Mittwoch, 01.12.2010

"Extra-Schwung für den Kopf"


Nach gelungener Aufholjagd in Wilhelmshaven will HSG auch in Schwerin punkten

Die Nordhorner sind heute allerdings erneut bei einem heimstarken Konkurrenten zu Gast: Der SV Post hat die letzten fünf Spiele in der Kongresshalle gewonnen.

Die HSG Nordhorn-Lingen trifft heute, Mittwoch, in Schwerin (19.30 Uhr, Kongresshalle) mit dem SV Post auf einen weiteren direkten Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation für die eingleisige 2. Handball-Bundesliga. Für die beiden punktgleichen Tabellennachbarn (16:8) auf den Rängen fünf und sechs geht es daher mal wieder um „big points“. Und da haben nicht nur die Nordhorner mit ihrer erfolgreichen Aufholjagd beim 20:20 in Wilhelmshaven zuletzt für Furore gesorgt.

Die Schweriner gewannen beim Dessau-Rosslauer HV gleich mit 32:22. Damit brachte die Mannschaft von Trainer Dirk Beuchler dem Ostrivalen die erste Heimniederlage dieser Saison bei. Wie schwer es die Gegner in der Dessauer Anhalt-Arena für gewöhnlich haben, erfuhr die HSG, als sie dort am 10. Oktober mit 22:27 unterlag. Auch in Schwerin wartet auf die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann eine große Herausforderung: Die Gastgeber haben bis auf das erste Saisonspiel gegen Potsdam alle fünf folgenden Heimspiele in der Kongresshalle gewonnen.%break%

Beim Zehn-Tore-Sieg in Dessau verteilten sich die Treffer auf gleich zehn Schweriner Torschützen. Bültmann hält den Rückraum für das Prunkstück des Teams seines Kollegen Beuchler. Das lässt sich auch an den persönlichen Bilanzen beim Sieg in Dessau ablesen: Mit 18 Toren sorgte die Aufbaureihe mit Ingo Heinze (6), Stefan Pries, Konstantin Chantziaras (je 3), Bert Hartfiel, Johannes Prothmann (je 2), Alexander Rauch und Jakub Vanek (je 1) für mehr als die Hälfte der Post-Treffer. Da konnte Beuchler schon zur Mitte der zweiten Halbzeit die Kräfte schonen. „Das wird es auch nicht all zu oft geben, dass ich schon nach 48 Minuten den kompletten Post-Stamm auf die Wechselbank beordern kann“, passte das dem Trainer zum Auftakt einer englischen Woche gut ins Kalkül. Denn: „Gegen Nordhorn müssen wir wieder spritzig sein; die HSG wird uns alles abverlangen und steht zu Recht vorn.“

Die Gäste wurden in Wilhelmshaven, als sie einen 11:18-Rückstand noch aufholten, kräftemäßig ganz anders gefordert. Pavel Mickal zum Beispiel, der die vergangene Woche über mit Fieber zu kämpfen hatte, ließ das Training am Montag noch aus, um sich zu schonen. Nach 28 Minuten hatte Bültmann den Linksaußen doch aufs Feld beordert. Nicht dass Stellvertreter Florian Lammering enttäuscht hätte, im Gegenteil: Er gehörte mit drei Toren zu den besten Werfern seines Teams im ersten Abschnitt. Doch der Spielverlauf gegen die ungewohnt offensive WHV-Deckung nötigte Bültmann zum Handeln: „Wir mussten einfach irgendwas probieren.“ Mit Erfolg: Mit fünf Toren war Mickal erheblich daran beteiligt, den Rückstand aufzuholen.

Zwei Spieler der jungen Garde werden im HSG-Bus fehlen, wenn es heute gegen Mittag auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern geht: Hannes Hombrink und Luca de Boer sind wegen Klausuren in der Schule unabkömmlich. Von den übrigen Akteuren erhofft sich Bültmann nach dem Erfolgserlebnis beim WHV so viel „Extra-Schwung für den Kopf“, dass im Idealfall der zweite Auswärtssieg dieser Saison dabei herausspringt.

von Frank Hartlef