Ehemaligentreffen in Edewecht

01.08.2011

HSG hofft gegen Oehus und Kollegen auf zweiten Auswärtssieg der Saison

Stephan Wilmsen dachte nach dem 37:33-Erfolg gegen Rostock schon an die nächste Aufgabe: Der Nordhorner Kapitän will mit seinem Team den VfL Edewecht schlagen und die gute Tabellenposition ausbauen.

Es war ein kurioses Handballspiel. Und so unterschiedlich die beiden Halbzeiten beim 37:33 (22:14)-Sieg der HSG Nordhorn-Lingen gegen Empor Rostock verlaufen waren, so verschieden fielen bei den Gastgebern, die ihre Heimbilanz auf starke 15:1 Punkte geschraubt und sich mit der Gesamtbilanz von 18:10 Zählern auf Platz fünf verbessert hatten, die ersten Reaktionen nach Ende des Zweitligaspiels am Sonntagabend aus: Die einen rückten schon das nächste Spiel beim VfL Edewecht (Sbd., (16.30 Uhr, Breeweghalle) in den Blickpunkt; die anderen hielten angesichts der abgewehrten Aufholjagd der Rostocker, die nach einem Neun-Tore-Rückstand zwischenzeitlich bis auf zwei Treffer heran gekommen waren, Rückschau auf das 20:20-Unentschieden eine Woche zuvor in Wilhelmshaven, als die HSG nach einem Acht-Tore-Rückstand noch einen Punkt gerettet hatte. Der WHV, blickte Torhüter Björn Buhrmester zurück, habe „den Kopf verloren“, und stellte den Unterschied zur HSG heraus, die gegen Rostock die Nerven behielt, als der Vorsprung immer kleiner wurde: „Wir haben nie den Kopf hängen lassen und das zeichnet uns aus.“

Kapitän Stephan Wilmsen, der die 6:0-Deckung glänzend organisiert hatte und ein guter Spiellenker war, bis auch er drei kraftraubenden Spielen in einer Woche Tribut zollen musste, sprach von einem „wichtigen Sieg in einem Vier-Punkte-Spiel“ gegen einen direkten Konkurrenten auf dem Weg in die eingleisige 2. Liga und formulierte für die Partie in Edewecht das Ziel, beim Tabellen-13. (10:18) den zweiten Auswärtssieg dieser Saison einzufahren: „Es wäre natürlich gut, wenn wir dort unsere gute Position ausbauen könnten.“ Schließlich gehe es auf den Plätzen bis Rang neun, der am Saisonende gerade noch die direkte Qualifikation für die eingleisige 2. Liga zur Folge hätte, „ganz eng“ zu.%break%

In der Tat: Die Mannschaften von Platz vier bis sieben kommen allesamt auf die gleiche Punktbilanz wie die Nordhorner. Ab Platz acht allerdings, auf den die Rostocker (17:11) abrutschten, klafft erstmals eine deutlichere Lücke. Hier hat am Wochenende das Trio aus Wilhelmshaven (25:31 in Altenholz), Essen (22:26 in Magdeburg) und Dessau (24:29 in Berlin) mit jeweils 13 Punkten auf der Habenseite ein wenig den Anschluss verloren.

Den würde auch der VfL Edewecht gerne wieder herstellen. Und der erste Auswärtssieg der Saison dürfte den Ammerländern Auftrieb geben, auch wenn er beim Tabellenletzten HC Aschersleben (36:32) errungen wurde. Einer wird besonders motiviert in die Partie gegen Nordhorn gehen: Für Torhüter Jörg Oehus, der beim VfL für den verunglückten Raimonds Steins eingesprungen ist, kommt es zum Wiedersehen mit dem Ex-Klub und etlichen früheren Weggefährten wie den HSG-Trainern Heiner Bültmann und Ralf Lucas oder Stephan Wilmsen und Nils Meyer. Abzuwarten bleibt, ob auch Jörn Wolterink aktiv am Ehemaligentreffen teilhaben kann; der aus Neuenhaus stammende Rückraumspieler stand dem VfL in den letzten Spielen wegen einer Handverletzung nicht zur Verfügung.

von Frank Hartlef