Samstag, 25.09.2010

Ein Vergleich ähnlicher Systeme


HSG Nordhorn-Lingen spielt schon heute gegen Varel – Wilmsen wieder zurück

Die beiden Handball-Zweitligisten aus Nordhorn und Varel haben nicht nur den gleichen Namen, auch die taktische Ausrichtung beider Vereine ist ähnlich. Das Weser-Ems-Derby beginnt heute um 19 Uhr im Euregium.

Allerdings gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden Handball-Teams, die heute in Nordhorn um Zweitliga-Punkte kämpfen. Während die HSG Nordhorn-Lingen vor der vergangenen Saison einen komplett neuen Innenblock einführen musste, hat der Namensvetter aus Varel diese schwere Aufgabe in dieser Spielzeit zu bewältigen. Weil mit Ralf Köring und Jan-Philip Willgerodt zwei anerkannte Abwehrspezialisten aufgehört haben, ist die Vareler Defensivzentrale neu formiert – und entsprechend anfällig, wie Nordhorns Trainer Heiner Bültmann hofft. „In der Abwehr haben sie noch ein paar Probleme“, sagt der 39-Jährige. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass es Zeit braucht, ehe sich ein neuer Innenblock findet. In seinem Team kann er sich bislang auf seinen Abwehrblock verlassen – egal, ob Toon Leenders, Einar Ingi Hrafnsson oder Stephan Willmsen auf der Platte stehen.%break%

Kapitän Wilmsen hat nach einem fiebrigen Infekt am Donnerstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. Sein Einsatz ist nicht nur für die Deckung, sondern auch für das Angriffsspiel der Nordhorner von großer Bedeutung. Zwar hat Alex Terwolbeck ihn auf der Mittelposition am Dienstag im DHB-Pokal glänzend vertreten, doch die Belastung für das erst 19 Jahre alte Talent ist gerade in dieser Phase hoch: Am vergangenen Wochenende standen für ihn ein Spiel der Reserve und die Zweitliga-Partie in Magdeburg auf dem Programm, und drei Tage nach dem Pokalspiel in Ahlen führte Terwolweck gestern wieder bei der HSG-Zweiten in Neerstedt die Regie. „Er wird momentan sehr gefordert“, weiß auch Bültmann. Weil Dennis Bartels, Florian Lammering, Matthias Poll und Luca de Boer ebenfalls regelmäßig im Kader beider HSG-Truppen stehen, hat Heiner Bültmann das Training in dieser Woche entsprechend dosiert. „Man muss da gerade bei den jungen Spielern vorsichtig sein“, kennt Bültmann die Verantwortung des Trainerstabs.

Weil neben Wilmsen auch der zuletzt stark aufspielende Nils Meyer trotz Kniebeschwerden nach dem Ahlen-Spiel mitwirken kann, fehlt heute Abend nur Hannes Hombrink (Studienfahrt). Auch wenn der Saisonstart mit 3:5 Punkten besser hätte ausfallen können, verspürt Trainer Bültmann keinen besonderen Druck. „Zu diesem Zeitpunkt werfen wir noch keinen Blick auf die Tabelle. Und Druck machen wir uns vor jedem Spiel“, sagt er. Gerade weil er seinem Team in kämpferischer Hinsicht ein „vorbildliches Verhalten“ attestiert, geht er mit großer Zuversicht in das Weser-Ems-Derby.

Wichtig wird es sein, der guten Rückraumreihe der Vareler keinen Raum zu geben. Lukas Kalafut hat letzte Saison schon oft die Position von Willgerodt besetzt, auch Tim Coors und Niels Bötel sind torgefährlich. „Sie spielen gerne aus einer 6:0-Deckung heraus mit hohem Tempo“, sagt Bültmann. Noch eine Parallele zwischen den beiden Handball-Spielgemeinschaften.

 

von Holger Wilkens