauf. Danach bekam die äußerst bewegliche Abwehr der HSG Nordhorn-Lingen besseren Zugriff auf den Angriff des TV Hüttenberg, der von Daniel Mappes exzellent dirigiert wurde. Dahinter konnte Björn Buhrmester ein paar freie Bälle wegnehmen. Im Angriff war es Patrick Miedema (10 Tore), der von den Hessen aus dem Lahn-Dill Kreis nicht zu stoppen war. Immer wieder konnte sich der Niederländer energisch gegen die zunächst offensive Deckung durchsetzen. Tor um Tor war die HSG Nordhorn-Lingen in der Lage den Vorsprung, unermüdlich angefeuert von der „roten Wand“ im Euregium, auf 16:13 zur Halbzeit ausbauen.

29:29
2. Handball-Bundesliga   |   23.Spieltag
Kaleun (1/1 Parade, bei zwei 7m), Buhrmester (10 Paraden); Wilmsen, Mickal (4/3), Miedema (10), Meyer (3), Fraatz (3), Rooba (n.e.), Terwolbeck, de Boer, Wiese (6), Madsen, Seidel (3)

Nach dem Wechsel konnte das 2-Städte-Team zunächst die Führung mit 2 bis 3 Toren halten, aber nicht verhindern, dass der TV Hüttenberg besser ins Spiel kam. Besonders die Achse zwischen Mittelmann Dominik Mappes und Kreisläufer Mario Fernandes war nicht zu stoppen und brachte den TV Hüttenberg wieder heran (20:20; 42. Min.). Es folgte die Schrecksekunde des Spiels, denn HSG Regisseur Alex Terwolbeck knickte um als er auf dem Fuß des Gegners landete und verletzt das Feld verlassen musste. Für ihn übernahm Nils Meyer nun die Rückraumposition. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis die HSG Nordhorn-Lingen die Situation verdaut hatte. Dennoch konnte der TV Hüttenberg in dieser Phase mit 21:23 (47. Min.) in Führung gehen. Inzwischen war es nicht nur ein Spiel auf höchstem spielerischen Niveau, es wurde auch eine Partie mit vielen taktischen Varianten. Angepeitscht von den Zuschauern, die erkannt hatten, dass die HSG nun jede Unterstützung gebrauchen kann, war es Nils Meyer der mit 2 Toren in Folge dafür sorgte, dass die Hessen sich nicht weiter absetzen konnten (23:24; 49. Min.). TV Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson wechselte auf eine 5:1 Abwehr um Patrick Miedema in den Griff zu bekommen. Eine Situation die Jens Wiese (6 Tore) mit 2 Treffern blitzsauber ausnutzte und in der 55. Minute den Ausgleich zum 27:27 erzielte. Schlussminuten, die an Spannung und an Stimmung im Euregium nicht zu überbieten waren, wurden eingeläutet. Patrick Miedema krönte seine überragende Leistung mit der HSG Führung zum 28:27, die postwendend vom besten TV’ler Dominik Mappes (11/5 Tore) gekontert wurde. Noch einmal schnupperte die HSG Nordhorn-Lingen am Sieg, nachdem Yannick Fraatz die Führung zum 29:28 erzielt hatte. Doch noch einmal glich der Tabellenzweite zum 29:29 Endstand aus. Ein Ergebnis das nach dem Spielverlauf gerecht war und was auf beiden Seiten als Punktgewinn verbucht werden kann.

Die HSG Nordhorn-Lingen festigt mit 25:21 Punkten den Platz im oberen Drittel der Tabelle.

Auf der Pressekonferenz waren sich dann auch die Trainer einig, ein hochklassiges Zweitligaspiel mit einem passenden Ergebnis gesehen zu haben. Das Lob von HSG Trainer Heiner Bültmann ging aber zunächst einmal an die Zuschauer und sein Team. „Ich muss mich heute bei den Zuschauern im Euregium bedanken, die uns über die vollen 60 Minuten unterstützt haben, für eine fantastische Stimmung gesorgt haben und somit einen großen Anteil an dem Punktgewinn hatten. Weiter muss ich meinem Team ein Kompliment machen. Wir haben heute eine der stärksten Leistungen in dieser Saison abgeliefert und das trotz der vielen Ausfälle.“