Einbruch nach der Pause

01.08.2011

HSG verliert in Schwerin nach 12:10-Halbzeitführung mit 19:24

Der Auftakt zur zweiten Halbzeit ging mit 0:5 daneben. Dass die Nordhorner zu oft an Post-Torhüter Levshin scheiterten, war der zweite Knackpunkt.

Die HSG Nordhorn-Lingen muss auf den zweiten Auswärtsieg dieser Saison in der 2. Handball-Bundesliga Nord weiter warten. Die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann verlor gestern Abend beim SV Post Schwerin mit 19:24 (10:12). Damit zogen die Mecklenburger in der Tabelle an den Nordhornern vorbei, belegen mit 18:8 Punkten Rang drei, während die HSG mit 16:10 Zählern auf den siebten Platz abrutschte.

Bültmann machte zwei entscheidende Punkte für die Niederlage aus: Zum einen schaffte es sein Team nach der 12:10-Pausenführung nicht, zu Beginn des zweiten Abschnitts dem Druck der Postler zu widerstehen. Der Start in die zweite Halbzeit ging mit 0:5 verloren – und Schwerin mit 15:12 (38.) in Führung. „Wir hatten uns in der Pause vorgenommen, dem zu erwartenden Druck standzuhalten“, berichtete der HSG-Trainer und sagte zerknirscht: „Hat leider nicht geklappt.“

Das zweite Manko der Gäste war die Chancenverwertung in der zweiten Halbzeit. Von allen Positionen scheiterten sie selbst bei besten Gelegenheiten an Igor Levshin im Schweriner Tor. „Er hat in der zweiten Halbzeit überragende gehalten“, lobte Bültmann den gegnerischen Keeper, den er zu den besten seiner Zunft in der 2. Liga zählt.%break%

Dennoch war der HSG-Trainer mit seiner Mannschaft nicht unzufrieden. In der ersten Halbzeit knüpfte sie an die gute Leistung vom Spiel in Wilhelmshaven (20:20) an. Torwart Björn Buhrmester war ein zuverlässiger Rückhalt. Und die 6:0-Abwehr um Kapitän Stephan Wilmsen stand sehr stabil. So wurde die Basis gelegt, dass die Gäste die Partie vor 1749 Zuschauern in der Kongresshalle bis zum 8:8 (20.) offen hielten und sich anschließend sogar leicht absetzen konnten und mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gingen.

Obwohl der Start in den zweiten Abschnitt mit 0:5 in die Hose ging, ließen sich die Nordhorner nicht entmutigen. „Wir haben bis zum Schluss gefightet“, sagte Bültmann. Sein Team war bei 17:18 (50.) sogar wieder auf ein Tor heran gekommen und auch bei 19:21 (53.) war die Messe längst noch nicht gelesen. Doch das Risiko, schnell den Abschluss zu suchen, um zum Torerfolg zu kommen, zahlte sich ebenso wenig aus, wie der Versuch, mit der offensiven 4:2-Formation in der Abwehr eine Wende des Spiels herbei zu führen. „Das ging leider nach hinten los“, sagte Bültmann, dessen Team in den letzten sieben Minuten kein Tor mehr gelang und mit 19:24 letztlich eine Niederlage kassierte, die zu hoch ausfiel.

„Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, lobte Bültmann, der außer Buhrmester und Wilmsen auch die beiden Kreisläufer Toon Leenders und Einar Ingi Hrafnsson für ihre gute Abwehrarbeit lobte. Im Angriff übernahm wieder einmal Nils Meyer viel Verantwortung, der mit sechs Treffern bester Torschütze seines Teams war. „Die Enttäuschung ist natürlich groß“, trauerte Bültmann der verpassten Chance nach, gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga „big points“ zu machen. Doch die nächste Bewährungschance lässt nicht lange auf sich warten: „Jetzt müssen wir die Punkte Sonntag gegen Rostock holen“, lautet Bültmanns Anspruch fürs nächste Heimspiel (17 Uhr, Euregium).