Samstag, 21.08.2010

Die Verantwortung auf alle Spieler verteilen


HSG Nordhorn-Lingen geht mit verändertem Team in die Saison – Start mit Pokalspiel in Beckdorf

Weil dem Handball-Zweitligisten die drei überragenden Torschützen der vergangenen Saison fehlen, setzt Trainer Heiner Bültmann verstärkt auf die mannschaftliche Geschlossenheit.

In der Vorbereitung zeigten sich bereits erste Erfolge. Vor dem Saisonstart morgen, 18 Uhr, beim SV Beckdorf (DHB-Pokal) widmen die GN der HSG Nordhorn-Lingen drei Sonderseiten.

Von Holger Wilkens - Die Mannschaft 16 Handballer stehen im HSG-Kader, Rouven Loepke allerdings wird vornehmlich in der zweiten Mannschaft spielen. Nils Meyer, Matthias Struck und Bobby Schagen kommen von anderen Vereinen – und haben schon in den ersten Wochen in Nordhorn gezeigt, dass sie die Truppe von Trainer Heiner Bültmann verstärken. Zudem haben sich bewährte Stammkräfte weiterentwickelt: „Einar Ingi Hrafnsson und Toon Leenders etwa haben in ihrem ersten Jahr in Deutschland einen großen Sprung gemacht“, lobt ihr Trainer. Neben den beiden Kreisläufern arbeiten auch Struck, Schagen, Linksaußen Pavel Mickal und Torwart Björn Buhrmester derzeit als Handball-Profi; Nils Meyer schreibt nebenbei an seiner Diplomarbeit.

Die Vorbereitung Seit ziemlich genau sechs Wochen ist die HSG im Training. „Das ist eine lange Zeit“, weiß Bültmann, „aber wir haben diese Zeit benötigt, weil wir gerade im Rückraum ganz neu aufgestellt sind.“ In 13 Testspielen haben sich die Nordhorner vor allem mit starken Gegnern aus der 1. und 2. Liga sowie dem Ausland gemessen. Die Ergebnisse waren meist beachtlich, die Leistungen zu diesem frühen Zeitpunkt ordentlich. „Natürlich ist eine neu formierte Mannschaft nicht in vier Wochen eingespielt, wir können es auch jetzt noch nicht sein. Aber langsam greifen die Automatismen, die Spieler fühlen sich immer wohler“, hat der Trainer erkannt. Vor allem die 6:0-Deckung gefällt ihm kurz vor dem DHB-Pokalspiel in Beckdorf (morgen, 18 Uhr) schon ganz gut: „Sie packt hart und aggressiv zu – und sie ist weiter als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.“ Nach sechs Wochen intensiver Trainingsarbeit weiß Bültmann: „Wir sind heiß auf den Saisonstart.“%break%

Die Veränderungen Durch den Weggang von Maik Machulla, Michael Jahns und Nicky Verjans fehlen der HSG ihre Haupttorschützen der Saison 09/10 – die Drei waren für etwa 60 Prozent aller Zweitligatore zuständig. „Da ist etwas weggebrochen, was durch eine mannschaftliche Geschlossenheit kompensiert werden muss“, sagt Bültmann. Während das HSG-Spiel vor allem auf den überragenden Regisseur Machulla zugeschnitten war, soll sich die Verantwortung jetzt auf alle Akteure verteilen. „Und das“, hofft der Coach, „wird sich auch in den Toren niederschlagen.“ In den Testspielen zeigte sich bereits, dass mehr Treffer über Außen fielen. „Nur vom Kreis muss noch mehr kommen“, fordert Bültmann.

Die Ziele In der Qualifikationssaison für die eingleisige 2. Bundesliga zählt für die HSG-Handballer nur eines: mindestens Platz neun. „Wir wollen in die 2. Liga und müssen deshalb unter die ersten Neun kommen“, betont Heiner Bültmann. Relegationsplatz zehn muss es nicht unbedingt sein, „auch wenn wir relegationserprobte Spieler haben“. Hintergrund: Nils Meyer und Bobby Schagen haben mit ihrem Ex-Klub Dormagen im Juni erst in zwei Ausscheidungsspielen den Klassenerhalt in der 1. Liga gesichert.

Die Konkurrenz Nach dem Rückzug von Delitzsch startet die Nord-Staffel der 2. Liga mit 17 Vereinen – darunter einige prominente Teams, die die HSG auch aus Erstliga-Zeiten kennt. GWD Minden ist aus der höchsten Spielklasse abgestiegen – und für Heiner Bültmann einer von zwei großen Favoriten auf die Meisterschaft: „Minden und Emsdetten sehe ich vorne, die beiden Teams sind eine Klasse für sich.“ Für Minden spreche die hohe Qualität einzelner Spieler wie Dalibor Doder und Anders Persson, für Emsdetten die Eingespieltheit und der breitere Kader. „Und sie kennen die Liga“, fügt Bültmann an. Ebenfalls gut aufgestellt haben sich seiner Ansicht nach Rostock und Essen, eine gute Rolle können wieder Schwerin und Bad Schwartau spielen. Und die HSG? Wie gesagt, Platz neun ist das Ziel. Bültmann: „Es ist schwer, sich einzuschätzen, denn alle Teams stapeln unheimlich tief.“

Die HSG-Fans Die HSG kann wieder auf die Unterstützung vieler Anhänger hoffen. Rund 800 Dauerkarten wurden zwei Wochen vor dem ersten Punktspiel verkauft. „Das ist eine richtig gute Marke. Damit stehen wir in der Liga ziemlich weit oben“, freut sich Bültmann über das Interesse der Region am hochklassigen Handball. Der Auftrag für seine Spieler ist damit klar: „Wir müssen attraktiven Handball bieten, damit die Zuschauer gerne und zahlreich kommen.“ Am besten schon im ersten Heimspiel am Sonntag, 29. August, gegen den TSV Altenholz.

 

von Frank Hartlef