Foto: Melanie Bültmann
Donnerstag, 14.09.2017

Die HSG Nordhorn-Lingen feiert nach 5 Jahren mit 23:27(10:11) den ersten Auswärtssieg beim EHV Aue

Momentaufnahme: Tabellenführung in der 2. Liga


Zugegeben es ist nur eine Momentaufnahme, aber zumindest bis Freitag ist die HSG Nordhorn-Lingen nach ihrem Sieg beim EHV Aue Tabellenführer der 2. Liga. Ein Saisonstart mit 8:0 Punkten sorgt für entsprechendes Selbstvertrauen.

Dabei war der Start in die Partie am Mittwochabend nach der langen Anfahrt im Angriff noch sehr holprig. Während die Abwehr von der ersten Sekunde an Präsenz zeigte, hatte die HSG Nordhorn-Lingen zunächst Schwierigkeiten die sich bietenden Chancen zu nutzen. Aber der Gegner aus Aue konnte diese Phase des Spiels ebenso wenig nutzen und scheiterte vornehmlich am eigenen Nervenkostüm. So fiel das erste Tor für die Gastgeber erst nach 6 Minuten, bevor Lasse Seidel (5/5 Tore), an diesem Abend sicherer 7m-Schütze, zum Ausgleich verwandelte. 1:1 hieß es auch noch nach 10 Minuten. Phillip Jungemann gelang dann mit seinem 2:1 (11. Min.) die letzte Führung für die Mannschaft aus dem Erzgebirge von Trainer Stephan Swat. Es folgte ein 3er-Pack von Patrick Miedema und die HSG lag mit 3:4 in Front (13. Min.). Die HSG Nordhorn-Lingen hatte die Führung auf 5:7 in der 18. Minute ausgebaut als der Gegner mit 3 Zeitstrafen zurechtkommen musste. In dieser Phase ließ das 2-Städte-Team die Chance aus, schon frühzeitiger für klare Verhältnisse zu sorgen. Als dann Benas Petreikis (6 Tore), bester Torschütze des EHV Aue, auch noch den Anschlusstreffer erzielen konnte, war es Zeit für eine Auszeit von HSG Trainer Heiner Bültmann. Da die Abwehr der HSG weiterhin sehr gut stand, zog man zunächst mit 3 Toren davon (6:9; 24. Min.). Doch in der ausgeglichenen Schlussphase der ersten Hälfte ließ sich der EHV Aue nicht abhängen und verkürzte zur Halbzeit auf 10:11.

23:27
2. Handball-Bundesliga   |   4.Spieltag
Kaleun (n.e.), Buhrmester (10/1 Paraden); Verjans (4), Heiny, Leenders (1), Mickal, Miedema (4), Fraatz (2), Terwolbeck (2), de Boer (1), Vorlicek (5), Wiese (3), Smit, Seidel (5/5)

Nach dem Wechsel versuchte der EHV Aue die Wende mit hohem kämpferischen Einsatz zu erzwingen. Doch die HSG Nordhorn-Lingen konnte sich weiter auf eine sichere Abwehr verlassen und hatte immer eine Antwort auf den Ansturm parat, so dass es dem Gegner zwar gelang immer wieder den Ausgleich zu erzielen, aber nie in Führung zu gehen. Nach Spielständen von 12:12 oder 15:15 stand es in der 42. Minute 18:18 und die Schlussviertelstunde musste die Entscheidung bringen. Die 42. Minute hatte jedoch noch einen Höhepunkt für die HSG parat, denn Jens Wiese kehrte nach Monaten der Verletzungspause und Abwehreinsätzen zum ersten Mal in die Angriffsformation zurück. Und als der Rückraumshooter dann in der 46. Minute sein erstes Tor für die HSG Nordhorn-Lingen in der 46. Minute zum 18:21 erzielte, gab es auf der Bank kein Halten mehr. Komplett aufgesprungen feierten sie den Torschützen, ein Gänsehautmoment zumindest für die HSG in der Erzgebirgshalle. Auch leitete dieser Treffer die Schlussphase ein, in der das 2-Städte-Team zu der Souveränität zurückfand, die auch in den letzten Spielen zu sehen war. Während sich der EHV Aue weiter an der HSG Abwehr die Zähne ausbiss und zunehmend überhasteter agierte, spielte die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann nun ihre ganze Klasse aus und baute den Vorsprung auf 20:27 in der 58. Minute aus. Das Spiel war längst entschieden und die letzten Tore des Gegners waren nur noch kosmetische Ergebniskorrektur. Der Jubel nach dem Schlusspfiff kannte dann auch keine Grenzen. Der weiße Fleck Aue auf der Handballlandkarte wurde nach 5 Jahren mit dem ersten Auswärtssieg ausgelöscht und mit 8:0 Punkten steht ein perfekter Saisonstart zu buche, den es zum letzten Mal in der Saison 2014/15 gab. Und als Draufgabe gibt es die Tabellenführung in der 2. Liga.

Nach der langen Rückfahrt gilt es dann Kräfte zu sammeln für die letzte Aufgabe der englischen Woche am Sonntag gegen Eintracht Hildesheim.

Wer langes Anstehen und den Abendkassezuschlag von 2 Euro am Wochenende umgehen möchte, hat die Chance die Tickets in allen bekannten Vorverkaufstellen, online, sowie in der HSG-Geschäftsstelle (Bahnhofstraße 20, 48529 Nordhorn) zu erwerben.