Die Coolness der Youngster

01.08.2011

Eike Rigterink und Alex Terwolbeck fallen beim Sieg der HSG auf

Der Handball-Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen machte es beim 31:30 (14:14)-Sieg gegen den Dessau-Roßlauer HV in der Schlussphase spannend. Der 18 Jahre alte Alex Terwolbeck sorgte erst 20 Sekunden vor der Sirene für die Entscheidung.

Am Ende waren es wieder die üblichen Verdächtigen, die bei der HSG Nordhorn-Lingen die meisten Tore erzielten. Spielertrainer Maik Machulla warf in seinem vorletzten Heimspiel im Euregium neun Tore, Rückraum-Shooter Michael Jahns langte sieben Mal hin. Beim 31:30 (14:14)-Erfolg gegen den Dessau-Roßlauer HV spielten sich aber zwei Kräfte aus der HSG-Talentschmiede in den Vordergrund: Der 19 Jahre alte Eike Rigterink agierte im rechten Rückraum über 50 Minuten mutig und entschlossen und verrichtete viel Abwehrarbeit, und der noch ein Jahr jüngere Mittelmann Alex Terwolbeck warf bei einem erneuten Kurzeinsatz jeweils nach gelungenen Durchbrüchen die letzten beiden Tore für sein Team. „Sie haben die Ausfälle kompensiert und viel Verantwortung übernommen“, lobte Trainer Heiner Bültmann, der sich angesichts des Fehlens von Kapitän Nicky Verjans (Knie-OP) und Abwehrrecke Stephan Wilmsen über einen „richtig tollen Sieg“ freute.

Wilmsen, nach Verjans’ Operation eigentlich auch für den rechten Rückraum vorgesehen, musste wegen einer Grippe kurz vor dem Anpfiff passen und stand nur für den äußersten Notfall zur Verfügung. Der trat nicht ein, weil sich Eike Rigterink bei seinem Einsatz von Beginn an richtig gut ins Team einfügte. „Ich bin heute ins kalte Wasser geworfen worden“, sagte der Youngster, „vielleicht ist das viel besser, als wenn man sich lange auf einen Einsatz vorbereiten kann.“ Rigterink warf zwei seiner vier Tore in einer Phase, als die Dessauer davonzuziehen drohten (5:7, 15. Minute). Dass es nicht so kam, lag unter anderem an Eike Rigterink – und seinem Bruder Helge im HSG-Tor, der einige schwere Bälle parierte. Nordhorn wendete das Blatt und zog auf 11:8 davon.%break%

Diesen Vorsprung in der 21. Minute konnten die HSG-Handballer aber ebenso wenig ausbauen wie eine 23:18-Führung (41.) und eine 30:26-Führung (57.). „Wir haben uns ein bisschen schwer getan mit den Dessauer Systemwechseln in der Abwehr“, sagte Machulla, „immer wenn wir uns auf ihre Abwehrformation eingestellt haben, spielten sie wieder anders.“ Als der HSG-Angriff auch in den Schlussminuten stockte, nutzte dies Matthias Rudow und schaffte mit drei Toren in Folge kurz vor Schluss den Anschlusstreffer zum 29:30.

Es wurde noch einmal ganz eng für die HSG, zumal Machulla und Jahns durch Sonderbewachungen aus dem Angriffsspiel genommen wurden. In die Bresche sprang Alex Terwolbeck, der schon das 30:26 erzielt hatte. Der schmächtige, aber schnelle Mittelmann brach auf der linken Seite durch und überwand DRHV-Keeper Christian Hoffmann trotz Bedrängnis. „Eike und Alex haben zu einem wichtigen Sieg beigetragen“, lobte Bültmann. Die HSG darf jetzt auf den dritten Platz schielen.

von Holger Wilkens